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Februar, 2010:

Schreiben Sie einen Erpresserbrief

Letzte Woche habe ich einen Erpresserbrief geschrieben und dabei gemerkt, dass das nicht nur ziemlich lustig, sondern auch exzellentes Gehirn-Text-Training ist.

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Nie für die Nachwelt …

Ich habe nie für die Nachwelt geschrieben,
sondern immer nur für morgen früh.

Edgar Wallace

Selbstgespräche!

Gestern haben sich meine Schreibwerkstattler amüsiert, weil ich erzählt habe, dass ich zu allen Gelegenheiten rund um’s Schreiben gerne mal mit mir selbst rede.
Laut, versteht sich.

Und tatsächlich sind Selbstgespräche ein universelles Schreibwerkzeug:

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Die Kunst des Auswählens

Was man als Leser selten bewusst merkt, ist, dass die eigentliche Kunst beim Schreiben die Auswahl ist:

  • Sie als Autor entscheiden nicht nur, welches Thema Sie wählen, sondern auch, auf welche Weise Sie es angehen.
  • Sie entscheiden, wie der erste Satz aussieht und über den “Ton”.
  • Sie bestimmen, wie Sie den Text strukturieren, was rein darf (und was draußen bleibt).
  • Wenn Sie einen Tipptext schreiben, überlegen Sie sich, mit welchen Formulierungen und Inhalten sie Ihre Leser ins Tun bringen können.

Schreiben ist eine einzige große Auswahl vieler Details. Und die meisten dieser Entscheidungen sind am Ende gar nicht sichtbar.

Für Sie als AutorIn heißt das aber auch, dass Sie daraus lernen können:

Lesen Sie Artikel und Bücher doch einmal unter diesem Gesichtspunkt! Welche Entscheidungen hat der Autor hier getroffen? Spekulieren Sie, warum genau diese Überschrift. Werden Sie sich weiterer Alternativen bewusst. Nehmen Sie die Struktur und die verwendeten Stilmittel wahr.

Was funktioniert gut? Was hätten Sie anders gemacht? Womit hat Sie der Autor besonders gepackt? Und wo finden Sie etwas langatmig oder zu sperrig?

Dauert das Schreiben auch so lange bei Ihnen?

Ganz viele Leute brauchen eeeeewig für Texte. Ich habe schon erlebt, dass Selbstständige es in einem halben Jahr nicht geschafft haben, drei Sätze über sich selbst zu schreiben.

Wenn Sie sich auch eher quälen oder einfach nie fertig werden, dann schauen Sie sich mal näher an, an welcher Stelle es hängt:

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Themen sind unendlich: die 500-Ohren-Herausforderung!

Kürzlich habe ich Sie gefragt, ob Sie Lust auf etwas Interaktivität haben. Immerhin ist das ein Schreibtipp-Blog: und da ist TUN immer noch das Beste!

Wie wichtig die Themenwahl ist, kam schon in einigen Blogartikeln vor. Erst letzte Woche habe ich Ihnen von Starnberger See- und Plankton-Themen erzählt, und jetzt möchte ich mit Ihnen gemeinsam den Beweis antreten, dass ein Thema beliebig „ausgebreitet“ und genutzt werden kann.

Gemeinsam mit Ihnen möchte ich 500 mögliche Themen rund um’s Ohr finden.

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Etwas zu sagen haben

Sitzen Sie manchmal vor dem Bildschirm (oder dem weißen Blatt Papier) und kommen irgendwie nicht in Fluss? Auch wenn Sie eigentlich schreiben möchten und auch, wenn Sie eigentlich ein gutes Thema haben?

Ein ganz typischer Grund, warum es nicht fließen will, ist, dass man nicht wirklich was zu sagen hat.

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Stephen King: Über das Schreiben

3548368719Man mag ja über Stephen King-Bücher denken, was man möchte: er ist ein wirklich meisterhafter Erzähler! Darum möchte ich allen, die sich für’s Schreiben interessieren (die also total gerne Bücher lesen, sich für ihre Entstehung interessieren oder selbst Romanambitionen haben) sein Buch „über das Schreiben“ empfehlen.

Es ist teils Biographie, teils Erlebnisbericht über seinen schweren Autounfall und zu einem weiteren Teil ein Buch über Schreibprozess, Schreibkunst und einige Do’s and Don’ts.

Ein auf alle Fälle lohnenswertes Buch, aus dem man viel für sich herausziehen kann. Ich weiß jetzt nicht, wie die deutsche Übersetzung funktioniert, da ich nur die Originalversion kenne. Oft wirken amerikanische Bücher etwas sperrig in der Übersetzung, was ich besonders bei so einem meisterhaften Formulierer wie Stephen King befürchte. Wenn Sie also englische Bücher lesen, greifen Sie am besten zum Original.

deutsch:  Das Leben und das Schreiben
englisch:  On Writing: A Memoir of the Craft

Was der Starnberger See mit Ihrem Thema zu tun hat

starnbergerOb ein Text gut funktioniert und Ihren Lesern wirklichen Nutzen bietet, hängt vor allen Dingen davon ab, wie klug Sie Ihr Thema wählen. Ein Bild, das sich meinen Schreibwerkstatt-Teilnehmern einprägt, ist der Vergleich mit dem Starnberger See.

Wann immer Sie ein Thema ausgesucht haben, das so groß ist wie der Starnberger See, werden Sie sich ziemlich schwer tun, einen guten Text dazu zu schreiben. Denn wenn das Thema zu gewaltig ist, kann man es schlichtweg nicht in einen kurzen Text pressen, ohne
- zu oberflächlich zu werden
- Leser zu überfordern
- wichtige Details außen vor zu lassen.

Dazu kommt, dass man als Autor oft auch schon merkt, dass es irgendwie nicht funktioniert: dass ein Text dem Thema nicht gerecht wird oder „zu banal“ erscheint.

planktonDie Lösung: ein Plankton-großes Thema wählen!

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Nichts ist so stark …

Nichts ist so stark, wie eine Idee,
deren Zeit gekommen ist.

Victor Hugo

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