Bla-Artikel kennen Sie auch: Man liest so drüber, aber als Leser hat man nicht wirklich was davon gehabt. Manchmal ist es sogar regelrecht ermüdend und man hat schon kurz nach dem Einstieg keine Lust mehr und steigt aus.
Das wollen wir natürlich nicht. Denn als Autor möchten Sie ja, dass Ihr Werk auch gelesen wird. Wenn Sie Ihren Lesern engagiert ein Thema oder Tipps weitergeben möchten, dann sollen diese idealerweise auch noch etwas TUN. Ein Blabla macht die Chancen darauf zunichte.
Wenn Texte oder Textpassagen zu Blabla werden, hat das meistens diese Gründe:
Sie versuchen, ein Thema möglichst neutral zu schildern und bloß keinen Standpunkt zu beziehen.
Meine feste Überzeugung ist, dass jeder Text enorm gewinnt, wenn der Autor einen klaren Standpunkt zu seinem Thema bezieht. Texte, wie wir sie hier meinen, sind keine Dokumentation! Sie sind nicht zu Neutralität verpflichtet und Sie müssen auch nicht irgendwelche objektiven Prinzipien in die Welt tragen.
Sie haben drauflosgeschrieben, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was Ihr Text für den Leser (und für sie selbst) bringen soll.
Vielleicht schreiben Sie bisher auch so: „Ach, ich könnte ja mal einen Text zu XY schreiben!“ Dann setzen Sie sich an den PC, fangen von vorne an und hoffen, dass Ihnen schon was einfällt. Irgendwann haben Sie eine Seite geschafft. Uff! Ohne Struktur, ohne Ziel für den Text können Sie nicht gezielt die Inhalte bestimmen. Ausnahme: geübte Leute und alle, die sowieso konzeptionsstark sind.
Sie glauben, dass Ihre eigene „normale“ Sprache zu banal ist, wollen wissenschaftlich schreiben und packen Ihren Text mit großen Worten und vielen Verweisen auf andere Texte voll.
Das ist meiner Erfahrung nach sehr weit unter Akademikern verbreitet: Die sind es nämlich vom wissenschaftlichen Schreiben schlichtweg anders gewohnt und haben meistens große Schwierigkeiten, diese Art des Schreibens loszulassen und sich daran zu gewöhnen, dass ihre eigenen Gedanken und ihre eigene Meinung auch “gilt” in Texten.
Ihr Thema ist zu groß, so dass der Text zwangsläufig oberflächlich wird
… dann tritt das gefürchtete „Frauenzeitschriften-Niveau“ ein. Nichts gegen Frauenzeitschriften. Doch wir kennen alle, wie Themen dort oft präsentiert sind. „Sie möchten Ihre Ziele erreichen? Dann ziehen Sie es einfach durch! Mit etwas Willenskraft klappt es schon.“ – Ach was?!
Wenn Sie einen ganz konkreten Aspekt Ihres Themas auswählen, können Sie auch bei einem kurzen Text schön in die Tiefe gehen und erhöhen den Lesernutzen.
Sie sind Fachmann oder ein „Fanatiker“ für das Thema.
Das haben wir alle: je größer die Begeisterung, je mehr in der Tiefe, desto mehr gibt’s zu sagen! Und dann klappert die Tastatur nur so und statt einer Seite stehen da fünf – manchmal hochinteressanter Dinge, die aber für den Leser einfach zu viel sind. Mitunter sind Sie für Ihre eigentliche Botschaft gar nicht relevant, und wenn es blöd läuft für den Leser nicht besonders verständlich.
Bei Tipp-Texten: Sie haben es versäumt – oder gezielt vermieden – Tipps zu geben.
Erstaunlicherweise treffe ich immer wieder auf Menschen, die sich total scheuen, in Tipp-Texten einen oder mehrere Tipps zu geben. Manchmal ist es die Angst, zu banal zu sein. Manchmal will man sich nicht so klar als Autor zeigen. Wann immer Sie einen Tipp-Text ohne Tipps schreiben, verkommt es zu Blabla.
Sie haben sich das Überarbeiten gespart.
Wie? Keine Lust zum Überarbeiten gehabt? Das merkt man! Man liest es Texten an, die im ersten Entwurf steckengeblieben sind (außer Sie sind Profi und der erste Entwurf ist schon ziemlich gut – doch selbst dann: er könnte noch besser werden!).
Blabla kommt raus, wenn man sein Gelaber nicht streicht und wenn Sie Ihren Text nicht insgeamt überprüfen, ob sich Einleitung, Hinführung, Ausarbeitung und konkreter Nutzen die Waage halten.



