Die letzte ganz grundsätzliche Gefahr für Ihre Texte ist das Abkommen von der „Fahrbahn“, und damit ist viel mehr gemeint als nur das Wegkippen des Themas, von dem schon bei Gefahr Nr. 2: vergaloppieren die Rede war.
Wenn Sie ein guter Autofahrer sind, dann werden Sie vorausschauend fahren, das heißt:
- Sie wissen, wo Sie hin möchten,
- Sie beachten die Verkehrsregeln und fahren so, dass andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkennen, was Sie tun werden,
- Sie schauen, dass Sie auf Ihrer eigenen „Seite“ bleiben
- und vor allen Dingen: Sie denken für andere Autofahrer mit: Was könnte der jetzt tun? Bleibt er stehen oder gibt er Gas? Biegt der trotzdem ab, obwohl er den Blinker nicht setzt?
Und so absurd das klingt: Genau darum geht es beim Schreiben von Texten auch!
Sie wissen idealerweise vor dem Schreiben,
- was Ihr Text für Sie tun soll,
- was Ihre konkrete „Message“ ist: Was möchte ich vermitteln? Was ist mir wichtig?
- was Ihr Leser verstehen, mitnehmen oder tun soll.
Das ist sozusagen Ihre Fahrbahn, der Sie beim Schreiben folgen. Und von dieser Fahrbahn kommt man leicht mal ab, denn selbst wenn Sie Ihr Thema wunderbar konsequent verfolgen und am Ende ein ganz hübscher Text dasteht, kann es passieren, dass:
Sie nicht merken, dass Leser nicht genau verstehen, worum es geht (z. B. wegen Gefahr Nr. 3: den Leser verwirren).
Sie Ihr eigenes Ziel aus den Augen verloren haben (wenn Sie beispielsweise Ihre Leser aufrütteln wollen, etwas zu tun und dann völlig vergessen, eine entsprechende Aufforderung und praktische Übung einzubauen).
Sie als Autor zu Ihrem Fachthema zu schwach rüberkommen. Sagen wir, Sie möchten mit Ihrem Text Ihre Kompetenz unterstreichen, nutzen aber lauter schwache Formulierungen wie „es könnte sein, dass“, „möglicherweise ist Ihnen hilfreich“, dann kann der Text selbst zwar funktionieren, das Vertrauen in Ihre Leistung ist jedoch gering, weil Sie sehr unsicher formulieren.
Es ist also wichtig, beim Überarbeiten Ihres Textes nicht nur den Feinschliff und die Fehlerkorrektur im Kopf haben, sondern dass Sie auch immer überprüfen, ob Ihre Pläne und Ziele, die Sie mit dem Text verfolgen, auch wirklich gut umgesetzt sind.
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So! Das waren Sie schon, die 5 Gefahren für Ihre Texte. Eigentlich alles ganz klar, gell? Und doch sind es die Klassiker, die ich am häufigsten bei Tipp-Texten sehe … und die man selbst eben nicht immer so gut sieht (gerade, wenn man erst anfängt). Drucken Sie sich die Symbole doch einfach zur Erinnerung aus und hängen Sie sie an Ihre Pinnwand!




Gitte, ich mußte gerade sehr schmunzeln, als ich Deine ersten Zeilen und Erläuterungen zu diesem Gefahren-Punkt las.
Ich hatte plötzlich das Bild vor meinem geistigen Auge, daß ich in einem Auto sitze, bei dem es statt des Lenkrades, der Bremse, der Gangschaltung und des Gaspedales nur ein Klemmbrett mit vielen DIN-A4-Blättern und einem Federhalter gibt.
Gerade so wie und mit welcher Ausdrucksstärke ich etwas schrieb, fuhr der Wagen korrekt auf der Straße, fuhr schnell oder langsam oder bewegte sich gefährlich auf den Seitenstreifen zu.
Kreative Grüße
Norbert
Hahahaha, na Du hast ja eine blühende Phantasie, Norbert.
… bis hin zum Ausdrucksstärken-Gaspedal. Wunderbar!