Wer schreibt, macht sich ein Stück weit öffentlich. Wenn Sie im Internet einen Artikel posten, auch wenn es „nur“ in einem Forum ist, können Leser ihn kommentieren oder gar mit einem Bewertungsbutton Noten vergeben – manchmal noch krasser: „Daumen hoch, Daumen runter“. Publizieren Sie in einer Zeitschrift oder ein Buch, stellen Sie sich einem meist noch größeren Kreis.
Das ist am Anfang ganz schön zum Kniezittern.
Denn was ist, wenn Ihr Text nicht gut ankommt?
Wenn Sie sich vielleicht sogar blamieren?
Wenn Sie etwas Falsches sagen?
Dass Sie vielleicht ein wenig nervös vor diesem Schritt sind, ist ganz normal. Dennoch haben Sie sich für das Schreiben entschieden (oder liebäugeln zumindest damit). Und das kommt nicht von ungefähr: da steckt ja ein gewisses Sendungsbewusstsein dahinter!
Ich kann Ihnen zwar die zitternden Knie jetzt nicht nehmen, aber ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen:
- Wenn Sie nur über das schreiben, wovon Sie Ahnung haben, ist es nicht verkehrt.
- Wenn Sie auf Formulierungen achten, damit keine Missverständnisse beim Leser entstehen, er sich nicht etwa gemaßregelt fühlt oder wenn Sie nicht auf eine Art rüberkommen, die manche Leser schon aus Trotz in die Opposition bringt, dann gibt es meistens keine Kontroverse.
- Wenn Sie wissen, dass Sie und Ihre Meinung nicht das Maß aller Dinge ist, sondern eben Ihre Ansicht oder Ihre Leidenschaft, dann ist Platz für unterschiedliche Meinungen und sogar In-Frage-stellen-Lassen … ohne, dass Sie es persönlich nehmen müssten.
Und schließlich: Alles hat sein Publikum! Ich meine wirklich: ALLES!
Sie werden mit Ihrem Stil und Ihren Themen immer ein interessiertes Publikum finden (natürlich hilft es, wenn Ihre Texte flüssig zu lesen, kompetent und anregend sind!).
Dass Sie hier bei mir im Blog gerne lesen, liegt daran, dass Sie meinen Stil mögen. Andere finden ihn banal oder gar unprofessionell.
Völlig legitim. Ich mag ja auch nicht jeden Stil. Ich habe Bücher, die andere lobpreisen, schon entnervt nach zehn Seiten weggelegt, weil ich sie unlesbar fand. Deswegen ist das Buch nicht schlecht, aber für mich ist es nichts.
Und diese Einstellung tut Ihnen gut, wenn Sie mit Ihren Texten raus in die Welt gehen möchten. Die kann man üben. Aber lassen Sie sich bitte nicht von einer Schranke im Kopf von vornherein ausbremsen: „Was werden denn die Leute sagen?“
Das hören Sie dann schon!

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