In den letzten Newslettern habe ich Ihnen einige kleine Übungen
vorgeschlagen, mit denen Sie an Ihren Schreibfähigkeiten feilen können. Manche Übungen sind Schreibübungen, andere “nur” in Gedanken.
Oft nimmt man solche Übungen einfach so zur Kenntnis, findet sie ganz
interessant oder denkt “Das könnte ich mal machen.” … tut es aber
nicht. Ich kenne das selbst natürlich auch!
Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass nur das TUN auch etwas bringt.
Beim Schreiben merkt man es ganz besonders, finde ich. Wenn Sie
regelmäßig schreiben, werden Sie besser. Lese ich Artikel oder Bücher von vor zehn Jahren, könnte ich manchmal im Boden versinken. Oder ich lache nur, wie ungelenk ich mich ausgedrückt habe. Damals ist mir das natürlich nicht aufgefallen. Aber mit der Praxis – und eben der Übung! – verändert sich das. Sie werden aufmerksamer und Sie werden versierter.
Ich weiß, dass einige von Ihnen Profi-Schreiberlinge sind: Texter, Journalisten, Lektoren oder Buchautoren. Wenn Sie beruflich
also eh schreiben müssen, dann ist das ein großer Vorteil. Und dann
können Sie auch bestätigen, dass Sie heute sehr viel souveräner und
besser schreiben als zu Beginn Ihrer Karriere.
Es hat aber auch einen Nachteil: Wer beruflich viel schreibt, gerät
oft in ein festes Fahrwasser. Das ist manchmal eine bestimmte
Sprache, etwa wenn Sie viel für einen einzigen Auftraggeber schreiben.
Oder Sie haben sich zwar einen eigenen Stil angewöhnt (was super
ist!), schreiben nun aber “eigentlich” immer das Gleiche.
Viele von Ihnen sind keine Profi-Texter, sondern möchten einfach
leichter und lieber schreiben oder haben Veröffentlichungsambitionen.
Auch in diesem Fall profitieren Sie von Regelmäßigkeit.
Ich schlage Ihnen also vor, dass Sie sich heute einmal überlegen, wie
Sie ein regelmäßiges Schreiben in Ihren Alltag integrieren möchten.
Eine super Sache ist beispielsweise ein eigenes Blog. Nicht nur, weil
es für Ihr Unternehmen ein gutes Marketingwerkzeug ist, sondern vor
allen Dingen, weil Sie mehr oder weniger gezwungen sind, häufig zu schreiben. Damit bekommen Sie einen viel differenzierteren Blick auf Ihr Fachwissen, üben das Herunterbrechen von Themen und sind immer wieder gefordert, Texte zu konzipieren. Wenn Sie weniger Zeit haben, können Sie einen ganz kurzen Beitrag schreiben. Es passt also immer rein.
Das Allerbeste an einem Blog ist aber, dass Sie tun und lassen können, was Sie wollen. Und das betrifft auch die Stile. Wenn Sie meine Beiträge auf unternehmenskick.de verfolgen, dann merken Sie, dass ich immer wieder neue Ideen ausprobiere und so nicht nur die Artikel vielfältig gestalte, sondern mich als Autorin immer wieder fordere:
- Wie kannst Du das Thema anders angehen?
- Welche Artikel-Form bringt meine Leser dazu, wirklich etwas zu tun?
Wenn Sie kein eigenes Blog haben und auch nicht daran interessiert
sind, eines zu veröffentlichen, dann können Sie anderen Blogs
Gastbeiträge anbieten. Oder Sie geben einen Newsletter heraus (dazu
gibt es übrigens auch einen Selbstlernkurs von mir, bei dem es auch um das Schreiben von Blogbeiträgen geht).
Und selbstverständlich ist es auch nützlich, wenn Sie nur für sich
selbst regelmäßig schreiben. Das kann ein Tagebuch sein, sofern
Sie hier auch Abwechslung reinbringen, etwa den Stil immer wieder
verändern, als würde jemand mitlesen.
Fragen Sie sich also:
- Wie gehe ich bisher vor, was das strukturierte Verbessern meiner Schreib-Fähigkeiten angeht?
- Übe ich bereits regelmäßig bzw. inwiefern möchte ich eine gewisse Schreib-Routine in meinen Alltag unterbringen?




Huhu Gitte,
das Training ist bekanntermaßen immer der Hebel zum Besserwerden: Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich bin sozusagen ein lebendiges Beispiel dafür, wie man das “Bloggen” trotz vollem Terminkalender regelmäßig praktiziert. Einmal auf meiner eigenen Seite eberlebau-landau.de/serviceblog und für selbst-und-staendig.de
Schöne Ostereier-Suche wünscht
Heike aus der Pfalz.
Tagebuch schreiben, das ging in meiner Kindheit so, liebes Tagebuch und dann eben alles was sich so im Kopf bewegte aufs Blatt.
Inzwischen habe ich mehr als vierzig Jahre Tagebücher im Schrank stehen. Nicht jeden Tag, aber regelmässig schreibe ich meine Gedanken, Kommentare zum Weltgeschehen, Pläne und Wünsche auf.
Das angesammelte Textmaterial sind mir bei der Suche nach verloren gegangen Erinnerungen behilflich, wo war ich 1967 im April?, und sind oft Grundlage für Kurzgeschichten.
Nebenbei wird die tägliche Wahrnehmung geschult. Das erhöht die Aufmerksamkeit im Allgemeinen und das Erinnerungsvermögen im Besonderen.
Guten Morgen Gitte,
ich wünsche Dir einen sonnigen Vorostertag. Habe eben Amos´ Beitrag gelesen: Vierzig Tagebuchjahre zu haben ist ein enormer Fundus. Dafür habe ich mir nicht die Zeit genommen und der Platz dafür … den habe ich mit Büchern belegt.
Das Tagebuchschreiben reitzt mich trotzdem; führe in lockerer Schreibe ein 3-Jahres-Buch. So sehe ich auf einen Blick was sich vor einem oder zwei Jahren (bin gerade im dritten Jahr) als beschreibenswert ereignet hat.
Es fällt mir schwer, schriftlich festgehaltenes “auf Anhieb” wieder in der Hand zu haben, wenn ich es suche – trotz PC mit Pfaden und Zettelboxen – wie machst Du es, um flott drauf zurück greifen zu können?
Schöne Blauer-Himmel-Ostertage
wünscht Dir
Horst R.
Hallo zusammen. Euch auch schöne Osterfeiertage
Fleißig, fleißig mit den beiden Blogs, Heike. Das Blogformat erlaubt es wirklich sehr schön, es auch in einen vollen Terminkalender unterzubringen, kontinuierlich zu schreiben – und gleichzeitig auch schon “nach draußen” zu gehen.
@Amos: Wow! 40 Jahre Tagebuchschreiben. Das ist wirklich enorm … und spannend, wenn Du so richtig intensiv in Deinem Leben “nachschauen” kannst. Besonders gut finde ich diese Ergänzungen: “Nebenbei wird die tägliche Wahrnehmung geschult. Das erhöht die Aufmerksamkeit im Allgemeinen und das Erinnerungsvermögen im Besonderen.”
@Horst: Ich habe für mich gemerkt, dass ich gar nicht auf alte Ideen oder bisher Geschriebenes zurückgreifen möchte. Eine Ausnahme sind Themenideen für die Blogs: die schreibe ich auf Notizzettel und werfe sie in eine kleine Schachtel. Wenn ich dann mal nicht inspiriert bin, greife ich eine Handvoll raus und schaue, ob ich davon ein Thema aufgreifen möchte. Ansonsten haben selbst gute Ideen oder Passagen ein Verfallsdatum, habe ich gemerkt. Das ist wie mit abgestandener Limo: die will man auch nicht mehr trinken. Darum habe ich vor einigen Jahren schon aufgehört, sowas aufzuheben. Gute Ideen geraten nicht in Vergessenheit und es kommt genug Neues nach.
Darum kann ich Dir zum Organisieren und Zugreifen leider keine eigenen Tipps geben. Vielleicht will ein Mitleser einen Tipp dazu geben?
Hey Horst, das Wiederfinden im PC oder sonstwo, ist auch schon mal so umschrieben worden, Ordnung hält nur der, der keine Lust zum Suchen hat.
Ein drei Jahres Tagebuch ist ein Anfang.
Verloren gegangene Ideen sind wohl nicht so wichtig gewesen. Das was uns wichtig ist, erscheint von selber wieder. Okay, nicht auf das schnappen mit den Fingern, aber das Wichtige wird sich schon bemerkbar machen.
Das ist keine esoterische Meinung, ganz einfache Lebenserfahrung, die Du sicher auch kennst. Also, das drei Jahrestagebuch ist ja ausbaufähig, ansonsten empfehle ich Gelassenheit, wird sich schon ein Thema finden.
Die Osterspaziergänger sind gut für das facereading, da kommen schon mal einige lustige Gedanken zusammen. Fröhliches finden, Gruß Amos