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März, 2010:

Schreibe wie Du redest …

Schreibe wie Du redest, so schreibst Du schön.

Gotthold Ephraim Lessing

interaktiv! Mitmachen: Vergleiche

Was immer „gut kommt“ und Lesern oft einen riesigen Aha-Effekt beschert, ist, wenn man Aussagen in einen anderen Bereich verlegt. Auf diese Weise kann man seine Botschaft noch einmal betonen und macht sie vor allen Dingen für den Leser sehr viel greifbarer.

Unsere zweite interaktive Aktion dreht sich darum, gemeinsam gute Vergleiche zu sammeln. Es ist eine gute Inspiration zu sehen, was man in dieser Richtung machen kann und wie verschiedene Autoren rangehen. Haben Sie Lust, mitzumachen?
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Holzauge, sei wachsam!

Da bekomme ich also eine total nette Anfrage, ob einer meiner Artikel auf unternehmenskick.de von einer Redaktion nachgedruckt werden dürfe. Ja logisch, können wir machen.

Es gibt ein winziges Honorar, was mir egal ist, weil der Text ja schon vorhanden und es in diesem Kontext gute Werbung ist. Aber: Mit den Überweisungsmodalitäten sehe ich plötzlich, dass ich nicht nur die Erlaubnis für diese Veröffentlichung gebe, sondern sämtliche Rechte für alles an den Verlag abtrete. Ich falle schier in Ohnmacht.

Da ich weiß, dass einige TexterInnen hier lesen und dass andere Leser Veröffentlichungsambitionen haben, mal eine Warnung: Verkaufen Sie ja nie für ein Butterbrot alle möglichen Rechte! Lassen Sie sich dafür anständig bezahlen oder sagen Sie Nein!

Empfehlenswert: verschiedene Durchgänge beim Überarbeiten

Eine gute Sache – gerade, wenn Sie noch nicht so wahnsinnig viel Schreibroutine haben – ist es, beim Überarbeiten verschiedene Durchgänge zu machen.

Also nicht versuchen, gleich auf Anhieb alles zu finden, was sich verbessern lässt oder was falsch ist, sondern in jedem Durchgang immer nur eine Sache im Blick haben:

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Flexibilität und Einfallsreichtum

Gute Texte sind immer facettenreich: sie gehen über “das Übliche” hinaus, sie bringen verschiedene Sichtweisen ein und sie sind abwechslungsreich formuliert. Damit das überhaupt gelingen kann, sind zwei wichtige Fähigkeiten als AutorIn, “mit dem Gehirn” hin- und herspringen zu können und differenziert hinzusehen.

Das können Sie in Ihrem Alltag wunderbar zwischendurch trainieren.

Denn wer im Alltag genau hinschaut, bereichert seine Texte. Dann geht es weg vom üblichen Einerlei hin zu wichtigen oder überraschenden Details. Ihre Leser haben mehr Freude, Ihre Texte werden nutzbringender und Ihre eigene Schreibfreude steigt.

Eine gute Übung dafür ist es, ganz banale Situationen mit verschiedenen Augen zu sehen … und sie ernsthaft weiterzuspinnen:

Sie stehen in einer Warteschlange?
Legen Sie den Leuten, die mit Ihnen warten, gedanklich Wörter in den Mund. Betrachten Sie den Blick, die Körperhaltung: Denkt der erste “So ein Scheiß! Immer diese Beamten!”, der zweite “Nachher mach ich Schweinebraten!”, der dritte: “Lalalalalaaaaaaaaaaaaaaaaa”?

Der Kellner im Restaurant schaut so mies?
Warum ist das wohl so? Hat er vorhin die Kündigung bekommen? Hat ihm sein Zahnarzt den Kiefer verdrahtet, darum bekommt er den Mund kaum auf? Hat er im Lotto gewonnen, aber sein Los verloren? Oder ist er in Wirklichkeit Schauspielstudent und testet gerade seine Reaktion auf Sie? Und was ist mit den anderen Gästen? Könnte es sein, dass die dieses miese Gesicht gut finden, weil sie sich diebisch freuen, dass es dem anderen noch schlechter geht? Weil sie allergisch gegen glückliche Leute sind?

Sie verlesen sich?
Das kennen Sie auch: Man läuft an einem Firmenschild vorbei und verliest sich oder Sie blättern in einer Zeitschrift und lesen völlig Unsinn.

  • Wie? Da bietet jemand Schaftherapie an? Interessant! Was Schafe wohl so traumatisieren kann, dass sie in Therapie müssen? Ist die Wollproduktion zurückgegangen? Hat das Schaf Angst vor dem psychotischen Hirtenhund? Fühlt es sich zu gewöhnlich im Meer der anderen Schafe? …
  • 11 schwachsinnige (statt scharfsinnige) Tipps, sein Gegenüber einzuschätzen? Das verspricht spannend zu werden … welche schwachsinnigen Tipps gibt es dazu? An den Haaren reißen und schauen, ob der andere ausgeglichen bleibt? Die Augen zusammenzwicken und zwei Stunden fokussiert anstarren? …

Diese Übungen sind lustig. Sie vertreiben die Zeit und heben die Stimmung enorm. Aber sie schulen eben auch den differenzierten Blick und Ihren Einfallsreichtum – und zwar ohne Ihre Ideen sofort abzutun oder zu bewerten.

Das alles tut Ihrem Schreiben, ganz egal welcher Art von Texten, gut. Ihr Gehirn wird beweglicher, sie verlassen ausgetretene Pfade und Sie erlauben sich, Themen auf den Kopf zu stellen.

Starthilfe: Der angefangene Satz

Ein simpler, aber sehr kraftvoller „Trick“ für das Anfangen ist es, einfach einen angefangenen Satz zu vervollständigen. Dadurch kommen Sie sofort mitten in Ihr Thema.

Nehmen wir an, Sie wollen einen Text zu Zeitmangement schreiben. Dann könnte so ein Anfangssatz lauten:

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