Was haben Sie denn da jetzt wirklich gesagt?
Eine typische Fehlerkette: Man möchte etwas schreiben, macht sich nicht genug Gedanken über die Inhalte, sondern fängt sofort mit dem Formulieren an. Am Schluss hat man einen Text, der nach was aussieht und feilt und feilt … und verpasst dabei, dass man gar nicht wirklich etwas gesagt hat.
Das klingt verrückt, oder? Und doch ist es das, was ich bei vielen Texten, die mir meine Kunden zum Lesen geben, bemängle. Besonders oft passiert das bei Texten, die verkaufen soll, zum Beispiel Seminarausschreibungen.
Das Ideal ist natürlich, dass Sie das vorher merken und eben nicht sofort an die Reinschrift gehen, sondern erst einmal Konzipieren.
Auch dann kann es Ihnen aber noch passieren, dass Sie einen Text schreiben, der aus Lesersicht nicht genug klare Inhalte – und Argumente – bietet. Darum ist es gut, beim Überarbeiten den umgekehrten Weg zu gehen. Nehmen Sie sich Ihre Endversion vor und schreiben Sie in Stichpunkten auf:
- Was sind die Grundaussagen dieses Textes?
- Welche Informationen und Argumente gebe ich?
Manchmal hilft es auch, sich mit einem Textmarker farbig anzustreichen, was Hinführung zum Thema, was Beispiele, was konkrete Tipps, was gute Argumente sind. Auf diese Weise sehen Sie nämlich auch gleich, ob etwas viel zu kurz kommt.
Der Clou dabei ist, dass Sie wirklich nur das bewerten, was auf dem Papier (bzw. dem Bildschirm) steht, während wir beim Schreiben alles nutzen, was in unserem Kopf ist. Doch genau das ist die Crux für die Leser: Die können nicht darauf zurückgreifen, was alles in unserem Kopf ist! Darum ist für unsere Leser so mancher Text nicht gut genug.
