Dass es gut ist, sich Ideen gleich aufzuschreiben, ist bekannt. Der Rat, immer etwas zu schreiben mitzunehmen, auch.
Tatsache ist ja: selbst die allerspannendsten Vorkommnisse geraten in Vergessenheit, auch wenn wir noch so sicher sind, dass wir uns das auf jeden Fall merken.
Aber das Sammeln von Ideen ist ja noch viel lustiger, als es auf den ersten Blick aussieht.
Ich sammle zum Beispiel
- Situationen oder Beobachtungen, von denen ich glaube, dass sie als Thema oder Beispiel für einen Text irgendwann relevant sein könnten,
- Zitate oder Formulierungen, die mir gut gefallen, wie das oben abgebildete “Nicht jeder Gedanke ist ein Langstreckenläufer”, von dem ich blöderweise nicht dazugeschrieben habe, wo ich das gelesen habe und von wem es ist,
- Dinge, die mir andere erzählen (wie z. B. die “lange Nacht der Bäcker”).
Wenn ich dann einen neuen Artikel schreiben möchte und gerade kein Thema habe, greife ich in meine kleine Kiste und hole eine Handvoll Notizen raus.
Wie Sie hier sehen, hat das Aufschreiben aber auch so seine Tücken:
Hier habe ich das zum Glück gemacht: in einer Coffee Fellows-Filiale habe ich vor zwei Jahren gesehen, dass man dort eine Karaffe mit Leitungswasser und Gläsern für die Besucher aufgestellt hat. Ein schöner Service, der zusätzlich das Personal entlastet. Soetwas soll natürlich idealerweise mit Quelle genannt werden, so dass die Lorbeeren auch an Coffee Fellows gehen, wenn ich den Text schreibe.
Schreiben Sie also immer ein paar Details dazu. Das hilft dann auch dabei, sich zu erinnern, was genau da los war.
Okay, das sieht recht abenteuerlich aus und ich habe Glück, dass ich noch genau weiß, worum es dabei geht. Aber ehrlich: das ist schon hart an der Grenze!
Bestimmt geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie mit einer Notiz so gar nichts mehr anfangen können, oder?
Hier geht’s mir aber um die kleinen Skizzen: Auf der Rolltreppe zur U-Bahn habe ich nämlich die verschiedenen Plakate, die dort aufgehängt sind, betrachtet und nur wenige der Plakate sind mir wirklich sofort ins Auge gestochen, und zwar alle, die mit Illustrationen gearbeitet haben, zum Beispiel ein großes Ohr beim Ohrenarzt oder eine Wirbelsäule für Rückengymnastik. Und damit ich mir das merke, habe ich das auf meinem Notizzettel angedeutet.
“Sauklaue” sozusagen. Besonders schwierig, wenn man wirklich im Vorbeigehen etwas kurz hinkritzelt. Das hier heißt nämlich zum Beispiele “lange Nacht Bäcker” – und LESEN kann ich das nicht, ich weiß es nur.
Viele Notizen ereilt das Ich-habe-keinen-Schimmer-was-da-steht-Schicksal. Und das ist schade, denn ich fürchte, dass einige brillante Ideen in den Papierkorb gewandert sind, weil ich sie schlichtweg nicht mehr entziffern konnte.
Haben Sie ähnliche Erfahrungen mit Ihren Notizen?






