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Buchtipp: Gewissensfragen

Momentan lese ich „Gewissensfragen. Streitfälle der Alltagsmoral.“ Vielleicht kennen Sie die gleichnamige Kolumne von Rainer Erlinger aus dem SZ Magazin. Leser schicken Fragen ein, zum Beispiel, ob man die Toilettenartikel im Hotel einfach mitnehmen darf, weil man sie mitbezahlt, ob man Müll, der einem in den Radlkorb geworfen wurde, „weiter“ auf die Straße werfen darf oder ob es bedenklich ist, einen sehr alten, geerbten Pelz zu tragen, obwohl man gegen Pelze ist.

Ich empfehle Ihnen das Buch hier aber aus Schreib-Gesichtspunkten: Herr Erlinger hat nämlich für die Antworten nur sehr, sehr wenig Platz zur Verfügung. Und den nutzt er nicht nur inhaltlich sehr dicht, sondern schafft es auch, seine Kolumnen immer sehr unterschiedlich und unterhaltsam zu formulieren. Das erkennt man in dieser gesammelten Variante umso besser.

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2 Kommentare

  1. Hallo Gitte,

    freut mich, dass Sie den gebürtigen Deggendorfer entdeckt haben :-)

    Das mit dem Platz habe ich so gelöst: Für meine Beiträge auf meiner Website habe ich mir selber eine “Mengenobergrenze” auferlegt. So ein Beitrag darf maximal eine DIN-A-4-Seite lang sein. Das war anfangs eine ziemliche Herausforderung. Aber je öfter ich das durchziehe, umso leichter fällt es mir. Manchmal entstehen dadurch zwei eigenständige Beiträge, manchmal wird “einfach” nur radikal weggestrichen.

    Liebe Grüße!

    Sonja

  2. Gitte Härter sagt:

    Hallo Sonja,

    Herrn Erlinger kenne ich schon seit einige Jahre – eben über die Kolumne, aber noch besser: Ich habe ihn vor einigen Jahren auch mal live auf der Bühne erlebt (zusammen mit dem ebenso brillanten Christian Ude): das Publikum konnte vorher seine Gewissensfragen einreichen und Herr Erlinger hat sie dann spontan beantwortet. Ein sehr wortgewandter, kluger und unterhaltsamer Mann.

    Sich von Haus aus eine Mengenobergrenze für die Webtexte zu geben, ist eine gute Idee! Und es ist wirklich eine Herausforderung. Ich kenne das nur zu gut selbst. – Doch wie Sie sagen: Alles eine Frage der Übung! Und es tut wirklich gut, sich zu begrenzen, entweder von Haus aus, wie Sie es machen. Oder eben, indem man sich immer zum Ziel setzt, den ersten Entwurf um einige Hundert Zeichen zu straffen (was ja nicht immer gleichbedeutend mit Kürzen ist).

    Das tut wirklich jedem Text gut!

    Viele Grüße
    Gitte

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