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Entstehung eines Artikels (2)

Am Freitag habe ich Ihnen gezeigt, wie ich vorgehe, wenn ich eine Idee für einen Artikel habe. Hier ist nun der fertige Artikel: Was Seilspringen mit der Selbstständigkeit zu tun hat

Sie sehen, dass ich fast bei meinen ursprünglichen Zwischenüberschriften geblieben bin. Da der Artikel schon etwas lang war, habe ich mich etwas eingeschränkt.

Besonders wichtig ist aber, dass Sie sehen, dass ich zwar meine Analogie des Seilspringens durch den Artikel ziehe – jedoch dann immer selbst dazu sage, was das für den Leser jetzt bedeutet.

Oft sind einem Beispiele und Analogien selbst so deutlich, dass man denkt, die Leser können von selbst abstrahieren – und viele tun das auch! Aber manchen gelingt das weniger gut. Dazu kommt auch, dass Beispiele von Haus aus einen bestimmten Pfad im Kopf des Lesers “aufmachen”. Wenn ich vom Seilspringen rede, geht der Pfad “Sport” oder “Kindheit” auf und damit habe ich meine Leser automatisch auf eine bestimmte Gedankenspur gebracht. Die muss ich jetzt aber wieder soweit zurückholen, damit mein eigentlicher Punkt – hier: die Selbstständigkeit – klar im Mittelpunkt bleibt.

Eine gute Hilfe für Sie als AutorIn ist es, wenn Sie sich bei Beispielen immer fragen “Was heißt das jetzt für Sie?”. Sie können das sogar – in Maßen – in Ihren Text einbauen: “BlablaBeispiel …

… das heißt für Sie …

… für Ihren Alltag bedeutet das …

… übertragen auf den Beruf geht es also darum …

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4 Kommentare

  1. Norbert aus Hamburg sagt:

    Hallo, Gitte!

    Bei Seilspringen war meine erste Assoziations-”Tür”, die sich dabei öffnete: “Konzentriere dich auf das, was du gerade an Neuem machst, sonst verhedderst (verzettelst) du dich nur.”

    Anmerkung: Meine Frau hat letzten Monat gerade ein Springseil “angeschleppt” und mich motiviert, es ihr gleich zu tun und mit dem Seil ergänzend zu anderen sportlichen Übungen zu trainieren… Die Einleitung Deines Artikels kommt mir sehr bekannt vor… ;-) ))

  2. Angela Gaida sagt:

    Nicht immer macht ein Stichwort bei den Zuhörern oder Lesern die gleiche Assoziations-Tür auf wie beim Verfasser.
    Vor kurzem benutzte ich den Begriff “Hausaufgaben”. Es ging nicht um echte Hausaufgaben aus der Schule, sondern einfach nur um Dinge, die man zwischen zwei Coachingsitzungen alleine tun kann, Sachen, die man üben kann. Ich musste feststellen, dass bei einigen der Leute, denen ich das erzählt hatte, der Begriff mit derart schlechten Erinnerungen an die Schulzeit verknüpft war, dass sie bei dem Begriff fast schon “zu machten” – die Übungen waren sofort negativ besetzt.

    Trotzdem finde ich solche Bilder und Vergleiche klasse, ich kann gar nicht verhindern, dass sie mir einfallen :)
    Aber seit dem Hausaufgaben-Erlebnis bin ich aufmerksamer dafür, dass ein Bild nicht für jeden das gleiche bedeuten muss.

  3. Gitte Härter sagt:

    Hallo Angela, hallo Norbert,

    ja genau: diese Interpretation, die unsere Leser immer total unterschiedlich haben, ist die Herausforderung. Wenn man sich dessen prinzipiell bewusst ist, kann man es von vornherein abfangen – indem man sich für andere Wörter entscheidet oder indem man vorausschauend Bedenken oder Fragen äußert.

    Eine gute Möglichkeit ist es, dass man vorher ein kleines Brainstorming macht und überlegt: Was könnte einem zu diesem Beispiel/Bild/Wort alles einfallen? Auf diese Weise kommt man aus der eigenen Gedankenspur raus.

    Manchmal weiß man auch schon, dass bestimmte Dinge negativ besetzt sind: ob das nun die genannten “Hausaufgaben” sind oder Begriffe wie “stolz”, “nett” o. Ä.

    Wie Angela schon sagt: Einfach aufmerksamer sein … und immer wieder mal staunen, wie etwas noch interpretiert werden könnte (und welche Folgen das hat).

    Auf keinen Fall aber versuchen, es jedem Recht zu machen oder plötzlich nur noch neutral und “teflonmäßig” zu schreiben – denn das schadet Texten sehr viel mehr.

    Viele Grüße
    Gitte

  4. Angela Gaida sagt:

    “Auf keinen Fall aber versuchen, es jedem Recht zu machen oder plötzlich nur noch neutral und “teflonmäßig” zu schreiben – denn das schadet Texten sehr viel mehr.”

    –> Das unterschreibe ich 100%ig :-)

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