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Mitteilungsdrang?

In einem Blogbeitrag vom Februar ging es darum, dass das Schreiben erst dann so richtig fließt, wenn Sie etwas zu sagen haben. Gehen wir doch nochmal eine Ebene höher: Wie sieht es mit Ihrem Mitteilungsdrang aus?

Schreiben kann eine reine Aufgabe sein. Man kann schreiben, ohne sich dafür riesig zu begeistern – und es muss nicht mal eine Quälerei sein. Sie kennen das von anderen Tätigkeiten. Denken Sie an Ihren Haushalt: Vielleicht bügeln Sie nicht sonderlich gerne, aber Sie bügeln gut und es macht Ihnen auch nichts weiter aus.

Oder Joggen. Ich bin einige Jahre gelaufen und war dadurch fit genug, eine ganze Stunde durchzuhalten. Aber so wirklich gefallen hat es mir nie, ich hatte auch keinen Spaß oder Drang oder irgendwelche Hochgefühle.

Andere Leute aber schon. Ich kenne Menschen, die liebendgerne bügeln, und viele Leute springen voller Begeisterung in ihre Laufschuhe und sind voll in ihrem Element.

Mit dem Schreiben ist es ganz genauso. Nur kommt mit dem Mitteilungsdrang ein weiteres wichtiges Element hinzu.

Das geht über das „Etwas zu sagen haben“ hinaus: Möchten Sie (unbedingt) etwas sagen? Wollen Sie Inhalte, Erfahrungen, Meinungen raus in die Welt schicken?

Mitteilungsdrang kann sich auf ganz verschiedene Weise äußern:

  • Für Sie sind Texte eine wichtige (oder sympathischere) Ausdrucksform, das heißt Sie können sich schriftlich einfach besser ausdrücken.
  • Es ist Ihnen ein wichtiges Anliegen, Wissen weiterzugeben.
  • Sie möchten gerne anderen Menschen mit Ihren Texten nützen.
  • Sie wollen zum Nachdenken anregen, bestimmte Bereiche, das Miteinander, das Berufsleben oder die Welt verbessern.
  • Es gibt ein Thema, das Ihnen selbst so wahnsinnig geholfen hat, dass Sie das (mit)teilen möchten.
  • Sie finden landläufige Meinungen falsch oder zu undifferenziert und möchten einen Gegenpol setzen.
  • Es gibt zu einem Thema noch nichts oder viel zu wenig, und Sie möchten diese Situation ändern.
  • Sie halten Ihre Ansichten oder Ideen für wichtig/lustig/tiefgründig (oder oder oder) und möchten viele andere davon profitieren lassen.
  • Es ist Ihnen wichtig, als AutorIn aufzutreten, also als Mensch hinter den Texten, in Erscheinung zu treten.

Was auch immer dahintersteckt: In dem Moment, wo Sie nicht nur eine Aufgabe erledigen, sondern eine Art Mitteilungsdrang dahintersteckt, haben Sie mit dem Schreiben natürlich enorm Rückenwind. Es schreibt sich leichter, weil Sie diese Ausdrucksform bevorzugen, vor allen Dingen aber, weil Sie schreiben wollen.

  • Sie haben leichteren Zugang zu Ideen.
  • Sie haben mehr Lust am gesamten Schreibvorgang (und damit auch an Aufgaben wie dem Überarbeiten).
  • Sie haben vielleicht hin und wieder Anfangsschwierigkeiten oder bleiben hängen, aber Sie müssen sich nicht zum Schreiben zwingen.
  • Man liest es Texten an, ob der Autor beteiligt und engagiert ist … und das ist vorteilhaft, außer es kippt und man missioniert.

Doch trotz Mitteilungsdrang kommt man nicht immer weiter. Da kommen dann wieder die Tipps aus dem „Etwas zu sagen haben“-Text ins Spiel.

Wie ist das bei Ihnen: Haben Sie so einen Mitteilungsdrang?
Wie sieht “der” genau aus?

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