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Reden können Sie gut, aber schreiben …?!

Es gibt ja die einen, die sich total wohlfühlen mit dem Schreiben und beim Formulieren so richtig in ihrem Element sind. Und es gibt die anderen, die einfach stärker mündlich sind.

Je stärker man im Gespräch oder Vortrag ist, desto frustrierender ist es, dass das, was man sagen möchte, einfach nicht richtig aufs Papier – oder den Bildschirm – will. Entweder es ist eine elende Quälerei und nichts geht voran oder man starrt auf das, was man geschrieben hat, und alles klingt falsch und entspricht einem so gar nicht.

Zunächst die gute Nachricht: Wer gut sprechen kann, kann (prinzipiell) auch gut schreiben.

Vielleicht haben Sie bisher noch nicht so die Übung. Vielleicht ist das Schreiben auch sehr negativ besetzt und darum macht es Ihnen noch nicht Spaß. Doch wenn Sie sich gut ausdrücken können, haben Sie alle Voraussetzungen, die ein guter Text braucht:

:arrow: Sie können strukturiert erzählen  (und springen nicht wirr hin und her).
:arrow: Sie kommen an Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen heran.
:arrow: Sie können Worte und Formulierungen gezielt einsetzen.
:arrow: Sie können das, was Sie vermitteln wollen, auf Ihre Zielgruppe anpassen.
:arrow: Sie sprechen flüssig (und nicht stockend, es „versiegt“ auch nicht so schnell).

Das sind fünf wichtige Faktoren, die auf jeden Fall gelten, wenn jemand sagt: „Mündlich bin ich stark!“

Ich hatte in anderen Blogbeiträgen schon mal erwähnt, dass es für Leute, die gut im Reden sind, eine gute Variante ist, ihre Texte einfach mal zu sprechen: zum Beispiel in ein Aufnahmegerät – ich habe zwei Kundinnen, die beim Spazierengehen mehr oder weniger ihre Texte für ihre Webtexte aufgenommen haben. Eine andere Variante ist das Ausprobieren von Spracherkennungssoftware.

Ein noch viel direkterer Weg ist es jedoch, wenn Sie sich einfach Ihre Texte vorsagen und sie direkt „in die Finger fließen lassen“. Ich spreche beim Schreiben oft laut vor und schreibe mit: beim Antworten von E-Mails, beim Formulieren einer Nachricht in einem Online-Workshop oder auch, wenn ich einen Artikel schreibe. Das mache ich ganz automatisch – und auch wenn ich mich beim Schreiben wohl fühle, tut es den Texten gut, weil sie besonders locker sind und ich buchstäblich mit meinen Lesern plaudere.

Außerdem schützen Sie sich – und Ihre Texte – vom schlimmen Korrektheitsschreibfilter: das ist der Filter, der Ihre ganz natürliche Sprache zu einem schriftlichen Gestelztheitsbrei werden lässt. :mrgreen:

Probieren Sie es aus!

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5 Kommentare

  1. E. Mardorf sagt:

    Schöne Tipps sind das, liebe Gitte! (Auch in den anderen Newslettern, Kompliment!) Ich habe übrigens gute Erfahrungen mit der Spracherkennungssoftware Dragon Naturally Speaking gemacht (siehe unter “Schreibtipps” bei meiner Website). Für Leute, die nicht perfekt mit 10 Fingern schreiben, besonders geeignet …
    Liebe Grüße, E.

  2. Norbert aus Hamburg sagt:

    “Gestelztheitsbrei” – Schönes Wort, Gitte.

    :-)

  3. Gitte Härter sagt:

    … herzlichen Dank Norbert und Elisabeth – und dankeschön für die Ergänzung mit Dragon Naturally Speaking plus Hinweis auf Ihren Erfahrungsbericht. Ich habe von diesem Programm auch schon viel gehört und durfte es vor kurzem auch bei einer Kundin “live” erleben. Das hat mich echt beeindruckt, wie gut die Spracherkennung mittlerweile geworden ist.

    Ich werde mir demnächst das Programm auch mal zulegen. Zum einen, weil ich ausprobieren möchte, wie sich meine Texte verändern, wenn ich sie nicht nur “in die Finger diktiere”, sondern nur spreche. Da bin ich überzeugt, dass es auch einen Stilunterschied gibt, der die Schreibfähigkeiten noch mehr erweitert – plus: das Sprechen verbessert! :-) Zum anderen aber auch, weil man dann als Schreibarbeiter nicht immer Alpträume von gebrochenen Handgelenken haben muss …

  4. Sabine sagt:

    An anderer Stelle hatte ich es, glaube ich, schon kurz geschrieben: Ab Vista hat Windows ein Spracherkennungsprogramm integriert (versteckt unter Zubehör/Erleichterte Bedienung). Im Internet habe ich gelesen, dass es in der Version von Windows 7 durchaus als konkurrenzfähig zu Dragon Naturally Speaking gesehen wird. Wer also ohnehin mit Windows 7 arbeitet und eine Spracherkennung einfach mal ausprobieren will, kann das auf diese Weise auch kostenlos tun.

    Für mich war’s übrigens nix – merkwürdigerweise wurden die diktierten Texte viel steifer und unnatürlicher als die, die ich einfach stumm in die Tastatur tippe. Aber ich bin gespannt auf weitere Erfahrungsberichte!

    Herzliche Grüße, Sabine

  5. Gitte Härter sagt:

    Hallo Sabine,

    dankeschön, dass Du das nochmal erwähnst (ja, wir hatten im Februar in anderem Kontext mal drüber gesprochen). Das ist wirklich ein sehr guter Tipp von der Sorte “wenn man’s nicht gehört hat, kommt man vermutlich gar nicht drauf, dass man sowas schon hat”.

    Tatsächlich: War’s für Dich gar nichts. Ich muss das noch ausprobieren. Momentan teste ich wieder rum, mal einen Podcast zu machen, was ja so ähnlich ist. Und ich stelle fest, dass es momentan erstmal ungewohnt ist und weit weniger strukturiert als beim Schreiben. Und dass ich viel leichter spontan über etwas schreiben kann als ein Thema zu finden, wo ich Lust habe, etwas zu zu sagen. Haha. Merkwürdig!

    Viele Grüße
    Gitte

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