Wissen Sie, wie ich zum Veröffentlichen gekommen bin?
Vor zehn Jahren gab es noch CompuServe: einen damals populären Internetanbieter, der unter anderem ganz wunderbare Foren hatte (ich vermisse sie heute noch). Ich wollte damals für unser ganz frisches Unternehmen so ein Forum für Business & Karriere übernehmen.
Ich sitze also mit dem zuständigen CompuServe-Mitarbeiter beim Italiener und erzähle ihm meine Ideen. Findet er toll, stimmt er zu … aber da gäbe es noch eine Sache: Es ist für alle Forenbetreiber ein Muss, für die CompuServe-Website Content zu liefern, das heißt jede Woche einen brandneuen Artikel zu liefern. Ob das geht?
Gesagt habe ich: „Klar! Das ist überhaupt kein Problem!“
Gedacht habe ich: „Uhoh … ich habe noch nie im Leben einen Artikel geschrieben, geschweige denn jede Woche … und dann auch noch gleich veröffentlichen?“
Und natürlich war das Schreiben kein Problem. Sie wissen ja: wenn Sie über etwas reden können, können Sie darüber auch schreiben.
Ich bin sicher, dass ich niemals so viel und so schnell veröffentlicht hätte, wenn ich damals nicht „Klar! Kein Problem!“ gesagt, sondern dem „Uhoh“ die Oberhand gelassen hätte.
Ein weiterer Vorteil war die sofortige Verpflichtung auf einen wöchentlichen Text. Denn dadurch kam automatisch das zustande, was ich Ihnen schon einige Male empfohlen habe: Kontinuität und damit verbunden automatisch das üben, üben, üben. Da die Artikel auch direkt veröffentlicht wurden, musste ich auch immer (nach bestem Wissen und Gewissen) überarbeiten.
Das fiel nicht immer leicht zu Anfang. Aber es hat sich gelohnt.
Waren diese allerersten Texte immer gut? Überhaupt nicht – auch wenn ich das damals natürlich schon fand, sonst hätte ich sie nicht veröffentlichen lassen. Wenn ich heute Texte oder auch Bücher aus meinen ersten Schreibjahren lese, schwanke ich oft zwischen hysterischem Lachen und rot anlaufen. Und gleichzeitig waren sie natürlich nicht so schlimm, wie ich sie heute betrachte.
Wenn Sie gerne veröffentlichen möchten, dann trauen Sie sich raus! Springen Sie ins kalte Wasser. Wenn Sie unsicher mit Texten sind, dann lassen Sie jemanden gegenlesen oder besuchen Sie einen Schreibkurs (vielleicht bei mir?
).
Lassen Sie die Welt an Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen teilhaben!
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* oops, jetzt fällt mir gerade wieder ein, dass ich längst über das Thema “Testleser” schreiben wollte




“Testleser”? So etwas gibt’s? Professionell? Sind nicht schon LektorInnen “Testleser”?
??
… mit Testleser (mein Wort) ist hier generell das Gegenlesen gemeint, also auch von Bekannten oder Fachkollegen (oder auch von Profis). Aber dazu schreibe ich, wie gesagt, noch was. Das ist ein komplexeres Thema.
Viele Grüße
und danke für den Toast!
Gitte
Hallo, Gitte!
Danke für Deine schnelle Antwort.
Ich weiß, Du schreibst noch darüber – und bin auch schon sehr auf diesen Artikel gespannt. Aber: Bei “Testleser” hatte ich gerade eine Assoziation, die ich in meinem Kopf schnell bereinigt habe wollte: “Test-Leser” ähnlich “Test-Esser”, “Test-Käufer”, “Test-Fahrer”, “Test-Teste-Tester”.
Jetzt weiß ich’s also: “Test-Leser” ungleich “Lektor” aber gleich “Gegenleser”.
Vielen Dank.
Herzliche Grüße
Norbert