Klingt ganz schön vollmundig, gell? Geht aber. Probieren Sie es selbst aus!
Die meisten von uns schreiben täglich mehrere E-Mails oder Briefe. Das ist die Gelegenheit, sich zu verbessern – und nebenbei ganz gezielt die eigenen Schreibfähigkeiten zu erweitern.
Ich schlage Ihnen ein kleines Experiment vor. Wichtig ist, dass Sie meine Vorgaben genau einhalten. Diese Vorgaben sind:
- Unten steht für jeden Tag der folgenden Woche eine Aufgabe.
- Die Aufgaben werden aufgestockt: jeden Tag kommt eine weitere dazu, die zusätzlich zu den vorhergehenden ausgeführt wird. Genau wie bei dem Kinderspiel “Ich packe in meinen Koffer” wiederholen Sie also immer auch die Aufgaben, die schon dran waren und nehmen die aktuelle hinzu.
- Denken Sie in Kleinigkeiten! Es geht nicht darum, Ihre gesamte Korrespondenz zu ändern, sondern klitzekleine Veränderungen vorzunehmen, die der Aufgabe entsprechen.
Drucken Sie sich den Newsletter am besten aus, schneiden Sie die Aufgaben aus und hängen Sie sie sich vor die Nase.
Und hier Ihre Aufgaben. Fangen Sie gleich heute damit an!
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Ich habe gerade mit dem Buch Manuscript Makeover: Revision Techniques No Fiction Writer Can Afford to Ignore angefangen, und da steht auf den ersten Seiten diese gute Übung zum Überarbeiten – die auch für Businesstexte nützlich ist:
Den Text einem anderen zum Lesen geben. Aber: Mit dabei sein, wenn er oder sie ihn zum ersten Mal laut vorliest. Und dann darauf achten, wie/was der andere betont, wo er strauchelt, wie er schaut …
Sie können anschließend auch gleich nachfragen, was Ihr Testleser verstanden hat oder sich Passagen wiedergeben lassen.
Wichtig: Widerstehen Sie dem Drang, Ihren eigenen Text zu erklären oder direkt auf Feedback zu antworten. Klappe halten, Feedback aufsaugen! 
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Haben Sie Lust, diesen kleinen Fragebogen rund um Wörter auszufüllen?
1. Welches Wort hat einen besonders schönen Klang?
2. Gibt es ein Wort, das Sie eklig/abstoßend finden?
3. Gibt es ein Wort/einen Spruch (oder die Abwandlung eines Wortes), bei dem Sie die Augen rollen?
4. Was ist Ihr Lieblingswort, das ein Gefühl beschreibt?
5. Fällt Ihnen ein Wort oder ein Spruch aus Ihrer Kindheit ein, das/den Sie schon laaange nicht mehr verwendet haben?
6. Welches altmodische, vom Aussterben bedrohte Wort finden Sie super?
7. Was sagen/schreiben Sie überdurchschnittlich oft?
Meine Kunden machen ganz schön was mit.
Das Gute ist: sie halten das auch aus. Ich bin nämlich ein Freund direkter Worte und meiner Überzeugung nach kann man seine Texte dann besser machen, wenn man weiß, woran genau es bisher hakt.
Da man meistens weiß, was einem an seinem Text nicht gefällt – oder zumindest so ein Gefühl hat – kommen Sie also sehr viel weiter, wenn Sie es ganz ungeschminkt beim Namen nennen:
- Der Anfang ist noch zu lahmarschig
- Es ist mir zu unlustig.
- Es ist viel zu schwammig.
- Man kann gar nicht richtig folgen.
- Ich glaube, ich bin wieder mal zu detailverliebt.
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Stellen Sie sich vor, es gibt ein Kaufhaus für Schreibstile. Ich betrete das Kaufhaus und sehe mir die Orientierungstafel bei der Rolltreppe an:
Wo finde ich Ihren Schreibstil?
In welches Stockwerk muss ich fahren, welche verschiedenen Abteilungen muss ich besuchen, um Ihren Schreibstil zu finden?
Eine lustige Vorstellung – natürlich mit Hintergedanken. Ich will Sie dazu anregen, sich Ihren Schreibstil einmal genau anzusehen und ihm einen Namen zu geben.
Gute Texte sind meiner Meinung nach ganz eng damit verknüpft, dass sie IHREN eigenen Stempel bekommen.
Wenn Sie für Kunden schreiben, dann ist es nicht immer Ihr eigener, sondern der Stempel Ihrer Kunden. Doch auch dann haben Sie Ihren ureigenen Stil – oder sollten ihn haben -, der wiederum beeinflusst, wie Sie selbst auftreten und an Texte Ihrer Kunden herangehen.
Und damit Ihre Texte ein eigenes Profil zeigen und nicht nur Worte aneinanderreihen, ist ein eigener Stil wichtig.
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Zur Zeit schreibe ich ja an einem neuen Buch: ein 222-Tipp-Buch – Thema ist noch geheim. Bei diesem Buch gibt es die Besonderheit, dass ich mit einer festen Layout-Vorlage schreibe.
Dazu muss ich erklären: Normalerweise bekommen Sie bei einem Buch einen Umfang vor – anhand der Seitenzahl wird die maximale Zeichenzahl inklusive Leerzeichen vorgegeben. Und dann schreiben Sie Ihr Buch fröhlich vor sich hin und behalten einfach den Umfang im Auge.
Manchmal ist es aber so, dass Verlage gleich eine Formatvorlage mitgeben. In meiner Bücherschreibkarriere ist das bisher nur dreimal passiert. Es ist eher selten.
Der Vorteil einer solchen Formatvorlage ist, dass man schon beim Schreiben ganz genau sieht, wie viel Platz man hat, ob eine Seite noch gefüllt oder etwas gekürzt werden sollte, damit die Umbrüche sauber sind, ob Kapitel auf der richtigen Seite enden (sofern das Layout das erfordert). Es ist ganz schön, weil das Manuskript schon fast „echt“ aussieht. Und es ist sinnvoll, weil im Lektorat und beim Setzen weniger Arbeit entsteht.
Ich merke allerdings einmal mehr, wie unterschiedlich sich das Schreiben anfühlt … und wie sich auch das Denken verändert, wenn die Rahmenbedingungen strenger sind.
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Über das Buch Die Samaritermaske: Authentische Kriminalfälle bin ich auf die Website Polizei-Poeten aufmerksam geworden:
Veröffentlichungen von Polizeibeamten/-innen und Beschäftigten in der Polizei: Die Polizei-Poeten gewähren einen Einblick hinter die “grüne Haut” des einzelnen Polizisten und erlauben einen unverstellten Blick aufs Leben, wie es sich in all seinen Facetten offenbart.
Das ist ja mal ein erstaunlicher Rat, oder? Wo es Ihnen doch wahrscheinlich gar nicht erst in den Sinn gekommen ist, vorsätzlich in Texten zu lügen.
Dennoch kommt es häufig vor. Dass gelogen wird oder dass beim Leser zumindest der Eindruck entsteht, dass er angelogen wird. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was Ihnen passieren kann. Denn damit verlieren Sie Glaubwürdigkeit und Vertrauen.
Lügen in Texten geschieht meistens, um einen Kunstgriff zu versuchen. Ein Klassiker, der mir ganz häufig begegnet, ist es, einen Inhalt als echt abgelaufenes Gespräch zu verkaufen. Sozusagen “mitbelauscht”, unmittelbar dabei. Problematisch wird das dann, wenn Sie als AutorIn das Gespräch 1:1 wiedergeben, aber selbst offensichtlich nicht dabei gewesen sein können. Wenn man als Leser denkt:
“Hä? Woher weiß er das, dass das Gespräch so abgelaufen ist? Welche Rolle hat er selbst dabei gehabt?“
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Letzte Woche ging es im Newsletter um das Wahrnehmen von Facetten:
- Das Bewusstsein, dass alles komplexer ist, als man auf den ersten Blick sieht.
- Gesamtzusammenhänge sehen
- und ganz besonders: an Details interessiert sein
Ich hatte als Beispiel diese Aussage getroffen und zu Fragen und Spekulationen angeregt, was zahlreich in den Kommentaren passiert ist:
“Ich habe mir so einen elektrischen Küchen-Zerkleinerer gekauft. Das war der Kauf des Jahrhunderts, der gerade mein Leben verändert.”
In Ergänzung zu diesem Beitrag hier noch einige Informationen, warum es meiner Meinung nach so wichtig ist, als AutorIn immer wach durch das Leben zu gehen. Alles, wirklich alles, hat solche Facetten.
Viele Autoren neigen beim Schreiben dazu, mit spektakulären Inhalten zu glänzen. Doch was einen Text – oder eine Geschichte – wirklich spannend macht, ist gutes Erzählen.
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