Ich habe gerade mit dem Buch Manuscript Makeover: Revision Techniques No Fiction Writer Can Afford to Ignore angefangen, und da steht auf den ersten Seiten diese gute Übung zum Überarbeiten – die auch für Businesstexte nützlich ist:
Den Text einem anderen zum Lesen geben. Aber: Mit dabei sein, wenn er oder sie ihn zum ersten Mal laut vorliest. Und dann darauf achten, wie/was der andere betont, wo er strauchelt, wie er schaut …
Sie können anschließend auch gleich nachfragen, was Ihr Testleser verstanden hat oder sich Passagen wiedergeben lassen.
Wichtig: Widerstehen Sie dem Drang, Ihren eigenen Text zu erklären oder direkt auf Feedback zu antworten. Klappe halten, Feedback aufsaugen! ![]()
Apropos Testleser: Ich weiß, ich habe schon länger versprochen, darüber zu schreiben – da das Thema aber viel komplexer ist als man denkt, hatte ich noch nicht die Muße, mich da ausführlicher mit zu befassen. Da eine der wichtigen Regeln fürs Schreiben ist: „Schreib, was Du schreiben möchtest, wenn Du wirklich Lust dazu hast!“, komme ich dem natürlich auch selbst nach. Sobald ich Zeit und Lust dazu habe, das Thema ordentlich aufzurollen, schreibe ich darüber.
Sie können ja, wenn Sie möchten, schon mal sagen, wie Sie es halten:
Geben Sie Ihre Texte anderen zum Lesen, holen Sie Feedback ein? Ist das positiv für Sie oder eher negativ oder gar frustrierend?




Testleser ist schon ein schönes Thema, man muss nur erst mal einen finden. Ich habe ja besondere Ansprüche, da ich sehr viele Kommas vergesse, muss mein Testleser mich immer darauf hinweisen. Aber der Tipp ist schon klasse, denn wenn er den Text direkt vor mir das erste mal laut liest, sehe ich ja gleich wo er hängen bleibt, wo also der Lesefluss gestört ist und wo ich somit nachbessern muss.
Testlesen lassen ist super, aber die Variante andere laut vorlesen zu lassen finde ich noch superer. Mache ich gleich heute …
laute Grüße
Hallo,
ich habe das auch mit etlichen Kapiteln aus meinen beiden Büchern gemacht und es ist schon erstaunlich, was man lernt, wenn jemand den Text zum ersten Mal liest oder hört. Am besten macht man es natürlich mit mehreren Testern.
Sehr bewährt sich die Methode auch bei Websites, vor allem wenn man ein neues Design testen will. Auch da ist die Erfahrung, woran “Neulinge” zuerst hinschauen, was sie nicht kapieren, wie sie mit der Navigation zurechtkommen etc. sehr lehrreich.
Hallo zusammen,
danke für die ergänzenden Kommentare und eigenen Erfahrungen.
@Sven: Ja, jemanden zu finden, der vor allen Dingen auch wirklich offen und konkretes Feedback gibt, auch wenn es kritisch ist, ist nicht ganz so einfach. Aber da lässt sich unabhängig von dieser Laut-lese-beobachte-Variante viel machen, um dem Feedbackgeber dabei zu helfen, hilfreiches Feedback zu geben (darum ist das Thema “Testleser” auch komplexer als man so denkt).
@Richard: Haha: “superer” ist ein super Wort.
@Roland Kopp-Wichmann: Schön, Sie hier zu sehen! Interessant, dass Sie das bei Ihren Büchern auch schon gemacht haben. Das ist eine weitere Facette der “Testleser-Komplex-Thematik”: stoppt es den Lesefluss oder nützt es, kann ich damit gut Feintuning machen oder werde ich, gerade bei unterschiedlichen Reaktionen wirr und komme eher vom Weg ab.
Einen schönen Nachmittag zusammen
Gitte
Hallo @ Sven,
interessant. Testleser als Korrektor – dass macht doch eigentlich der Lektor im Verlag oder?
Ansonsten vielleicht ein Tipp:
Klare Gedankenstruktur ´einfliessen lassen (nachvollziehbar für “einfache Zeitungsleser”),
Kurze Sätze (unter dreissig Worte),
viele viele umschreibende Worte wählen wie statt die Blume blüht -> der leicht im Wind wiegende blühende Mohn, lockt leuchtendrot emsig summende Bienen…),
nicht mehr als zwei Nebensätze anhängen(keine Schachtelsätze)…
Da fällt mir ein Gitte, vielleicht sollten die Gesetzestext-Verfasser einmal geschult werden? Ist sicher ein lohnendes Gebiet – bei dieser Vielfalt
) .
Netter Gruss
von Horst R.