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interaktiv: Reimen Sie einen Tipp!

Mit Rap konnte ich nie wirklich was anfangen, bevor ich vor einigen Jahren 8 Mile sah, ein Film, der auf dem Leben des amerikanischen Rapstars Eminem basiert.

Rap, wenn er gut gemacht ist, ist Wortkunst. Im Film sieht man, wie Eminem stundenlang und überall Wörter aufschreibt, um sich fit für so genannte Battles zu machen: zwei Rapper, die mit Live-Musik angeben, den anderen runtermachen – und derjenige muss dann spontan das Publikum mit einem technisch und inhaltlich möglichst cleveren Rap beeindrucken und in der Kürze der Zeit besser sein als der andere (und natürlich inhaltlich kräftig zurück-austeilen). Gar nicht so leicht! Und dass nicht jeder Rapper auch ein Wortkünstler ist, liegt auch auf der Hand. ;-)

Mit dem Reimen ist es genauso. Vor einigen Jahren gab es in der Süddeutschen Zeitung eine kleine Rubrik „Helden der Lyrik“. Dort wurden Gedichte aus Vereinszeitschriften, Glückwunschanzeigen etc. abgedruckt, die ganz, ganz furchtbar waren: das Versmaß hat nicht gestimmt und es wurde mit der Brechstange gereimt.

In meiner Lehre bei einem Rechtsanwalt hingegen habe ich die langen, langen Urteile eines Richters gelesen, die allesamt gereimt waren! Mir ist zwar nach wie vor ein Rätsel, wie sowas erlaubt sein kann. Aber: Der Richter war ein Reim-Meister. Er hat nicht nur wunderbar gedichtet, sondern musste seine inhaltlich korrekte Urteilsbegründung einbringen. Gar nicht so leicht!

Darum ist es ideal, wenn wir im Schreib-Blog auch mal reimen. Das ist sozusagen eine Lockerungsübung für das Wortgefühl.

So geht’s:

  • Reimen Sie einen Tipp!
    Ein Tipp kann ein Leitspruch sein, nach dem Sie leben.
    Es kann eine Erfahrung sein, die Sie weitergeben möchten.
    Oder Sie erklären eine bestimmte Vorgehensweise.
  • Das Thema ist völlig frei.
  • Ebenso natürlich Ihr Gedicht:
    Es kann lustig sein. Es kann ernst sein.
    Es kann kurz oder länger sein.
    Es kann jede gewünschte Reimform sein – aber es sollte sich in unserem Fall hier an irgendwelchen Stellen eben auch reimen.

Denn der Sinn ist, dass Sie das, was Sie ausdrücken möchten, auch anders ausdrücken können. Und das geht am Leichtesten, wenn man das Wort, das man nutzen möchte, nicht „haben kann“, sondern auf ein anderes – oder eine andere Formulierung – ausweichen muss.

Viel Spaß! :mrgreen:

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18 Kommentare

  1. Norbert aus Hamburg sagt:

    Ein erster Versuch…:

    Reimen geht mir gar nicht so leicht
    von der Feder. Denk ich zu seicht?
    Ein Thema in Versen gemalt,
    zeigt des Texters hohe Vielfalt.
    Doch braucht es dazu Zeit und Geduld,
    sonst bleibt der Text den Inhalt Schuld.

  2. Jürgen sagt:

    “Verschieben”, ja, das war mein Sport,
    von jetzt auf gleich, von hier nach dort;
    doch dann fand ich ein Zauberwort,
    und dieses lautet schlicht: “Sofort!”.

  3. Norbert aus Hamburg sagt:

    Wo ich gerade bei Jürgen das Wort “Verschieben” lese…

    Hier mein zweiter Versuch:

    Auf dem Schreibtisch liegen Bücher,
    die gelesen werden wollen,
    davor ein, zwei Taschentücher,
    die die Brille säubern sollen.

    Die Brillengläser sind geputzt,
    die Sicht nun frei und ungestört,
    die Bücher weiter ungenutzt,
    weil zum Lesen nun Zeit gehört.

    Auf dem Schreibtisch liegen Bücher…

  4. Heike Eberle sagt:

    Bist Du fest im Schritt
    und Tritt,
    bleibst Du ewig fit!

  5. Gitte Härter sagt:

    Guten Morgen Heike, Jürgen und Norbert,

    das ist toll, dass Ihr schon so spontan mitgemacht hat. Das macht richtig Spaß, Eure Reime zu lesen und ich freue mich auf alles, was noch kommt. Selbst werde ich natürlich auch noch mitmachen.

    Einen schönen Tag
    Gitte

  6. Angela Gaida sagt:

    Aus meinem Archiv hätte ich da einen Tipp zum Umgang mit großen Insekten:

    Mein liebes Kind, nun wisse
    dass so eine Hornisse
    dir sicher gar nichts tut.

    Und wenn auch die Hornisse
    dir auf den Schreibtisch schisse,
    gerate nicht in Wut!

    Sie kann ja nichts dafür,
    das Ringelflügeltier.

  7. Angela Gaida sagt:

    Ok, ich sehe ein, nachdem ich das abgeschickt habe, dass es dem Gedicht vielleicht doch an Ernsthaftigkeit fehlt. ;)
    Werde gleich noch ein anderes nachschieben. Konnte es mir nur nicht verkneifen ;)

  8. Gitte Härter sagt:

    @Angela: Hahaha, das ist doch ein wunderbares Gedicht – und ein sehr guter Tipp. :mrgreen: Ernsthaftigkeit ist kein Muss!

    Ich habe eben auch mal geschaut und merke, dass ich da erst wieder reinkommen muss hirntechnisch. Mir ist nämlich eingefallen, dass ich als Jugendliche extrem lange und gute Gedichte zu allen möglichen Anlässen gemacht habe. Also so richtig elend lange. Und, wie das immer so ist: Wenn man reinkommt, dann denkt man auch schon so richtig mit Rhythmus und formuliert schon “schlau”, was Endungen angeht.

    Hier also meine ersten Dichter-Gehversuche nach langer, langer Zeit. Ich werde aber auch nochmal schauen, das nochmal etwas komplexer hinzubekommen:

    Wann bleibt der Leser dran?

    Wenn Sie Neugier wecken,
    andres zu entdecken.

    Wenn Sie informieren
    - oder provozieren –,

    Wenn das Lesen fließt,
    der Text Lücken schließt.

    Wenn Sie amüsieren
    oder debattieren.

    Wenn Sie unterhalten
    Meinungen ruhig spalten.

    Gute Tipps empfehlen,
    ihm die Zeit nicht stehlen.

  9. Angela Gaida sagt:

    Ein Versuch in Ernsthaftigkeit. Ich stelle fest, dass es mir leichter fällt, Abstruses oder Lustiges in Reime zu fassen. Die ernsthaften Dinge aus meinem Archiv sind allesamt nicht gereimt, aber die Aufgabe war ja “gereimt” und nicht “Gedicht”. Also musste was Neues entstehen … Dankeschön für die Herausforderung, Gitte :)

    Du

    Sei einfach du und lass dich nicht beirren.
    denn du allein, du kannst dein Schicksal lenken.
    Nur du kannst den Ideen Leben schenken,
    die dir schon lang im Hinterkopfe schwirren.

    Nun kann es sein, dass andre dir was wollen.
    Die meinen, das was du denkst sei nicht richtig,
    sei hanebüchen, dumm oder nicht wichtig,
    du seist ein Nichts und sie, sie sind die Tollen.

    Dann steh zu dir, und stärke dir den Rücken,
    lass es nicht zu, dass diese dich bedrücken.
    Ein andrer hat nur Macht, die du ihm gibst.

    Bring in die Welt was du ihr hast zu geben,
    und tu, wozu du kamst in dieses Leben!
    Vor allem: tue all das, was du liebst!

  10. Aus meiner Zeit als IT -Trainerin zum Thema Zeichenformatierung kommt der Reim, den ich als Mantra angeboten habe, weil oft einfach vergessen wurde zu markieren.

    Zuerst markieren,
    dann formatieren!

  11. Edeltraud sagt:

    Hier meine Eigenerfahrung:

    Ob ein Text auch etwas tauge,
    schaut Gitte mit ihrem Adlerauge.

    Sie schaut und tut und korrigiert,
    manchmal war ich irritiert.

    Doch mit ihrer Professionalität
    zeigt sie einen guten Weg.

  12. Heike Eberle sagt:

    Und nochmals inspiriert durch die Unwetter dieser Tage:

    Kanal kaputt…

    Ruft der Kunde an,
    ist schon fünf vor acht.

    Keller nass,
    Nacht um die Ohren geknallt,
    Kunde total aufgebracht.

    SOS –
    schnell an Ort und Stelle
    auf die Kundenbaustelle.

    Helle Köpfe,
    finden die richtigen Töpfe.

    Ursache schnell erkannt,
    Gefahr bald gebannt.

    Facharbeiter vor Ort,
    Kanal geflickt,
    Kunde beglückt.

  13. Gitte Härter sagt:

    Vielen Dank Angela, Barbara, Edeltraud und Heike für Eure weiteren Reime. Ich bin selbst gar nicht mehr dazu gekommen – mir schwirrt der Kopf mit anderen Sachen.

    Besonders gelacht habe ich natürlich über Edeltrauds Reim über mich. :mrgreen:

  14. Horst R. sagt:

    Heute bin ich gut drauf und
    lass mich ein auf
    dieses Gedichte geschmiede lein:

    Früh am morgen ruft der Hahn,
    bleib nicht liegen,
    geh gleich ´ran.
    Was immer du willst,
    du schaffst es leicht,
    wenn Du nur willst
    und gleich ran gehst.

    Netter Gruss
    von Horst R.

  15. Horst R. sagt:

    …noch eins:

    Im Frühtau am Morgen
    der Hase springt,
    er weiss was er will,
    ohne Jäger und Hast.

    Willst auch Du die Dir
    passenden Möhren erlangen,
    schreite hurtig zur Tat,
    ohne Zagen und Bangen.

    Du bist was besondres und
    merke es dir wohl, denn
    mit Spürsinn und Wachsein
    gelingt dir fast alles.

  16. Horst R. sagt:

    ..dann heut´keins mehr:

    Erfahren und Wissen
    sind kein Ruhekissen,
    sie treiben dich an,
    nur noch mehr wollen
    zu wissen.

    Hilf anderen im Leben,
    sie wissen es dann,
    was erfahren und wissen
    anderer ihnen helfen kann.

  17. Nichts tu ich lieber doch als Reimen
    wenn die Gedanken erst mal keimen
    hör so schnell ich nicht mehr auf
    lege immer noch was drauf

    Hab diesen Blog grad erst entdeckt
    ist meine Neugier gleich geweckt
    was sich hier tummelt, reimt und schreibt
    und an Worten stehen bleibt

    werde gerne weiter stöbern
    finde keinen Reim mit –öbern
    werde auch hierhin verlinken
    dass auch meine Leser sinken

    in diese Tipps und Nudelei
    simmer alle doch dabei
    vernetzen, bloggen, twittern, schreiben
    damit ein Stück zusammen bleiben

    sich gegenseitig lesen, schätzen
    und auch einfach nur mal schwätzen
    ich liebe social media
    bin nun auch wieder öfter da

    hin und wieder dann entschwinde
    in den Süden, laue Winde
    Orient und Sonnenschein
    das ist online alles fein

    Entfernungen sind völlig schnuppe
    auch Seminare online wuppe
    Bücher schreiben sowieso
    und Kommentare- jodeldo!

  18. Gitte Härter sagt:

    Bravo! :-)

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