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Juni, 2010:

Fundstück: Kreatives Schreiben

Auf zeitzuleben.de gibt es einen umfangreichen Artikel rund um Kreatives Schreiben – mit 145 Schreibideen und Tipps gegen Schreibblockaden.

:arrow: Kreatives Schreiben … was brauche ich dafür?

Wenn Sie mit wenig Text viel sagen wollen

Das kennen Sie auch: Manchmal hat man nur ganz wenig Platz zur Verfügung. Vielleicht möchten Sie Ihr Unternehmen in einer Datenbank eintragen, einen sehr kurzen Text über ein Produkt schreiben oder in drei Absätzen auf Ihrer Website über sich erzählen.

Viele solcher Texte sind nicht sonderlich gut, denn meistens verschenken sie Möglichkeiten.

  • Wichtiger Platz wird verschenkt (durch umständliche Formulierungen oder Offensichtliches).
  • Es klingt zu gewöhnlich, zu beliebig und zeigt zu wenig Profil.
  • Wichtige Informationen bleiben außen vor.
  • Der kurze Text “macht nicht an”, macht also weder neugierig, noch animiert er den Leser etwas zu tun (z. B. ein Seminar zu buchen, einen Vortrag zu besuchen oder eine Anfrage zu schicken).

Wenn Sie wenig Text haben, ist es besonders wichtig, nicht sofort ins Reine zu schreiben, vor allen Dingen nicht gleichzeitig Zeichen zu zählen. Denn dann macht man sich verrückt, dass „schon 200 Zeichen verbraucht sind und nur noch 300 übrig sind“, obwohl das, was bisher dasteht, oft gar nicht das Wesentliche ist.
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Facettenreich schauen, hören und denken

Wenn Sie mich fragen, was die wichtigste Eigenschaft ist, wenn man regelmäßig schreibt – vor allen Dingen, wenn man mit seinen Texten etwas weitergeben möchte, dann muss ich nicht lange überlegen: Es ist meiner Überzeugung nach der facettenreiche Blick.

Mit facettenreich meine ich vor allem drei Dinge:

  1. Das Bewusstsein, dass alles komplexer ist, als man auf den ersten Blick sieht.
  2. Gesamtzusammenhänge sehen
  3. und ganz besonders: an Details interessiert sein

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Finden Sie Ihre Standardwörter … und ersetzen Sie sie

Jeder von uns hat ja einen anderen aktiven Wortschatz. Und innerhalb dieses begrenzten aktiven Wortschatzes finden sich Standardwörter. Manche sind Dauerbrenner, manche simple Angewohnheit und für andere haben wir uns schlichtweg noch nie die Mühe gemacht, einen Ersatz zu finden.

Dazu kommt, dass Sie mehr oder weniger von Ihrer Umwelt beeinflusst sind. Ich beispielsweise habe immer wieder ein Wort oder einen Spruch der Saison, und zwar völlig unkontrolliert. :mrgreen: Plötzlich sage ich 1-2 Monate zu allem „Großartig!“ oder „Unfassbar!“ … und dann ist die Phase wieder vorbei.

Unser Wortschatz bestimmt aber natürlich auch unsere Texte.
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Eine neue Kundenstimme

… eben ergänzt: ein schönes Feedback zum Buch-Coaching von Dr. Sandra Müller, simply-ahead.com.

:arrow: zur Feedback-Seite

interaktiv: Reimen Sie einen Tipp!

Mit Rap konnte ich nie wirklich was anfangen, bevor ich vor einigen Jahren 8 Mile sah, ein Film, der auf dem Leben des amerikanischen Rapstars Eminem basiert.

Rap, wenn er gut gemacht ist, ist Wortkunst. Im Film sieht man, wie Eminem stundenlang und überall Wörter aufschreibt, um sich fit für so genannte Battles zu machen: zwei Rapper, die mit Live-Musik angeben, den anderen runtermachen – und derjenige muss dann spontan das Publikum mit einem technisch und inhaltlich möglichst cleveren Rap beeindrucken und in der Kürze der Zeit besser sein als der andere (und natürlich inhaltlich kräftig zurück-austeilen). Gar nicht so leicht! Und dass nicht jeder Rapper auch ein Wortkünstler ist, liegt auch auf der Hand. ;-)

Mit dem Reimen ist es genauso. Vor einigen Jahren gab es in der Süddeutschen Zeitung eine kleine Rubrik „Helden der Lyrik“. Dort wurden Gedichte aus Vereinszeitschriften, Glückwunschanzeigen etc. abgedruckt, die ganz, ganz furchtbar waren: das Versmaß hat nicht gestimmt und es wurde mit der Brechstange gereimt.

In meiner Lehre bei einem Rechtsanwalt hingegen habe ich die langen, langen Urteile eines Richters gelesen, die allesamt gereimt waren! Mir ist zwar nach wie vor ein Rätsel, wie sowas erlaubt sein kann. Aber: Der Richter war ein Reim-Meister. Er hat nicht nur wunderbar gedichtet, sondern musste seine inhaltlich korrekte Urteilsbegründung einbringen. Gar nicht so leicht!

Darum ist es ideal, wenn wir im Schreib-Blog auch mal reimen. Das ist sozusagen eine Lockerungsübung für das Wortgefühl.
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Buchtipp: Heftromane schreiben und veröffentlichen

Wie ich in meiner Bio ja schon verraten habe, bin ich mit John Sinclair aufgewachsen: Jede Woche haben mein Bruder und ich unser Taschengeld in den neuesten Heftroman dieser Gruselserie investiert. Darum habe ich kürzlich im Buchladen erfreut zu diesem Buch gegriffen.

Die Autorin hat sich ihr Studium mit dem Schreiben von Heftromanen verdient. Pro Roman, so verrät sie, erhält man je nach Verlag, Reihe oder Serie zwischen 700 und 900 Euro pro Heftroman.

Sie arbeitet jetzt als Lektorin eines der großen deutschen Heftromanverlage. Hier schreibt jemand, der Ahnung – und Leidenschaft – für die Thematik hat. Das merkt man von der ersten bis zur letzten Seite.
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So schreiben Sie schneller

Im Februar habe ich Sie gefragt: “Dauert das Schreiben auch so lange bei Ihnen?” und dabei einige typische Ursachen aufgelistet, die der Grund dafür sein könnten.

Abgesehen von irgendwelchen Blockaden und Hürden ist aber die Schreibgeschwindigkeit allgemein ganz leicht zu erhöhen, und zwar in ganz einfachen drei Schritten.
Der erste Schritt ist optional: Wenn Sie geübt sind oder wenn Sie recht klar und logisch denken, dann werden Sie die Bestandteile von Schritt 1 ganz automatisch “nebenbei” bedenken und einfließen lassen. Wenn Sie eher nicht so der strukturierte Typ sind beziehungsweise noch nicht so viel Schreiberfahrung haben, empfehle ich Ihnen unbedingt, beim ersten Schritt zu beginnen.

Schritt 1: Klare Ziele

Jeder Text verfolgt ein Ziel. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von Ihnen aus beruflichen Gründen schreiben: für Ihr Unternehmen, zur Kundenakquise- und bindung, um sich einen Namen zu machen – oder einfach, weil Sie Lust haben, zu schreiben.

Für alles, was Sie schreiben, stellen sich diese beiden Fragen:
- Was soll dieser Text für mich tun?
- Was soll dieser Text für meine Leser tun?

Es nützt Ihrer Schreibgeschwindigkeit enorm, wenn Sie sich diese Fragen vorher wirklich beantworten: auf genau den Text bezogen, den Sie planen. Auf diese Weise bleiben Sie auf Kurs und können beim Überarbeiten auch wirklich noch mal überprüfen, ob der Text Ihren Zielen gerecht wird.

Noch viel wichtiger ist aber, dass sich daraus oft inhaltliche Bestandteile ergeben, die Sie vielleicht noch gar nicht bedacht haben und die Sie für die Text-Struktur brauchen.

Schritt 2: Eine klare Struktur

Jedem Text sein Skelett” habe ich Ihnen schon vor einiger Zeit empfohlen … und tatsächlich hämmere ich Ihnen die drei Schritte in diesem Newsletter auch im Blog wieder und wieder ein, zum Beispiel auch kürzlich, als ich über die Entstehung eines Artikels berichtet habe.

In meinen Coachings und Trainings sehe ich andauernd, dass Leute drauflosschreiben und eine vorherige Konzeption ihres Textes (oder Buches) entweder überspringen wollen oder sie viel zu oberflächlich machen.

Das gilt für alle Texte, also auch für Ihre Unternehmensdarstellung, Marketingaktionen etc.!

Natürlich kann man einfach so losschreiben: beim ersten Wort beginnen und beim letzten aufhören. Und vielleicht kommt auch ein wunderbarer Text dabei raus. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorgehensweise jedoch viel länger dauert und meistens in irgendeiner Form in den Wald führt, ist ziemlich groß.

Geschwindigkeit beim Schreiben ist gleichbedeutend mit Zielgerichtetheit. Je klarer Ihre Struktur ist, desto weniger müssen Sie beim Schreiben großartig überlegen, und desto besser wird Ihr erster Entwurf (was wiederum die Überarbeitungsphase stark verkürzt).

Schritt 3: Schnell raus mit dem kompletten Entwurf!

Die meisten von uns machen sich das Schreiben zu kompliziert. Da wird zerdacht, verkünstelt, umgeworfen, angefangen, geändert, geflickwerkt und die Stunden, Wochen oder gar Monate gehen ins Land.

Ich habe in meinem Leben tatsächlich schon Selbstständige getroffen, die monatelang gebraucht haben, um zwei oder drei Sätze über sich selbst zu schreiben – und damit ihr Business unnötig blockiert haben (ganz zu schweigen davon, dass solche Aufgaben einem dann andauernd im Genick sitzen).

Wenn ich höre, dass jemand einen halben Tag für einen kurzen Text braucht oder für seine kleine Image-Website wochenlang rummacht, schlage ich die Hände über den Kopf zusammen. Und zwar aus drei Gründen:

  • Texte, die so entstehen, sind meistens leider nicht besonders gut.
  • Es ist hinten und vorne nicht rentabel, wenn so viel Zeit draufgeht.
  • Vor allen Dingen aber weiß ich, dass man einen kleinen Text in maximal einer halben Stunde und umfangreichere Schreibprojekte wie etwa die Webtexte schon in wenigen Stunden hinkriegen kann (und dazu müssen Sie kein Schreibprofi sein!).

Die Lösung: Hauen Sie immer einen ersten Entwurf runter. Möglichst in einem Aufwasch. Und wirklich runterhauen, also “quick and dirty”: Erlauben Sie sich Umgangssprache oder Platzhalter à la “Hier steht dann ein phänomenaler Absatz über den Kundennutzen”, aber schauen Sie, dass Sie Ihr zuvor erstelltes Text-Skelett möglichst schnell auffüllen.

Warum betone ich das “möglichst schnell” so?

  • Weil Texte, die fließend geschrieben sind, sich auch fließend lesen.
  • Weil Sie sich selbst keine Zeit geben, sich zu verkünsteln.
  • Weil Sie näher an Ihrer eigenen Stimme bleiben, als wenn Sie jeden Satz zerdenken.

Solche ersten – zackig entstandenen – Entwürfe, sind meiner Erfahrung nach bereits wahre Rohdiamanten. Und: Das Polieren geht schneller am fertigen Text. Die Schreibfreude bleibt erhalten. Ihre Texte haben mehr Charakter.

Doch selbst, wenn sich der eine oder andere so entstandene Entwurf als noch nicht so der Bringer entpuppt, ist das nicht tragisch! Sie haben die erste Hürde genommen. Die Inhalte stehen vor Ihnen. Jetzt fällt es Ihnen sehr viel leichter, hin- und herzuschieben, Absätze zu tauschen, zu streichen, zu straffen oder zu ergänzen als wenn alles nebulös in Ihrem Gehirn hin- und herschwappt.

Ach was, ein Buch: eine Serie! Und Hörbücher dazu!

Da ich ja auch Buch-Coachings mache, komme ich oft mit Neu-Autoren zusammen. Und das ist toll: Der Wunsch, ein Buch mit dem eigenen Namen in Händen zu halten, ist ganz wunderbar. Doch empfehle ich jedem, das Buchschreiben nicht zu unterschätzen.

So sehr man (hoffentlich!) schon Freude am Schreiben hat und es in einer Weise kann, die veröffentlichungsreif ist, so ist es ein großer Unterschied, ein “ganzes” Buch zu schreiben, wenn man bisher nur Kurztexte verfasst hat. Und wer noch so überhaupt keine Schreiberfahrung hat, ist gut beraten, erstmal mit Artikeln anzufangen.

Besonders schwierig ist es, wenn man sooo große Pläne hat oder sooo viel zu sagen hat, dass man nicht nur ein Buch konzipieren will, sondern Verlagen gleich eine ganze Buchreihe vorschlagen möchte. Mir begegnen sehr oft Erstautoren, die nicht nur ein Buch, sondern gleich fünf oder zehn Bücher schreiben möchten, weil ihr Thema es ihrer Meinung nach hergibt. Die auch gleich Hörbücher oder DVDs und-was-nicht-alles dazuplanen.

Das ist aber fern der Realität!

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