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Verbessern Sie Ihre Korrespondenz in nur fünf Tagen!

Klingt ganz schön vollmundig, gell? Geht aber. Probieren Sie es selbst aus!

Die meisten von uns schreiben täglich mehrere E-Mails oder Briefe. Das ist die Gelegenheit, sich zu verbessern – und nebenbei ganz gezielt die eigenen Schreibfähigkeiten zu erweitern.

Ich schlage Ihnen ein kleines Experiment vor. Wichtig ist, dass Sie meine Vorgaben genau einhalten. Diese Vorgaben sind:

  • Unten steht für jeden Tag der folgenden Woche eine Aufgabe.
  • Die Aufgaben werden aufgestockt: jeden Tag kommt eine weitere dazu, die zusätzlich zu den vorhergehenden ausgeführt wird. Genau wie bei dem Kinderspiel “Ich packe in meinen Koffer” wiederholen Sie also immer auch die Aufgaben, die schon dran waren und nehmen die aktuelle hinzu.
  • Denken Sie in Kleinigkeiten! Es geht nicht darum, Ihre gesamte Korrespondenz zu ändern, sondern klitzekleine Veränderungen vorzunehmen, die der Aufgabe entsprechen.

Drucken Sie sich den Newsletter am besten aus, schneiden Sie die Aufgaben aus und hängen Sie sie sich vor die Nase. :-)

Und hier Ihre Aufgaben. Fangen Sie gleich heute damit an!

Heute – Mittwoch:
Machen Sie Ihre E-Mails oder Briefe heute etwas lockerer.

Sie wissen: Locker muss nicht lockerflockig heißen, aber natürlich darf es das auch. Korrespondenz muss ja nicht streng und superseriös sein, besonders bei Leuten, die Sie gut kennen. Lockerer kann bedeuten, etwas gestelztes Business-Deutsch zu normalisieren (statt “Ich möchte mich bedanken” einfach “Danke” schreiben) oder Sie lockern Anrede oder Grußformel etwas auf.

Tag 2 – Donnerstag:
Machen Sie Ihre E-Mails oder Briefe heute etwas lockerer und etwas freundlicher.

Alles, was Sie jemandem schreiben, lässt sich so oder so ausdrücken. Auch wenn Sie schon einen freundlichen Schreibstil pflegen, so geht das immer noch freundlicher. Vielleicht haben Sie sich angewöhnt, sich für E-Mails zu bedanken und möchten das konkretisieren: statt “danke für Ihre E-Mail” steht da vielleicht “danke für Ihre interessante E-Mail. Schön, dass Sie gleich so ausführlich geantwortet haben.”. Vielleicht haben Sie eine Passivkonstruktion drin “die Unterlagen werden Ihnen zugeschickt”, die Sie auflösen in “gerne schicke ich Ihnen die Unterlagen per Post zu”. Oder vielleicht neigen Sie zum Hauptwörterstil: Lösen Sie Hauptwörter wann immer möglich in Verben auf, das macht den Schreibstil nicht nur freundlicher, sondern auch leichter lesbar.

Tag 3 – Freitag:
Machen Sie Ihre E-Mails oder Briefe heute etwas lockerer, etwas freundlicher – und kürzen/straffen Sie zwei Formulierungen.

Halten Sie Ausschau nach umständlichen Formulierungen, eingeschobenen Nebensätzen oder generell sehr langatmigen Sätzen. Machen Sie Gelaber platt. :-) Drücken Sie Sachverhalte etwas kürzer aus, als es momentan dasteht. Wichtig: Verbessern Sie nur zwei davon in jeder E-Mail und jedem Brief, den Sie heute schreiben. Wir wollen nicht die große Überarbeitung starten, sondern einfach mit wenig Aufwand Ihren Blick für Verbesserungswürdiges schulen.

Tag 4 – Montag:
Machen Sie Ihre E-Mails oder Briefe heute etwas lockerer, etwas freundlicher, kürzen/straffen Sie zwei Formulierungen – und gehen Sie heute noch mehr auf den Empfänger ein.

Durchforsten Sie Ihre Korrespondenz heute auch auf Gelegenheiten, Ihren Brief aus Sicht des Empfängers noch relevanter/attraktiver zu machen. Vielleicht stellen Sie Ihr Unternehmen oder ein Produkt vor: Wie könnten Sie das auf eine Weise tun, die noch individueller und noch relevanter für den Leser ist? Vielleicht merken Sie, dass Sie viel von sich selbst oder “man” sprechen, anstatt die Leser-Perspektive einfließen zu lassen.

Tag 5 – Dienstag:
Machen Sie Ihre E-Mails oder Briefe heute etwas lockerer, etwas freundlicher, kürzen/straffen Sie zwei Formulierungen, gehen Sie heute noch mehr auf den Empfänger ein – und stellen Sie dem Empfänger eine Frage.

Das kann eine berufliche oder private Frage sein. Es kann auch die Frage sein “Habe ich alle Ihre Fragen beantwortet?”, gekoppelt mit dem Angebot, Sie anzurufen. Es kann bei einem abgewickelten Auftrag die Frage sein, ob Ihr Kunde rundum zufrieden ist. Es kann aber auch die Frage nach einer Meinung oder Information sein.

Denken Sie daran: Es geht um Kleinigkeiten!
Nicht alles umkrempeln, umschreiben, sondern schreiben Sie Ihre Korrespondenz so, wie Sie es immer tun und schauen Sie, bevor Sie sie wegschicken, dann auf diesen Spickzettel und arbeiten Sie die kleinen Veränderungen ein.

Nach nur fünf Tagen haben Sie Ihre Korrespondenz enorm verbessert – und das ohne große Mühe!

Hurra!

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3 Kommentare

  1. Norbert aus Hamburg sagt:

    Klasse Idee, Gitte!

  2. Michael sagt:

    Guten Morgen Gitte!

    Vielen lieben Dank für die oft interessanten und nützlichen Newsletter und die Tipps.

    Ich hab ‘ne Frage zu Tag 2: Was ist denn der Hauptwörterstil?

    Seehr sonnige Grüße aus Neuss am Rhein
    Michael

  3. Gitte Härter sagt:

    @Norbert:
    Ja, fand ich auch, nachdem es mir eingefallen war. :-)

    @Michael:
    Gerne! – Hauptwörterstil ist, wenn man ständig Hauptwörter nützt. Behörden machen das zum Beispiel total oft oder auch größere Unternehmen. Und viele Floskeln, die wir uns so angewöhnt haben, weil wir sie häufig lesen, beinhalten auch viele Hauptwörter, die unnötig sind.

    Darum der Tipp, Hauptwörter wo es geht, in Verben umzuwandeln. Das macht es nicht nur leichter zu lesen, sondern klingt auch viel natürlicher/”normaler”.

    z. B.:
    Die Beobachtung des Testlesers ist von großem Nutzen.
    statt: Es ist nützlich, den Testleser zu beobachten.
    oder auch: Beobachten Sie den Testleser! Das nützt Ihnen … (usw.)

    Du würdest also schauen: Wie kann ich das, was ich sagen will, anders sagen, als mit all diesen Hauptwörtern.

    Viele Grüße
    Gitte

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