Im Buch Zur Kasse Schnäppchen! Warum wir immer mehr kaufen, als wir wollen hat mich dieser Satz zum Lachen gebracht:
Zum Instrumentarium der Preisoptik zählen die gebrochenen Preise. Dies hat nichts mit Übelkeit zu tun, sondern mit einer speziellen Form der Preiswahrnehmung: Wir nehmen Preise, die knapp unterhalb runder Beträge angesiedelt sind, günstiger wahr als runde Beträge bzw. Preise, die über einem runden Beitrag angesiedelt sind.
Was für ein absurder kleiner Einschub! Und ein schönes Beispiel dafür, wie man auch informative, lehrreiche Texte mit amüsanten kleinen Schlenkern auflockern kann. Besonders gut: das Buch ist von zwei Professoren geschrieben.
Ich glaube, ich habe es schon mal wo erwähnt: Bei meinen Texten – besonders auch, wenn ich neue Buchkapitel schreibe – kann ich in der Regel den ersten Absatz direkt nach der Überschrift ersatzlos streichen. Das ist meistens ein wenig Gelaber, um ins Thema zu führen.
Genau wie bei Filmen, wo es empfehlenswert ist, so spät wie möglich in eine Szene einzusteigen (weil es das Erzähltempo erhöht und eine Szene in der Regel sehr viel spannender macht, als wenn man großartig hinführt), tut es Texten oft sehr gut, etwas straffer erzählt zu werden. Auch für die Aufmerksamkeit Ihrer Leser ist es gut, wenn diese direkt ins Thema eintauchen.
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„Nochmal darüber schlafen“ sagen wir, wenn wir uns etwas durch den Kopf gehen lassen möchten – oder einfach, wenn wir noch etwas Zeit für eine Entscheidung brauchen.
Was ich beim Schreiben immer wieder merke, ist, dass es vorteilhaft ist, Texte nicht zwingend in einem Sitz fertigzumachen. Ich coache und schreibe ja sehr viel für meine Kunden: ob Seminarausschreibungen, Artikel oder Bücher und vor allen Dingen Webtexte. In der Regel kann ich recht schnell einen Text erfassen, mir einfallen lassen oder optimieren.
Doch manchmal merkt man, dass an einem Text etwas noch nicht stimmt, dass es „irgendwie“ besser geht – oder es gilt, von Haus aus eine neue, schlauere Struktur zu erfinden.
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“Where’s the beef?” ist eine amerikanische Redewendung, die ihren Ursprung in einem Hamburger-Werbespot hatte (bei youtube ansehen): Damit wird eine Sache hinterfragt. Auch bei Texten können Sie sich immer fragen “Where’s the beef?” – oder wie ich das bei meinen Kunden immer mache: “Wo ist die Substanz?”
Hä? Welche Substanz?
Ich sehe ja sehr viele Texte: Korrespondenz, Flyer, Angebote, Webtexte, Artikel … und der größte Makel, den die meisten dieser Texte haben, ist nicht, dass sie schlecht oder unverständlich, sondern dass sie zu bla sind.
Das klingt gemein, ist es aber nicht.
Im Gegenteil: Ich lege Ihnen hiermit ans Herz, dass Sie Ihre Texte immer gründlich auf den Bla-Faktor prüfen. Je höher der Bla-Faktor, desto weniger wird Ihr Text das erreichen, was er für Sie erreichen soll.
Bla-Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich meistens ganz gut anhören, aber der Frage “Wo ist die Substanz?” nicht standhalten.
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Wie oft denken Sie sich, wenn Sie eine geschäftliche E-Mail lesen etwas wie
- „Wow! Jetzt schon die Antwort: er ist einfach super!“
- „Hihi, wie witzig: ihre E-Mails zaubern mir immer ein Lächeln auf die Lippen.“
- „Es ist eine wahre Freude, mit diesem Kunden zu arbeiten!“
Manchmal denkt man es nicht nur, sondern sagt es weiter: Sie erzählen es einem Kollegen oder abends Ihrer Freundin. Anstatt solche schönen Komplimente nur zu denken oder Dritten zu erzählen, sollten Sie sie doch besser genau der Person sagen, die sie sich verdient hat!
Wenn Sie es also noch nicht (oder noch nicht oft genug) tun: Schreiben Sie in die nächste E-Mail rein, dass und was so toll am anderen ist. Was Sie an seiner Art bewundern oder an der Arbeit schätzen … oder was ganz speziell in diesem Fall so lobenswert ist. Und tun Sie das in ganz normalen Worten und brechen Sie sich keinen mit der Formulierung ab.
Der andere freut sich! Ihre Korrespondenz wird lockerer und noch persönlicher. Und die Beziehung wird – ganz nebenbei – gestärkt.
Manchmal schreibt man etwas, von dem man überzeugt ist, dass es “zu banal” oder schon hundert Mal gesagt ist. Sie können in so einem Fall dazu schreiben, dass es “bekannt”, “(vielleicht) selbstverständlich” oder sogar “eine Binsenweisheit” ist.
Sie können aber auch sagen, dass Sie etwas nicht sagen.
Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie entscheidend Ihre Einstellung dafür ist, ob Ihr Vorhaben erfolgreich sein wird. Sie kennen die Beispiele aus dem Sport zur Genüge: Wenn der Hochspringer innerlich überzeugt ist, dass er die Höhe nicht schafft, hat er keine Chance.
Über das Bildblog bin ich auf diesen Artikel gestoßen: Die Ausputzerin
Putzen besteht aus vier Komponenten: Wassertemperatur, Reinigungsmittel, Zeit, Mechanik. Sie variieren je nach Oberfläche.
Ein tolles Beispiel dafür, wie komprimiert man etwas aussagen kann!
Kerstin Hoffmann, die ein sehr gehaltvolles eigenes Blog – PR-Doktor – führt, hat für ueberzeugend-praesentieren.de einen Gastbeitrag geschrieben: Verständlich kommt von Verstand – wie man Anspruchsvolles in verständlichen Worten erklärt.
Hand aufs Herz: Wie viele der Tipps, die Sie so rund um das Schreiben lesen – zum Beispiel hier von mir – nehmen Sie nur zur Kenntnis, nicken vielleicht … und was davon setzen Sie tatsächlich um?
Das mit der Umsetzung ist nämlich immer so eine Sache:
- Manchmal tut man es gar nicht (das geht mir nicht anders!).
- Besonders kleine Tipps lassen sich oft schnell umsetzen.
Wenn ich sage: Achten Sie auf unnötig umständliche Formulierungen wie “Ich möchte mich bedanken” oder “Wir erinnern Sie” und schreiben Sie lieber direkt: “Danke …”, “Bitte denken Sie an …”, dann fällt Ihnen das nächste Mal genau diese Formulierung ins Auge und Sie werden es umformulieren.
- Schwieriger ist es bei Tipps, die Übung erfordern.
Dabei sind gerade diese besonders wichtig: Entweder, um sich ungute Angewohnheiten abzugewöhnen oder eben um einfach besser, schneller, “anders” zu schreiben. Im vorletzten Newsletter habe ich Sie zum Beispiel gefragt, wie Ihr Schreibstil aussieht/aussehen soll. Dorthin kommt man nicht einfach nur durch Wissen und gutem Vorsatz. Schön wärs!
Genauso wie Sie ein Musikinstrument nur dann wirklich gut erlernen, wenn Sie regelmäßig spielen und sich die richtige Technik aneignen (und sie üben, üben, üben), sieht es mit dem Schreiben aus.
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Wenn es um Fiktion geht, wenn Sie also beispielsweise einen Roman schreiben oder ein Drehbuch, dann ist die bekannte Grundfrage das „What if?“
Was wäre
… wenn fünf alte Frauen eine Bank überfallen würden?
… wenn ein Serienmörder ausbricht und sich in Garmisch-Partenkirchen versteckt?
… wenn ein Familienvater eine Pille schluckt und plötzlich 5 m groß wird?
Egal, ob realistisch oder eher unrealistisch: Die Frage nach dem „Was wäre wenn“ ist meistens DIE Ausgangsbasis für eine Geschichte.
Selbstverständlich nützt Ihnen dieses „What if“ auch für Business- oder sonstige Tipptexte. Es ist sogar eine ganz großartige Frage, die Sie auf ganz andere, in der Regel sehr viel interessantere Themen bringt.
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