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Vergleichen Sie mal: Interviews

Hin und wieder – gerade, wenn Sie Fachwissen oder bestimmte Erfahrungen haben – kommt es vor, dass man um ein Interview gebeten wird. Und manche Interviews drehen sich sehr nah um einen selbst.

Ein wunderbares Anschauungsmaterial, wie unterschiedlich Interview-Fragen beantwortet werden können, bietet die Interview-Reihe “Auf Du und Du mit Deinem Lebenstempo” von Petra Schuseil in ihrem Lebenstempo-Blog.

Bisher gibt es 13 Teile davon: Dreizehn Personen (darunter auch ich) haben die gleichen Fragen beantwortet.

Lesen Sie mal in eine Handvoll dieser Interviews rein, treffen Sie eine willkürliche Auswahl und achten Sie darauf:

  • Wie ist der Schreibstil, die Sprache des Interviewten?
  • Lese ich es gerne?
  • Was erfahre ich inhaltlich und über die Person?
  • Wie gut kann ich die Person “dahinter” greifen?
  • Bin ich überrascht von Stil oder Inhalt?
  • Geht es beim Interview nur um den Interviewten oder lässt er/sie mich in irgendeiner Weise auch als “unbeteiligter Leser” von etwas profitieren?
  • Fühle ich mich gut unterhalten?
  • Bleibe ich neugierig dran und will gerne bis zum Ende lesen oder habe ich schon zu Beginn irgendwann nicht so sehr den Anreiz unbedingt weiterzulesen?

Es geht natürlich hier nicht darum, ein Interview als “besser” zu bewerten. Der direkte Vergleich, wie völlig unterschiedlich das gleiche Gerüst schriftlich gefüllt wird (es werden immer dieselben Fragen gestellt), ist für uns Autoren sehr lehrreich. Und darum bitte ich Sie, die Interviews mal nicht nur gespannt oder amüsiert zur Kenntnis zu nehmen, sondern Stil- und Aussagekraft unter die “Lupe” zu nehmen.

Das ist übrigens auch sehr spannend mit Büchern. Ich habe kürzlich mehrere Bücher hintereinander gelesen, die von deutschen Polizisten bzw. Kriminalisten geschrieben wurden. Gleiches Thematik: das Wiedergeben echter Mordfälle und ihre Ermittlung. Und alle Bücher waren völlig unterschiedlich, weil der eine Autor recht distanziert berichtete, der andere sehr gestelzten Behördenjargon draufhatte und bei anderen ihre individuelle Persönlichkeit – und Menschlichkeit – im Vordergrund stand.

Gleiche Thematik, ähnliche Inhalte und doch völlig unterschiedliche Bücher – auch unterschiedlich packend, mitreißend, manchmal erschütternd – je nachdem, wie stark die Persönlichkeit und der eigene Stil (“meine Stimme“) durchkamen.

Machen Sie solche direkten Vergleiche bewusst. Sie lernen eine Menge darüber, warum wann etwas packt, uns zum Strahlen oder Heulen bringt und wann wir Lust haben, dranzubleiben oder ziemlich schnell aussteigen.

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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Schreibnudel. Aha. Du bist also Gitte. Wusste ich gar nicht, dass Du hier auch bloggst … Das finde ich interessant was Du hier beim Vergleichen beschreibst … wollte Dich eigentlich jetzt einladen die Interviewfragen ebenfalls zu beantworten. Aber Du bist ja bereits dabei, worüber ich mich SEHR freue. Vielen Dank für das Bewusst-Machen über gute Schreibe :-) und welche Bilder uns in den Kopf kommen und ob wir inspiriert werden beim Lesen.

    Schönes Wochenende. Herzlichst. Petra

  2. Gitte Härter sagt:

    Hallo Petra,

    ja: seid Februar gibts das Schreibnudel-Blog – und nächstes Jahr wird die Schreibnudel noch mehr in den Mittelpunkt rücken.

    Danke Dir für die schöne Interview-Reihe!

    Auf wiederlesen
    Gitte

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