Wie finden Sie es, wenn Sie schriftlich geduzt werden?
Das Internet ist ja ein Duz-Medium. Immer, wenn es interaktiv wird – also in Foren, Chats oder in Blog-Kommentaren – finde ich das Du in Ordnung.
Doch wenn ich auf einer Website, insbesondere einer Business-Website, geduzt werde, sträubt sich in mir alles. Die Ausnahme ist, wenn der Firmenauftritt schlüssig drumherumgebaut wird. IKEA beispielsweise nehm ich es nicht krumm, auch bei hippen Firmen oder solchen mit übermäßig jugendlichem Publikum finde ich es ok.
Komme ich aber auf die Seite von irgendeinem Coach, Computerfachmann o. Ä., dann bin ich immer etwas befremdet: Ich kenne die Person doch gar nicht!
Auch Prospekte, Briefe, Artikel oder gar Bücher sind für mich fast unlesbar, wenn ich geduzt werde.
Wie geht es Ihnen damit?

30. Juli 2010 um 09:20
… oh, jetzt fällt mir gleich noch eine Ausnahme ein! Wenn das Du zwingend zum Stil des Textes gehört, finde ich es okay. Also wenn jemand einen Artikel schreiben würde, der sich an den 10 Geboten orientiert und dann schreibt “Du sollst nicht …” etc., dann ist es für mich nicht befremdlich, sondern gehört sogar dazu, damit der Artikel wirken kann.
30. Juli 2010 um 20:45
“Sie sollen nicht…” könnte ja auch mißverständlich sein bei den 10 Geboten. Hieße es doch, daß die Gebote an eine unpersönliche Gruppe gingen…
Doch zurück zur Ursprungsfrage: Ich bin auch ein Freund des Sie(s) und möchte auch nicht unvermittelt geduzt werden. Es gibt allerdings Ausnahmen, bei denen ich es einfach hinnehme(n muß), da es zu den “örtlichen” Gepflogenheiten zählt. IKEA nanntest Du ja schon, Gitte. Aber es sind auch bestimmte Arbeitsbereiche, bei denen man/frau schnell bei Du ist. So habe ich es beispielsweise in dem einen Jahr erlebt, als ich am Flughafen gearbeitet habe. Hier wurde “fröhlich” drauflos geduzt. Aber mit Respekt! Und auch nicht in wirklich allen Bereichen. Und auf den Webseiten und papierschriftlichen Unterlagen ebenfalls nicht.
Da gab es dann schon so Merkwürdigkeiten, daß man jemanden geduzt hat, aber im Schriftverkehr die Sie-Form und “Sehr geehrter Herr…” verwandt hat.
Ääh, ja…
02. August 2010 um 09:21
Auch ich finde das Du sehr befremdlich, wenn man eine Person überhaupt nicht kennt.
Und nicht nur im Netz, sondern auch in manchen Büchern findet man mittlerweile die Du-Anrede. Auch wenn der Autor im Vorwort darauf hinweist, dass mit der Du-Anrede der Zugang leichter ist, finde ich es abstossend – dieses “Du”.
Für mich ist das auch ein eindeutiges Nein zu diesem Buch – komisch, gell?
03. August 2010 um 19:40
Hallo Heike, hallo Norbert,
ich habe tatsächlich noch niemanden getroffen, der das schriftliche “unvermittelte” Du begrüßt, bin ja gespannt, ob sich dazu noch ein Befürworter findet. Gibt es ja sicherlich auch.
Dass mündlich geduzt und die gleiche Person schriftlich gesiezt wird, ist allerdings echt schräg! Das kenne ich interessanterweise aber auch aus Workshops: da ist man einen oder mehrere Tage zusammen und per Du, und manchmal meldet sich dann nach dem Kurs ein Teilnehmer mit einer Frage und ist aus irgendeinem Grund plötzlich wieder bei “Sehr geehrter Frau Härter”. Merkwürdig!
Viele Grüße
Gitte