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Zitate? Das sollten Sie bedenken!

Auf Firmenwebsites, als Aufhänger für Texte, zur Motivation … wo man hinschaut: Zitate. Doch Zitate sagen nicht nur mehr über Sie, als Sie vermutlich bedenken, sondern beeinflussen auch, wer Ihren Text liest (und ob er gelesen wird).

Selbstoffenbarung

Sagen wir, ich schreibe einen „über mich“-Text auf meiner Website und setze ein Zitat dazu. Die Angaben zu mir bleiben jeweils gleich, nur das Zitat ist ein anderes:


Betrachtet das Erwachen des Frühlings und das Erscheinen der Morgenröte! Die Schönheit offenbart sich denjenigen, die betrachten.
(Khalil Gibran)

Gitte Härter
geb. 1969

  • seit 1999 selbstständig als Business-Coach und -Trainerin
  • Autorin von zwei Dutzend Ratgebern in namhaften Verlagen

Versuchungen sollte man nachgeben.
Wer weiß, ob sie wiederkommen!

(Oscar Wilde)

Gitte Härter
geb. 1969

  • seit 1999 selbstständig als Business-Coach und -Trainerin
  • Autorin von zwei Dutzend Ratgebern in namhaften Verlagen

„Shit happens.“

Gitte Härter
geb. 1969

  • seit 1999 selbstständig als Business-Coach und -Trainerin
  • Autorin von zwei Dutzend Ratgebern in namhaften Verlagen

Lösungen sind in der Regel einfach: Es geht nur darum
zu erkennen, an welchen Schrauben es zu drehen gilt.
Und dann heißt es Ärmel hochkrempeln … und tun.“

Gitte Härter
geb. 1969

  • seit 1999 selbstständig als Business-Coach und -Trainerin
  • Autorin von zwei Dutzend Ratgebern in namhaften Verlagen

 

Sehen Sie, was für einen großen Unterschied das jeweilige Zitat macht, wie Sie mich – und meine Art – wahrnehmen? Zitate können Sie schwach aussehen lassen, vergeistigt, einseitig, gelassen oder „brutal“. Die Wahl eines Zitates sagt dem Leser sehr viel über Sie: Denn auch wenn die „Fakten“ Sie als qualifiziert für Ihren Beruf ausweisen, sagt mir das „wie die Person so drauf ist“ und ob sie zu mir passt.

Übrigens sehen Sie im letzten Beispiel auch meine klare Empfehlung: Schreiben Sie bei Ihrer Selbstdarstellung immer eigene O-Töne! Es ist doch sehr viel interessanter, was Sie über sich selbst oder Ihre Arbeit zu sagen haben, als das x-te wiedergekäute Zitat der immer gleichen bekannten Leute.

Vorsicht, Schublade!

Nicht nur das Zitat selbst, sondern auch die Person, die Sie zitieren, lässt unter Umständen eine Schublade aufgehen: Es ist ein Unterschied, ob ich Elvis Presley, Angela Merkel oder Ghandi zitiere.

Oft sprechen Zitate zu uns oder gefallen uns einfach total gut, aber wir messen ihnen gar nicht die riesige Bedeutung bei.

Leser ordnen Zitate aber auch weiterführender ein: Wenn ich ein sehr spirituelles Zitat nutze, geht die Spirituellen- oder gar Esoterikschublade auf. Werde ich zu philosophisch, lässt mich das unter Umständen weniger praxistauglich und anpackend erscheinen.

Wählen Sie also Zitate auch immer danach aus, ob Ihnen die jeweilige Schublade auch passt.

Gähn!

„Der Weg ist das Ziel.“, „Wer nur den Hammer kennt, für den ist jedes Problem ein Nagel“, „Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens.“: Manche Zitate sind, so richtig sie sind, derart abgenudelt, dass man nur noch mit den Augen rollt.

Und dieses Augenrollgefühl beeinflusst, ob ein Leser weiterliest. Die drei Beispiele eben sind einige der Zitate, bei denen ich gar nicht erst weiterlese. Außer die Überschrift macht die Sache für mich in irgendeiner Weise so spannend, dass ich dranbleiben möchte.

Selbst wenn ein Leser nicht gleich aussteigt: Wann immer Sie sich für ein Zitat entscheiden, das sehr inflationär genutzt wird, riskieren Sie auf jeden Fall, dass es untergeht. Überlegen Sie lieber noch einmal: Gibt es ein anderes, weniger bekanntes – oder überraschenderes – Zitat?

„Gefällt mir“ ist kein Auswahlkriterium

Nur, weil Ihnen ein Zitat persönlich viel sagt, ist es nicht unbedingt dazu geeignet, um in Ihrer Selbstdarstellung oder in einem bestimmten Text aufzutauchen.

Ein Zitat sollte immer einen Sinn erfüllen: Etwas veranschaulichen, einer Information eine weitere Dimension verleihen, die Aussage, die Sie treffen wollen, stützen oder griffig genug sein, um Ihre Leser an etwas Wichtiges zu erinnern.

Trifft nichts davon zu: Hauen Sie es raus und hängen Sie es sich – ganz für sich selbst – an die Pinwand.

Brauche ich das Zitat für mein Endprodukt?

Manchmal ist ein Zitat der Startpunkt für einen Artikel: es hat Sie inspiriert, Sie finden es eine zentrale Aussage zu dem, was Sie nun näher ausführen möchten. Doch das heißt nicht, dass Sie das Zitat im Text auch wirklich brauchen! Nicht immer hängt man einen Text komplett an einer Ausgangsidee auf.

Prüfen Sie immer am Ende, ob das Zitat eine Existenzberechtigung in Ihrem Text hat oder ob nur eine Inspiration oder Schreibhilfe für Sie war, um den ersten Entwurf zu erstellen.

Die Dosis machts!

Auch für Zitate gilt: Weniger ist mehr. Ich sehe immer wieder Websites und Broschüren, die überquellen vor Zitaten.

Wenn es mehrere Zitate gibt, die passend sind, wählen Sie immer das stärkste aus. Das wirkt dann auch, anstatt in einer Zitateflut unterzugehen.

Wenn Sie ein Faible für Zitate haben, können Sie ja immer noch als Extra-Service auf Ihrer Website eine Zitatesammlung unterbringen.

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Dieser Beitrag dreht sich nur um die Wirkung von Zitaten. Wie Sabine in den Kommentaren betont, sind Zitate auch ein Copyrightproblem, das kann auch bei Verstorbenen der Fall sein! Einen Blogeintrag über Abmahnungen zu Karl Valentin-Zitaten musste ich leider beim Umbau des Blogs entfernen, weil der link nicht mehr aktiv war. Einfach Google bemühen!