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Legen Sie Schneeketten an!

Auch beim Schreiben kommt man manchmal ganz schön ins Schleudern. Umso besser, wenn Sie Schneeketten parat haben. Ihre Schneeketten beim Schreiben können sein:

:arrow: andere Menschen I: Schreibprofis
Lektoren, Schreibcoaches oder –trainer wie mich, versierte Schreiber wie Journalisten oder Buchautoren – oft ist es gut, einen Profi zu fragen, um weiterzukommen, ein klares Konzept zu erstellen, Verständlichkeit sicherzustellen oder einen bestehenden Texte „feintunen“ zu lassen.

:arrow: andere Menschen II: moralische Unterstützung
Manchmal möchte man nur gerne Cheerleader um sich herum haben: Leute, die motivieren oder bestätigen, dass man das schon gut machen (oder schaffen) wird. Umgekehrt bitte unbedingt fernhalten von allen Gewohnheitskritikern, Schwarzsehern und Runterziehern. Konstruktive Kritik ist super, aber Rumgemäkle braucht kein Mensch!

:arrow: Pause machen I: anderen Text bearbeiten
Es gibt immer mal einen Text, bei dem man unwillig ist oder schon länger Schwierigkeiten hat. Dann ist Abstand das Allerbeste! Manchmal ist es gut, einen anderen Text zu schreiben oder einen bestehenden Text fertigzumachen. Auf diese Weise bekommt man den Kopf frei und motiviert sich gleichzeitig, indem man sich selbst in seinen Schreibfähigkeiten bestätigt.

:arrow: Pause machen II: irgendetwas anderes tun, bloß nicht schreiben
Vielleicht liegt es aber auch gerade gar nicht an dem Text, der von Ihnen liegt, sondern Sie haben einen Schreibkoller. Speziell, wenn man sehr viel geschrieben hat oder länger schon an einem Text herumdoktert, ist es oftmals sehr gut, etwas komplett anderes zu machen. Die Wohnung putzen, ein paar Telefongespräche machen oder irgendein anderes Projekt zu erledigen. Auch hier ist ein Vorteil der Abstand und zwei weitere sind die Produktivität und Motivation, die immer entstehen, wenn man etwas weggeschafft hat.

:arrow: Pause machen III: rausgehen und Gehirn auslüften
Vielen Leuten hilft es auch, einen Spaziergang zu machen, also buchstäblich das Gehirn auszulüften: raus in die Natur, zackigen Schrittes (bewusst die Arme weit mitschwingen) und genießen, wie der Sauerstoff Sie mit jedem Schritt schlauer macht.

:arrow: Pause machen IV: sich unter Leute mischen
Wenn es Ihnen wie mir geht, dann tut es Ihnen gut, unter Leute zu gehen. Ich kann besonders gut im Café konzipieren. Zum einen scheint mir der Trubel gut zu tun, zum anderen ist es aber auch ein freieres Denken und ein Urlaubsgefühl, einen schönen Milchkaffee und Brownie vor sich zu haben anstatt den Monitor und die Tastatur.

Vielleicht brauchen Sie gar keinen Abstand, sondern suchen „Schneeketten“, die Ihnen genau jetzt weiterhelfen, am Text dranzubleiben. Diese können sein:

:arrow: Fokussieren
Setzen Sie sich mit dem Thema und Ihre Zielgruppe näher auseinander. Ich habe schon einmal erzählt, dass ich hierzu gerne Selbstgespräche führe. Ich gehe zum Beispiel in die Küche, mache Kaffee und währenddessen erzähle ich mir laut etwas über meinen Text. Manchmal tue ich so, als ob man mich über das Thema interviewt. Wenn Sie Selbstgespräche führen und sich über Ihre Zielgruppe, Ihren Text oder die Passage, an der Sie gerade hängen, klarer werden, flutscht es nicht nur mit dem Schreiben besser, sondern Sie machen das Thema für sich auch selbst wieder spannend.

:arrow: Analysieren, wenn was nicht stimmt.
Sind Sie ins Schleudern gekommen, weil irgendetwas an Ihrem Text nicht funktioniert, Sie aber nicht genau wissen, was das ist? Dann hilft es, sich mit Fragen anzunähern. Starren Sie also nicht auf den Text und doktern an einzelnen Formulierungen herum, sondern nutzen Sie die Schneeketten der gezielten Fragen:

:arrow: Platzhalter setzen an der Stelle, die aufhält
Auch das habe ich Ihnen schon erzählt: überspringen Sie die Passagen, an denen Sie hängen, weil Ihnen nichts einfällt oder weil Sie mit einer bestehenden Formulierung nicht zufrieden sind. Ich mache mir entweder Platzhalter mit drei gelb schattierten xxx oder aber ich schreibe „Hier steht dann was Phänomenales zu …“ (und markiere es ebenfalls farbig). Dann kann ich weiterschreiben und später darauf zurückkommen.

:arrow: den roten Faden verfolgen

:arrow: sich gut zureden
Gestern habe ich schon betont, dass das Herummotzen an sich selbst nie hilfreich, sondern immer sehr schädlich ist. Das Gegenteil nützt jedoch immer: Sagen Sie sich, dass Sie schon ganz andere tolle Texte geschrieben haben. Bestätigen Sie, dass Sie natürlich genug Fachwissen haben, um den Text fertigzustellen (sonst hätten Sie sich dieses Thema ja nicht ausgesucht)! Seien Sie Ihr eigener Cheerleader und fragen Sie sich, was Sie genau jetzt gut brauchen können, um motiviert weiterzuschreiben. Und da schließt sich dann wieder der Kreis zu oben.

Was sind Ihre Schneeketten, wenn Sie ins Schleudern kommen beim Schreiben?

Dieser Adventskalender der Schreibtipps funktioniert so:

BlogleserInnen geben mir ein Hauptwort vor, das überhaupt nichts mit Schreiben zu tun hat. Ich muss es schaffen, einen schlüssigen Schreibtipp draus zu machen. Wenn Sie, wie von Dagmar vorgeschlagen, Ihren eigenen Tipp zum “Wort des Tages” ergänzen möchten: Nur zu!

Die “Schneeketten” waren ebenfalls von Dagmar.

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4 Kommentare

  1. Edeltraud sagt:

    Hallo Gitte,
    für das, dass du im Dezember pausieren willst, bist ganz schön fleißig.
    Kommst du da noch zu deinem Projekt, wenn du uns jeden Tag mit voi dollen Artikeln überrascht??

    Schönen Adventsonntag (bedenke, es ist schon der 2. Advent!)
    Edeltraud

  2. Edeltraud sagt:

    Jetzt hab ich erst den letzten Satz gelesen, was unsere Schneeketten sind.
    Ich schreibe grad an unserer Kundenzeitung und meine Schneeketten sind anscheinend kaputt, sie geben keinen Halt, ich rutsche unmotiviert hin und her, gräßlich grrrrrrrrrrrrr!

  3. Dagmar sagt:

    Liebe Gitte,
    ich bin begeistert was Du aus meinem Stichwort ‘Schneeketten’ alles rausgeholt hast. Und was für super Hilfsmittel Du uns an die Hand gibst.

    Was ich mache, wenn ich mit meinem Text ins Schleudern komme:
    Abstand gewinnen, indem ich mal was völlig Anderes tue.
    Wunder wirkt auch, den Moment abzupassen, wenn ich mit dem Texten gründlich festgefahren bin. dann nicht mich weiter quälen. Dann lasse ich den Text einen Tag (oder Nacht) ruhen und mit dem neuen zeitlichen Abstand sehe ich, wo ich vielleicht vorher zu kritisch war und an welchen Stellen der Text so bleiben kann. Andererseits entdecke ich Doppelungen und Überflüssiges, so dass ich mich mehr aufs Komprimieren des Textes konzentrieren kann. ( Zum Glück gibt es da ja den Staubsaugerbeuteltrick)
    Und manchmal, hilft sogar, auf Tauwetter zu warten. Z.B. wenn es keinen Abgabetermin gibt.

    Na dann Schnee und Text ahoi!!!

  4. Gitte Härter sagt:

    @Edeltraud:
    Oha, ich hoffe, Du hast das Schleudern in den Griff bekommen! – Und mach mir nicht noch zusätzlich Zeitdruck … ich bekomme eh schon immer hohen Blutdruck, wenn wieder eine weitere Kerze angezündet wird. :mrgreen:

    @Dagmar:
    Jaaaa … der ultimative Tipp ist “Auf das Tauwetter warten”. Ganz wichtig! Und wenn man keiner von den Leuten ist, die immer kurz vor knapp erst in die Gänge komme, dann kann man sich das auch leisten.

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