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Startschuss: Ich schreibe einen Roman.

Schon seit langem möchte ich einen Roman und ein Filmdrehbuch schreiben. Seit einigen Jahren schiebe ich das vor mir her. Auch wenn ich problemlos nebenbei in Serie Ratgeber- und Businessbücher schreiben kann, so ist Belletristik ein völlig anderes Paar Stiefel. Doch Sie wissen ja: Schreiben lernt man nur durchs Schreiben. Darum ist meine Devise jetzt „Loslegen!“ anstatt „Wenn ich mal den Kopf dafür habe …“.

Ich dachte mir, es ist für Sie vielleicht auch spannend, meine Fortschritte und Gedanken zu verfolgen. Vielleicht schließen Sie sich mir ja auch an mit Ihrem Schreibprojekt und berichten in den Kommentaren jeweils, wie es Ihnen in der vergangenen Woche ergangen ist: Was haben Sie geschafft? Woran haben Sie geknabbert? Was ist überraschend gut gegangen? Wo hakt es vielleicht? Was war ein Aha-Effekt?

Für mich ist die Öffentlichkeit natürlich doppelt und dreifach gut: Ich bin gezwungen, auch wirklich konsequent dranzubleiben. Und wenn der Roman fertig ist und die Bestsellerlisten erklimmt, können wir alle im Detail zurückschauen, wie er entstanden ist. :mrgreen:

Zum Start:

:arrow: Ich habe mir ein Netbook gekauft. Es tut mir nicht gut, wenn ich an meinem regulären Arbeitsplatz schreibe, weil ich da zu sehr im „Businessmodus“ bin. Mit dem Netbook kann ich mich jetzt gut an einen anderen Platz in der Wohnung verziehen oder im Café schreiben. Der erste Eindruck ist, dass es erstaunlich gut geht. Da ich sehr schnell tippe, habe ich mich extra für ein Netbook entschieden, bei dem die Tastatur und das Schreibgefühl postiv bewertet wurden. Einziges Problem ist momentan für mich nur die rechte Groß-Taste. Denn die ist bei den meisten Netbooks sehr viel kleiner und weiter nach außen versetzt, so dass ich sie momentan immer noch verfehle. Das nervt. Aber ich denke, ich werde mich dran gewöhnen.

:arrow: Es gibt noch keine ausgereifte Idee, bisher habe ich nur eine grobe Ahnung, wo ich hin möchte. Ich werde im nächsten Eintrag etwas mehr zu meinen Anfängen sagen. Nur so viel: Ich mag keine vorhersehbaren Geschichten. Jaja, das sagt jeder. Aber eine clevere Geschichte zu schreiben, erfordert mehr Mühe und Können. Und wenn man so liest, was es alles für vorhersehbaren Geschichten oder enttäuschende Schlüsse gibt, dann sieht man, wie leicht man ins übliche Fahrwasser gerät. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: So richtig meisterhafte Schreiber UND Geschichten”strukturierer” kenne ich wenige.

:arrow: Ich bin niemand, der sich ein festes Pensum an Seiten pro Tag vornimmt. Sowas funktioniert bei mir nicht. Sobald ich weiß, wo ich hin will, flutscht es in der Regel. Und auch wenn ein Roman natürlich eine völlig andere Schreibe und Struktur erfordert, so denke ich, dass ich, wenn die Anfangsschwierigkeiten genommen sind, da schnell den Bogen rausbekomme. Da mein Alltag meistens gut voll ist, werde ich entweder gleich morgens oder abends am „Projekt Roman“ arbeiten und natürlich besonders am Wochenende.

Packen Sie Ihr Schreibprojekt mit an und haben Sie Lust, wöchentlich darüber zu berichten? Dann stellen Sie es doch hier in den Kommentaren kurz vor.

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18 Kommentare

  1. Maria sagt:

    Ich finde, es gehört viel Mut dazu, während des Schreibens eines Romans (und sogar vor dem Startschuss!) so an die öffentlichkeit zu gehen! !!!

  2. Anja sagt:

    Mein Projekt ist nicht mehr ganz so neu und frisch. Es hat aber beim Lesen hier solche Freudensprünge gemacht … ich hoffe, es darf mitmachen.

    Das ist der jetzige Stand und damit mein Startpunkt:

    Das Projekt ist mein erstes eigenes Buch und widmet sich in literarischer Form einem Lebenskrisenthema. Ich schrecke noch vor der Bezeichnung “Roman” zurück, weil die Handlung weniger vielschichtig ist. Für eine Novelle ist mein Schreiben nicht dicht genug und so spreche ich im Moment gern von einer Erzählung.

    Zwei Jahre lang hatte ich in handschriftlichen Skizzen zu meinem Thema geschrieben. Wie kann man das und das darstellen? Was sind typische Details? Anhand dieser Sammlung folgte das erste Konzept. Im vergangenen Jahr, 2010, übernahm ich die passenden Skizzen in den Computer und baute sie aus.

    In diesem Jahr habe ich zuerst das Konzept gestrafft. Jetzt möchte ich die Erzählung systematisch überarbeiten und dabei den Schwerpunkt jede Woche auf ein anderes der Kapitel legen. Es sind 39 Kapitel – wenn ich tapfer durchhalte, komme ich kurz nach dem Jahreswechsel 2011/2012 beim Schluss an. :-)

    Mit dem Überarbeiten bin ich in dieser Woche bei Kapitel 2 und habe mir heute einen ausgiebigen Schreibtag gegönnt, damit mir die Osterfeiertage keinen Strich durch die Planung machen.

    Es zeigt sich jetzt schon: Durch die lange Entwurfszeit und das patchworkartige Schreiben habe ich besonders viele lose Enden und chaotische Szenen fabriziert. Einsame Inseln und Bilder müssen nun verknüpft werden. Wichtungen müssen verschoben werden, damit Nebensächlichkeiten nicht mehr ausufern und wesentliche Dinge zu kurz kommen. Ja, es gibt garantiert viel zu tun und zu entdecken, bevor ich nach diesem Jahr mein Werk dem ersten Testleser überreichen kann.

    Liebe Grüße
    Anja

  3. Gitte Härter sagt:

    @Maria.
    Dankeschön :-) Ja, das ist immer eine klare Entscheidung für ein Ziel, wenn man es öffentlich macht. Hier im Blog ist es doppelt gut, weil man vom Entstehungsprozess ja jede Menge lernen kann – bzw. sich aus der Praxis gute Themen ergeben. Für mich ist das Romanschreiben ja auch völlig Neuland, und so erlebe ich einmal mehr aus erster Hand wie das Gefühl ist, wenn man sich mit Schreiben schwerer tut. Das wird bestimmt spannend. Ich bin selbst neugierig!

    @Anja
    Wunderbar, da sind wir ja schon zu zweit. Und Dein Projekt, das ja anders gelagert ist UND in einem anderen “Stadium” ist bietet uns dann weitere interessante Einblicke, sozusagen durchs Schlüsselloch. So richtig nahe dran, da lernt man am meisten. Und ich bin sicher, dass es für Dich auch eine schöne Sache ist, so richtig dranzubleiben und wöchentlich auch Revue passieren zu lassen: “Was bisher geschah” ;-)

    Sehr schön! Vielleicht schließen sich ja auch noch weitere MitleserInnen mit Projekten an.

  4. Anja sagt:

    Hallo Gitte,

    :-) ich freue mich schon riesig auf den Austausch und hoffe auch, dass sich noch einige Projekte einreihen. Der Austausch hier kann bestimmt auch über die eine oder andere Durststrecke hinweghelfen.

    Heute, wo es um die letzten Ostervorbereitungen in Haushalt und Business geht, ist es bei mir wie verrückt. Der Kopf produziert Gedankenblitze zum Buch und will nichts von Ostern wissen. Ich habe mich schon zweimal an den Computer gepirscht, heimlich meine Buchdatei geöffnet und kleine Szenen geschrieben und umgeschrieben.

    Nun Neustart mit den Tagesaufgaben! ;-)

    Liebe Grüße
    Anja

  5. Liebe Gitte,

    auch ich bin neben meiner Trainerintätigkeit eine begeisterte Schreiberin (Kurzprosa und Lyrik). Habe mir ebenfalls ein Netbook dafür gekauft – um vom “Businessmodus” – auf “Was wäre wenn modus” umzusteigen.

    Das mit der rechte Groß-Taste gibt sich. Ist eine reine Übungssache. Viel Glück bei deinem Vorhaben – falls du mal ne Schreibblockade hast, frage deine Figuren wie es weitergehen könnte/ sollte …….

    Ich wünsche dir viel Glück!
    Cornelia

    PS Ich liebe Sie – ein interessanter Einstig für eine Kurzgeschichte ???!!!

  6. Huhuuuuu,

    das ist nun gleichzeitig ein Ausruf der Begeisterung und ein Hunde-Heulen… Denn ich möchte ja auch. Schon lange! Endlich mal einen Roman oder Krimi, nicht immer “nur” Fachbücher. Bis Ende April will ich meine letzte CD- ROM mit Seminarmethoden fertig haben- UND DANN…

    Geht es in den Urlaub- und ich habe schon für den Urlaub ein Buch über Romane schreiben und eins über Krimis schreiben (was ich mir noch schwerer vorstelle) parat liegen.

    Denn anders als bei Fachbüchern, wo immer irgendwann eine konkrete Idee auftauchte, habe ich zu einem Roman noch keine richtige.

    Nur die Idee- und die Befürchtung- das wird erst mal ziemlich autobiographisch. Das schreckt mich. Habe aber gelesen, dass das oft bei Erstlingswerken so ist.
    Finde selbst Romane und Krimis klasse, die in einem Genre spielen, wo der Autor ursprünglich beheimatet war. Juristen-Thriller oder Medizin-Thriller etc.
    Aber ein Trainer- Thriller?

    Gleichzeitig ist eine Idee, meine 10 Sahara- Reisen da rein zu packen. Also Abenteuer- Training und Sahara???

    Wie gesagt: noch keine konkrete Idee.

    Will mir aber im Urlaub dafür Zeit nehmen. Eben dieses Buch über “Romane schreiben” endlich weiter lesen. Denn als ich mal damit angefangen hatte, bekam ich gleich Ideen und Lust..

    Dieser Aufruf von dir ist nun ein weiterer Anstoß.

    Liebe Gitte,
    weißt du denn schon, worüber du schreiben möchtest? Verrätst du das auch- im ganz Groben?

    Ich kaufe mir zwar jetzt nicht extra ein Netbook, habe aber ein zweites kleineres Laptop, ursprünglich für Reisen geplant und dann doch nicht genutzt. Das könnte ich ja dafür nehmen- ist eine gute Idee.

    Spannend!!

  7. Günter sagt:

    Hallo Zusammen,

    ja aller Anfang ist leicht, eine Idee für einen Roman habe ich schon länger im Kopf. Die ersten Ideen für Charaktere & Eigenschaften der Figuren, eine grobe Idee wo die Story startet, ein paar Ideen in welche Richtung es gehen kann auch.

    Zum schreiben nutze ich auch ein Netbook und ein paar lose Blätter für spontane Notizen dabei. Dies gibt die Freiheit, Ideen die Unterwegs auftauchen – schnell zu notieren & mit dem Alltag weiter zu machen.

    Was ich mich aktuell Frage ist, wer erzählt meine Geschichte? Ist es die Hauptfigur? Ist es jemand aus dem Hintergrund, jemand aus einer Nebenrolle? Welchen Einfluss hat dies auf den Schreibstil & den Blickwinkel aus dem ich Orte & Ereignisse beschreibe.

    Nun da ich zwar gerne schreibe, aber ich habe noch nie tatsächlich eine längere Geschichte geschrieben. Ich habe kürzlich ein Buch von James N. Frey entdeckt, dass über die Inhalte guter Romane schreibt. Ideen beschreibt was hinein gehört und was nicht, bzw. was andere verwendet haben und wie dies wirkt. Das Buch heißt “Wie man einen verdammt guten Roman schreibt”. Ich finde es überaschend gut für den Einstieg ins Schreiben.

    Was haltet Ihr von solchen Büchern?

    Beste Grüße

    Günter

  8. Berkana sagt:

    Wow, tolles Projekt!!

    @Günter: von solchen Büchern halte ich viel, ich glaub ich hole mir gleich mal das von dir Empfohlene.

    Ja, ich würde mich da auch gerne einklinken. Erfahrung mit dem Schreiben habe ich, aber ein Roman war noch nicht dabei. In meiner Jugend habe ich zwar schon zwei längere Texte verfasst, aber das war wohl mehr “therapeutisches Schreiben”.

    Jetzt würde ich gerne innerhalb dieses Rahmens aus den vagen Ideen, die ich habe, ein Konzept entwickeln. Das “Problem”, das sich bei den ersten beiden Versuchen stets gezeigt hat war: Konzepte sind toll, aber die Figuren und die Geschichte fangen an irgendeiner Stelle an, ein Eigenleben zu entwickeln. Und dann bin ich selbst immer überrascht, was die da veranstalten. Kennt ihr so was?

    Wie ich das neben Job etc. zeitlich hin kriege, weiss ich noch nicht, aber da hoffe ich auch auf einige Tipps!

    Danke jetzt schon mal für den Anstoß!

    Grüsse
    Berkana

  9. Angela Shomper-Klein sagt:

    Liebe Gitte Härter,
    - und liebe anderen Schriftsteller! -

    mit einem freudigen “oh!” habe ich den Startschuss zu Ihrem ersten Roman gelesen – GRATULATION!!!

    Da ich mich, wie einige andere hier auch, seit einigen Jahren “nebenbei” schreibend durch das Leben bewege, und da ich gerade , wieder mal einige Bücher dazu gelesen habe, wollte ich einige Buch-Tipps loswerden, die meiner Meinung nach der Schriftsteller-Seele guttun können:
    1.) Julia Cameron – “Der Weg des Künstlers” und “Die Kunst des Schreibens”
    2.) Dorothea Brandes “Schriftsteller werden”

    Nähere Infos dazu kann man bei einschlägigen Seiten im Internet nachlesen (ich möchte ja nicht den Rahmen hier sprengen… :-) ) – nur soviel sei dazu verraten: Es tut gut, es macht Mut, es gibt kreative Power, es vermittelt anderes als pures “Fach”wissen oder Schreibtechnik, wenn man diese Bücher liest.

    Und Technik (sprich Struktur, Plots, Charaktere, Aufbau, etc.) ist zwar wichtig und gut, aber meiner Meinung und Erfahrung nach nicht alles:
    Das schreibende Herz, der kreative Part und die wortdurchtränkte Liebe zur Story sollten auch “mitschreiben”;
    denn manche Geschichten haben ihr Eigenleben und wollen so erzählt werden, wie sie möchten, und nicht, wie es das schriftstellernde Ego gerade will…
    (damit kämpfe ich nämlich gerade…)

    Insofern, liebe Gitte Härter, wollte ich Ihnen ganz viel weiterhin hoffentlich anhaltenden vorwärtsdrängenden, optimistischen Wage-Mut vorbeischicken, damit Sie die Struktur zwar nicht aus den Augen zu verlieren, aber dennoch auch bei Ihrem Vorsatz bleiben, die Geschichte “laufen” zu lassen.

    Und natürlich drücke ich die schreibenden Daumen, und wünsche viele gute Einfälle, damit es hoffentlich ganz oft und gut “flutscht”!

    Viele Grüße,
    Angela

  10. Gitte Härter sagt:

    Hallo zusammen,

    herzlichen Dank für die vielen vielseitigen Kommentare. :-)

    @Anja
    Das “heimliche” an den Computer pirschen, um dringend am Buch was zu machen, ist ja ein schönes Zeichen, dass Du ganz wild drauf bist, weiterzumachen! So soll das sein.

    @Cornelia
    Schau, da geht es nicht nur mir so mit dem “Businessmodus”! Dankeschön fürs Bestätigen, dass ich das mit der Großtaste bestimmt schnell umgewöhne. Es ist schon lustig, wie man plötzlich an so Kleinigkeiten überhaupt genau wahrnimmt, wie man sonst schreibt bzw. wie Tasten angeordnet sind. Da habe ich ja im Leben nicht drauf geachtet.

    Das mit dem “Figuren fragen” bzw. erzählen lassen, darauf freue ich mich schon. Ich glaube nämlich auch, dass in einem gewissen Rahmen die Charaktere ein Eigenleben entwickeln (sollten).

    PS: “Ich liebe Sie!” klingt wirklich wie ein guter Einstieg oder sogar Titel für eine Geschichte.

    @Zamyat

    Hihi: “Trainerthriller” klingt schon mal vielversprechend. :-)

    Vieles, was Du ansprichst, geht mir auch so: Ich schätze auch Bücher, bei denen jemand einen praktischen Hintergrund hat (Anwälte, Mediziner o. Ä.) – und mir selbst liegt die Empfehlung “write what you know” (schreibe über das, was Du kennst) auch mehr. Mich gruselt es immer, wenn Leute versuchen, amerikanische Krimis zu schreiben, von grundlegender Polizeiarbeit dort aber überhaupt keine Ahnung haben. Oder wenn man sogar als Laie fachliche Fehler findet.

    Sowas wie einen historischen Roman oder etwas, das sonst viel Recherche erfordert, würde ich nicht schreiben, weil es mir zu viel Arbeit wäre. ;-)

    Ich habe die letzten Jahre auch immer gedacht, ich bräuche DIE Idee, bevor ich anfangen kann. Doch das war natürlich verkehrt! Denn DIE Komplettidee wird man selten haben, sondern es geht darum, die Idee erstmal zu entwickeln. Ich hatte letzte Woche beim Startschuss auch erst eine grundsätzliche, grobe Idee und habe diese nun konsequent weiterentwickelt, so dass mein Roman nun schon eine grundsätzliche Form hat (Details dazu und meinen weiteren Erkenntnissen der ersten Woche schreibe ich am Montag im ersten Wochenbericht).

    Ich habe ein Thema gewählt, das mich auch im normalen Leben sehr bewegt und interessiert. Wenn ich es in ein Genre einordnen sollte, dann wird es am ehesten ein Psychothriller sein.

    @Günter

    Ja, das sind die spannenden Fragen: Wer erzählt? Wie wirkt es sich aus? und und und Das ist die Kunst der AUSWAHL und Entscheidungen, wie man als Autor in jedem Text (auch in Fachtexten) treffen muss. Das ist auch genau die Kunst, die man fertigen Texten oft nicht ansieht. Je besser sie sind, desto weniger fallen einem diese Entscheidungen auf, wenn sie gut umgesetzt sind und alles “rund und mühelos” erscheint.

    Ich bin ein sehr großer Verfechter von HANDWERK LERNEN und BEHERRSCHEN. Insofern halte auch ich viel von guten Schreiblern-Büchern (auch wenn, wie so oft, nicht alle gut sind). Das “Wie man einen verdammt guten Roman schreibt” habe ich auch gelesen und fand es nützlich. Auch zahlreiche Bücher, die sich mit einzelnen Themen befassen fand ich sehr hilfreich: Dialoge, Dramaturgie etc.

    Die letzten Jahre habe ich sehr viel dazu gelesen. Man lernt nicht nur für ein eigenes Schreibprojekt, sondern man wird auch viel aufmerksamer im Lesen und Beurteilen von anderen Büchern, Serien oder Filmen: Je mehr man weiß, desto mehr erkennt man bewusst, warum ein Roman so gut funktioniert, warum genau er clever oder spannend oder emotional mitreißend ist. Und man erkennt natürlich auch deutlicher, wenn eine Geschichte schlampig ist, man sich überhaupt nicht identifieren kann oder nach Seite 20 keinen Bock mehr hat. Dieses bewusste Wahrnehmen und ein sicheres Gefühl für Details finde ich sehr wichtig – denn dann ist es nicht nur “funktioniert nicht” oder “gefällt mir nicht” oder “konnte gar nicht aufhören”, sondern man WEISS WARUM es jeweils so ist.

    @Berkana

    Sehr schön. Unser Projekt hat ja keinen straffen Zeitplan, doch das wöchentliche “Das habe ich gemacht an meinen Buchprojekt” (auch wenn es mal etwas weniger war) stellt bestimmt sicherer, dass man dran bleibt. Und dass man auch Lust hat, was zu machen, um es berichten zu können. :-)

    @Angela

    … und noch eine “Schreiberin”, sehr schön! Dankeschön für die Buchhinweise, Ihre eigene Erfahrung und die guten Wünsche. Ja, ich sehe das genau wie Sie: das eine ist ein “Plan” (Struktur, Charaktere, Plot …), das andere ist genug Freiheit, damit sich ein Buch auch erzählen kann. Da braucht es meiner Meinung nach das richtige Verhältnis. Da ich – egal bei welchen Texten – fest daran glaube, dass eine Struktur vorteilhaft ist (was nicht heißt, dass alles bis ins Detail in Stein gemeißelt wird!), habe ich diese Woche auch schon meinen Roman grob strukturiert. Was ich genau gemacht habe und warum ich das vorteilhaft finde, erzähle ich in meinem ersten Wochenbericht am Montag.

    Das “Aller Anfang ist leicht” von Günter hat mich zum Schmunzeln gebracht. Ich habe auch einen Heidenrespekt vor dem, was noch kommt. :-)

    Herzliche Grüße
    und schöne Feiertage
    Gitte

  11. Liebe Gitte und alle Schreiberlinge,

    genau diesen Anstoß habe ich gebraucht. Ich habe mir während meines Osterurlaubs viele Gedanken zu meinem Manuskript gemacht, an dem ich schon seit Jahren „rummache“ und als ich hier dieses Projekt entdeckte, hat es bei mir Klick gemacht.

    Ursprünglich wollte ich eine Art Dokumentation schreiben über die Begegnungen mit jüdischen Zeitzeugen in Paris, die ich nach dem Abi vor 20 Jahren gemacht habe. Ich wollte darin auch beschreiben, was diese Gespräche nicht nur bei mir bewirkt, sondern auch in den Zeitzeugen selbst ausgelöst haben. Einige von diesen Menschen sind enge Freunde von mir geworden. Irgendwie fand ich bislang jedoch nicht die richtige Art und Weise, wie ich all die Begegnungen und Erfahrungen und Zeitzeugenberichte zusammenfassen konnte.
    Jetzt hat sich die Sache für mich etwas geklärt. Ich will das Manuskript als Roman schreiben; wie ich nach dem Abi auf Zeitzeugensuche nach Paris ging und dabei viel mehr fand als nur Zeitzeugnisse.

    Ich freue mich schon auf einen regen Austausch beim sonst so alleinigen Schreiben.

    Viele Grüße Florentine

  12. Gitte Härter sagt:

    Hallo Florentine,

    wie schön, Dich hier wiederzusehen. :-)

    … und ein spannendes Projekt hast Du da! In Romanform hast Du jetzt ja die aufregende Entscheidung, wie-wo-was und besonders die Erzählweise/-perspektive festzulegen. In der Phase bin ich auch gerade und es ist irre, wie sehr sich eine Idee und mögliche Geschichte verändert, wenn man diesen oder jenen “Regler” etwas verschiebt. Unendliche Möglichkeiten!

    Viel Spaß beim Loslegen!
    Gitte

  13. katinka sagt:

    Liebe Gitte, liebe Schreibende,

    wie gerufen kommt mir das. Und vielleicht stand ich ja tatsächlich ganz oben auf dem Gamskarkogel, auf dem mein Protagonist gerade herumkraxelt, und hab mit klagender Stimme nach Süddeutschland rübergerufen: „Hallllloooo, ist da jemand, der auch an einem Roman schreibt und ab und zu Rückmeldung braucht und geben will??“ (Gitte, hast du da zufällig was gehört, so vor drei bis vier Wochen etwa?)
    - Na, jedenfalls schön, dass wir uns gefunden haben.

    Aber nun zu meinem Projekt. Ähm, genauer gesagt zu den Projekten. Ich gehöre nämlich seit einer Weile zu jenen Autoren, die prokrastinieren (aufschieben), indem sie Zweit- und Drittprojekte beginnen, noch bevor das erste abgeschlossen ist. Der oben erwähnte Protagonist muss also vordergründig ausgerechnet jetzt Berge besteigen und damit eine längere Erzählung voranbringen, damit die Frau Autorin sich weiter davor drücken kann, die Rohfassung (ca. 170 Seiten) ihres Romans zu überarbeiten. Sie selbst behauptet, sie müsse zwischendurch einfach mal wieder drauflos schreiben dürfen. Und dass sie sich dann – wenn die Erzählung fertig sei – mit ganzer Kraft der Überarbeitung widmen würde. In der Hinsicht möchte ich der Dame ein bisschen Feuer unterm ihr-wisst-schon machen und ihr nahelegen, über ihre jeweiligen Arbeitsschritte an dieser Stelle Rechenschaft abzulegen.

    Das blöde an so ’ner Überarbeitung ist ja, dass alles schon irgendwie da ist und doch manches noch fehlt (oder eben überflüssig ist). Entscheidungen sind zu treffen, und liebgewonnene, mit viel Herzblut geschriebene Textteile müssen womöglich gestrichen werden („kill your darlings!“). In meinem Fall hat sich auch der Plot ein wenig verschoben, nachdem eine Figur mir zu verstehen gab, dass man ihr mehr Platz einräumen müsse, damit der zentrale Konflikt noch deutlicher wird.

    Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Struktur und Handlungsverlauf standen von vornherein fest, aber beim Schreiben treten eben oft neue Aspekte hinzu, die sich nach meiner Erfahrung vor allem aus dem näheren Kennenlernen der Figuren und ihres Beziehungsgeflechts ergeben (können). Diesen Raum zur Entfaltung möchte ich ihnen auch unbedingt lassen, denn damit überraschen sie mich oft und bereichern (meist) auch die Geschichte. Mir wird manches erst beim Schreiben der Rohfassung richtig klar. Und das ist mit das Tollste an diesem Prozess – die Entwicklung und das Aufdecken von Hintergründen, die man zuvor nur in Ansätzen überblicken kann. (Eine Autorin hat das mal so beschrieben: „Ich hatte alles so schön geplant – und dann wird die dumme Kuh schwanger!“)

    Allerdings glaube ich, dass jede/r Autor/in damit anders umgeht („Na und, dann muss sie halt abtreiben…“ oder: „Die spinnt wohl. Dann verbiete ich ihr eben jeglichen Körperkontakt mit Männern – und zwar vom ersten Kapitel an.“). Und das ist auch völlig okay so. Das muss man aber eben erstmal rausfinden, wie man selbst am besten klarkommt mit dem Stoff und den Figuren. Wie viel oder wie wenig vorher schon festgelegt sein soll, damit man sich dauerhaft wohlfühlt beim Schreiben. Denn das ist angesichts der langen Strecke sehr wichtig. 42 Tage reichen da wohl kaum ;-) .

    Euch allen genug Puste wünscht

    Katinka.

  14. Gitte Härter sagt:

    Hallo katinka,

    ja sehr schön: komm zu uns! :-) Ich musste sehr darüber lachen, dass Dein Protagonist einfach ausgiebig bergsteigt anstatt dass die Geschichte vorangeht.

    Du bist ja offenbar seeeehr produktiv! Umso wichtiger, dranzubleiben, um die Babys auch fertig zu bekommen.

    Ich finde auch: zwar ein Konzept, aber nicht alles festplanen. Entwicklungsraum ist schon wichtig. Selbst bei mir, wo ich ja noch total am Anfang stehe, verändert sich die Grundidee gerade gewaltig, je nachdem, auf welche Person man verlagert oder tiefer geht.

    Und gerade das von Dir angesprochen “Wie gehe ich als Autor mit den Möglichkeiten um” ist das tolle am Schreiben .. und manchmal fast ein wenig einschüchternd. Wo führt das alles hin! ;-)

    Anja, die auch mitschreibst, ist auch schon am Überarbeiten – da seid Ihr vielleicht dann im selben Boot.

    Viele Grüße
    Gitte

  15. Liebe Gitte, liebe alle,

    was nährt meine Seele?
    Schreiben!
    Was noch?
    Morgens im Bett bleiben, Milchkaffee genießen, schreiben … und die Newsletter von der Schreibnudel z.B. lesen … da bin ich also und lese von Deinem Projekt.
    Auch das nährt meine Seele, von Dir zu lesen und Deinem Projekt und all den anderen, die auch ein Schreib-Projekt vor sich haben.

    Ich hätte da auch eines :-)
    Wollte vor 2 Wochen in Mallorca beginnen zu strukturieren und ein Manuskript schaffen, und überhaupt hier bei den Tipps lesen.

    Gitte, Du hast einfach eine tolle Schreibe :-) … und ich lerne gerne von Dir … Schritt für Schritt.

    Also. In Mallorca war traumhaftes Wetter … und wir waren ja zum Radfahren dort … also das wurde NIX mit meinem Buch-Projekt. Ich bin draußen gewesen mit dem Rad und hab’s genossen. Das Buchprojekt war ganz weit weg.

    Gestern erzählte ich meiner Freundin, die es liebt in ihrem Blog zu schreiben, also ein Buch-schreibe-Projekt ist was für den Winter und nicht für schönstes Sonnenwetter. Wenn ich aber hier heute morgen schmökere, dann gibt es viele Möglichkeiten, Orte und Zeiten zu finden, um dranzubleiben, am Ball zu bleiben. Sprich. Ich fühle mich motiviert … ich werde dazu in meinem Zimmer etwas umräumen, damit ich meine Schreibecke habe … werde aber mit meinem Mac auch raus gehen … es inspiriert mich sehr, in einem Café zu schreiben, da trudeln die Ideen nur so in meinen Kopf.

    Mein Buch soll ein Ratgeber, ein Wegbegleiter sein zum Thema Berufung, Einzigartigkeit, Genius. Ich bleibe dran und werde berichten. Jetzt erstmal Struktur und Themen und Ideen sortieren.

    Herzlicher Gruß aus Frankfurt. Petra

    @Zamyat: Schöne Idee und ich wäre sehr gespannt auf einen Krimi oder Roman von Dir. Da bietet sich der Urlaub doch an …

    @Katinka, die Zweit- und Drittprojekte kenne ich auch SEHR gut …

  16. Gitte Härter sagt:

    Hallo Petra,

    dankeschön! :-) ich freue mich sehr, dass Dir mein Stil so gut gefällt und Du Newsletter & Co. gerne liest und Dir Anregungen holst.

    Wie schön, dass Du Dich auch ans Buchüberlegen machst und hoffentlich auch Lust hast, über Deine Fortschritte zu berichten. Und bei einem Ratgeber – das kommt Dir vielleicht erst recht gelegen momentan – schreibst Du auch nicht sofort das Buch, sondern entwickelst erst einmal die Idee und machst diese zu einem überzeugenden Buchkonzept. Damit überzeugst Du dann erstmal einen Verlag von Deiner Buchidee und unterschreibst einen Vertrag – erst jetzt ist es Zeit zum richtigen Schreiben. Das ist der Unterschied zur Belletristik, wo man direkt sein Buch schon fix und fertig schreibt.

    Gut schreib!
    … und nun erstmal ein schönes Wochenende
    Gitte

  17. Hallo Katinka,

    ganz lieben Dank für Deinen Anstoß. “Überarbeitung”.
    Ein schwieriges Unterfangen für mich, da ich lieber Ideen zu Papier bringe, anstatt sie später zu zerpflücken und “zu töten”. Beim Lesen Deines Postings kam mir die Idee, mein ursprüngliches Manuskript (immerhin schon 6 Jahre alt) hervorzuholen und zu entstauben – mal sehen, vielleicht könnte ich die eine oder andere Stelle ja verwenden… und siehe da: ich las das erste Kapitel und war ganz überrascht darüber, was ich da alles geschrieben hatte. Gar nicht so schlecht. Jetzt habe ich den Abend mit der Überarbeitung angefangen. Das hat richtig Spaß gemacht. Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich meinen Zeitplan doch ganz gut einhalten kann, wenn ich so alte Kapitel und neue Kapitel miteinander verwebe.
    Als Tagesziel habe ich mir erst einmal 500 Wörter gesetzt, um überhaupt etwas zu Papier zu bringen und mich nicht erfolgreich darum zu drücken, weil alles andere wichtiger ist…
    Mit der Auoten-Software Papyrus bin ich vollauf zufrieden. Da kann ich z.B. ein Tagesziel angeben (in Seiten, Wörter, Absätzen,….) das System zählt mit und so sehe ich genau, wieviel ich schon geschrieben habe. Mich motiviert das immer, die Zahl voll zu kriegen und nicht nach 10 Sätzen die Hälfte wieder zu streichen und dann entnervt den PC zu verlassen.

    Hallo Gitte,

    ich freu mich auch wieder, bei Dir “mit im Boot” zu sein und hoffe, so am Ball zu bleiben.

    Ich wünsche allen ein wortreiches Wochenende

    Gruß Florentine

  18. [...] … derzeit geht es um Vorbereitungen rund um ihr Buch einen Roman. Bisher dazu zu lesen: Der Startschuss. Woche 1 und Woche 2 sind schon online. Lesen Sie aber auch andere Leserstimmen … u.a. auch [...]

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