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Die Blogroll darf kein Stiefkind sein!

„Blogroll“ nennt man die Liste von weiteren Blogs, die Sie in fast jedem Blog sehen. Dort verknüpft man sich mit anderen Blogschreibern oder verweist ganz einfach auf interessante Blogs. Leider werden Blogrolls oft sehr stiefmütterlich gepflegt – und das ist keineswegs ein Kavaliersdelikt!

Alles, was LeserInnen auf Ihrem Blog finden, reflektiert auf Sie. Eine Blogroll sind nicht einfach Verweise, sondern ein Service für Ihre Leserschaft, der als persönliche Lese-Empfehlung verstanden wird.

Damit sind aber auch Pflichten verbunden!

:arrow: Die Pflicht, die Blogroll aktuell zu halten.
Nichts verändert sich schneller im Netz als Verlinkungen. Ich kann es gar nicht zählen, wie oft ich bei Blogrolls auf links klicke, die ins Leere oder auf eine andere Unterseite führen, weil es das Blog nicht mehr gibt oder der Betreiber seine Website komplett geändert hat. Manchmal sind Blogs geschlossen und man wird auf völlig andere Inhalte geleitet.

Für mich als Leser ist es ärgerlich und Zeitverschwendung, wenn ich einer IHRER Empfehlungen folge und mein Klick ins Leere geht. Kommt das häufiger vor, verlieren Leser auch die Lust daran, Ihre Blogempfehlungen überhaupt noch zu beachten. Offenbar ist die Blogroll ein nicht gepflegter Friedhof, da lohnt sich das Klicken erst gar nicht. Finden sich mehrere Verlinkungen, die ins Leere führen, wirken Sie unsorgfältig.

:arrow: Die Pflicht, ein Auge auf die Inhalte zu haben.
Ja, auch die fremden Inhalte sind Ihre Sache! Immerhin: Wenn Sie auf ein Blog verweisen, verbürgen Sie sich sozusagen dafür: Da ist was lesenswert, ein Besuch lohnt sich! Doch auch Blogs verändern sich: manche fallen in der Qualität ab oder die Inhalte verändern sich einfach in einer Form, die den eigenen Geschmack oder das Interesse nicht mehr trifft. Viele Blogs fangen an zu dümpeln: da ist dann seit Wochen und Monaten kein neuer Beitrag mehr.

Die Frage ist immer: „Will ich das so empfehlen?“ und tut sich in den empfohlenen Blogs überhaupt noch etwas? Idealerweise lebt eine Blogroll. Ich haue immer wieder mal Blogs raus, bei denen sich nichts oder meiner Ansicht nach zu wenig tut oder bei denen ich über einen längeren Zeitraum einfach nichts finde, das mich interessiert. Ganz einfach, weil es sich um Empfehlungen handelt und hinter persönlichen Empfehlungen sollte man auch stehen.

:arrow: Die Pflicht, keine reinen Sympathielinks zu vergeben.
Da schlucken jetzt vielleicht einige von Ihnen. Aber Tatsache ist: nur, weil Sie jemanden kennen, mögen oder weil die andere Person auf Sie verlinkt, heißt das nicht, dass Sie sie automatisch auch in Ihre Blogroll aufnehmen sollten.

Zum einen ist eine Blogroll eine Erweiterung Ihrer eigenen Seite. Das heißt, dass Blogempfehlungen idealerweise einen thematischen Bezug haben, denn sie sollen ja einen Mehrwert für Ihre Leser darstellen. Keine Sorge: Sie brauchen sich nicht thematisch einzuschränken, sondern sich einfach überlegen: Will ich Seite X in meinem Blog verlinken oder nicht? Ich habe mich zur Zeit dafür entschieden, hier auf schreibnudel.de nur schreibrelevante und meine eigenen Seiten zu verlinken.

Wenn Sie thematisch auf verschiedenartige Blogs linken, dann achten Sie einfach darauf, dass man erkennt, worum es sich handelt. Sie können die Blogbezeichnungen deutlich genug machen oder eine aussagekräftige kleine Beschreibung, die beim Drüberfahren mit der Maus erscheint, nutzen. Oder Sie können, was sich besonders bei langen Blogrolls empfiehlt, thematisch sortieren. So habe ich früher auf unternehmenskick.de sehr viel mehr Blogs empfohlen und nach Schlagworten wie „Marketing & PR“, „Selbstmanagement“ etc. unterteilt. Zum Service gehört auch, dass Ihre Leser sich auf den ersten Blick klar orientieren können.

Zum anderen ist bei reinen Sympathielinks problematisch, dass nur, weil Sie jemanden kennen oder mögen, das nicht unbedingt heißt, dass Sie das Blog dieser Person empfehlenswert finden. Ich bin ein Gegner des Verlink-mich-weil-ich-dich-auch-verlinkt-habe-Prinzips. Machen Sie es sich zur strikten Maxime, nur nach Inhalten zu gehen. Wenn jemand auf Ihr Blog nur linkt, wenn er einen Gegenlink bekommt und damit “droht”, Sie wieder zu entfernen: soll er doch!

Denken Sie daran: Ein Verweis auf eine andere Seite kommt einer persönlichen Empfehlung gleich. Empfehlungen fallen aber auch immer auf Sie zurück.

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