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Hat Ihr Text einen Und-Befall?

Im November habe ich schon mal über 10 verbreitete Schreibmacken geschrieben:

Genau wie jeder von uns einen bestimmten aktiven Wortschatz und Sprachmuster hat, gilt das natürlich auch für unsere Schreibe. Das ist gut, weil es idealerweise unseren eigenen Stil ausdrückt. Aber es führt natürlich auch zu unerwünschten Mustern.

Wenn man seine Macken kennt, kann man sie vermeiden oder einfach richtig dosieren. Sehr häufig verbreitet ist auch der Und-Befall, für den ich ebenfalls anfällig bin.

Eine Und-Epidemie schleicht sich relativ schnell ein:
- durch Aufzählungen
- wenn man zu langen Sätzen neigt

Gerne wird das Und aber auch an den Satzanfang gestellt. Und das kann dann zum Ketchup-aus-der-Flasche-Effekt führen: viel zu viele Unds ergießen sich über Ihren Text.

Meine Empfehlung, immer erst einen ersten Entwurf runterzuschreiben, kennen Sie ja. Beim Überarbeiten können Sie dann gezielt Ihre Unds aufspüren. Meistens reicht es, das Und einfach wegzulassen (besonders am Satzanfang)!

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6 Kommentare

  1. Janett sagt:

    Das mit dem “Und” ist wirklich ein weitverbreitetes Problem. Es ist genauso wie mit den zahlreichen Wiederholungen, wenn man etwas schreibt. Ich ertappe mich bei meinem Bloggeschreibsel immer dabei, innerhalb von zwei Sätzen ein “und” das selbe Substantiv zu nutzen. Beim Nachlesen fällt es mir dann auf. Gut das ich einen Blog habe, wo man dies einfach so korrigieren kann.

  2. heike sagt:

    Ertappt!
    Ich liebe dieses Und, besonders am Satzanfang. Dabei weiß ich selbst, dass es nicht schön ist. Ich fürchte, es hat was damit zu tun, dass ich die Gedanken enger verbinden will, verhindern will, dass sie so unmotiviert nebeneinander stehen, aber zu faul bin, die wirkliche Verbindung aufzuspüren. Es stimmt, die allermeisten Unds können einfach gestrichen werden, der Text fließt trotzdem.
    Und jetzt schreibe ich weiter. Mit weniger Und. ;-)

  3. Hans-Georg sagt:

    So wie ich Sie, Frau Härter, mir auf Grund Ihrer frischen Texte sowie (statt und) gelegentlicher Fotos vorstelle, scheint mir das Wort A…. in der heutigen Blog-Einleitung nicht ganz passend ;-) )
    Hans-Georg

  4. Ann sagt:

    Und ist mit mir auch eine begeisterte Und-ine am Werk!

    Seit dem Lesen dieses Blogposts habe ich schon etliche bei mir aufgespürt, diese teilweise vom Sinn her völlig problemlos ganz weglassen oder ersetzen können, aber es macht schon einiges an Mühe die (H)und-linge bewußt aufzuspüren und aus dem Text zu schmeißen. Und(!) man muß dann ja oft den Satz ganz umstricken!

    Es ist, wie Heike sagt, das Gefühl der näheren Gedankenanbindung; noch dazu ein Übergang, den viele ja auch beim Reden häufig verwenden. Gerade im Web, wo man schließlich oft recht nahe am gesprochenen Wort bleibt, schleicht sich das dann gerne automatisch ins Schreiben ein.
    Weil: es tippt sich doch so schnell und flüssig dahin, ohne den Gedankenfluß zu blockieren, es flutscht geradezu in die Tasten. (Und ja, ich weiß, ein weil, noch dazu mit Doppelpunkt, wie in der eben vorgeführten Konstruktion ist auch weder schön, noch grammatikalisch korrekt, war jedoch eben unwiderstehlich ;-)

    Viele liebe Grüße!

    Ann

  5. Silke Bicker sagt:

    Hallo,

    ich denke, es kommt auf den Zusammenhang an. “Und” verbindet im positiven Sinn und ist daher oft besser als ein “aber” ein zu setzen. Wogegen lange Bandwurmsätze, die nur durch verbindende “und´s” zusammen gesetzt sind, übel wirken. Lieber mehrere Sätze als einen langen, unverständlichen zusammen stellen.
    “Sowie” ist ein na, ist nicht so wichtig sollte aber doch noch erwähnt werden für mich. Ich kenne das Wort gut aus Projektberichten, wenn zu viele und im Spiel sind kommen die sowie´s. Das macht die Sätze nicht besser, sondern wertet gegebenenfalls sogar einen Inhalt ab.
    Weniger ist oft mehr – in der Kürze liegt Würze oder – sag es doch einfach konkret :-) – Eselsbrücken helfen manchmal, keine elend langen Sätze mit verbindenden Elementen zu basteln.

    Grüße,
    Silke Bicker

  6. Gitte Härter sagt:

    Hallo, liebe Und-Freunde und -Freundinnen,

    wie ich schon geschrieben habe, ist das bei mir ganz genauso (gerade auch wegen dem Gedankenzusammenhängen, das trifft es genau) … und wie ich bei meinen Kunden sehe, ist das sehr weit verbreitet.

    Ich möchte auch nochmal betonen, dass das Und nicht verpönt werden soll, sondern es lediglich um eine unnötige Anhäufung geht. Denn, wie auch Silke nochmal betont: zum einen sind kurze Sätze einfach oft verständlicher UND besser lesbar. Dazu kommt aber auch, dass ein ständiges Und genauso wirkt wie das Äh bei einem Redner. Irgendwann achtet man als Leser auf die wiederkehrende “Macke”.

    Das Ertapptseinsgefühl ist also goldrichtig: Denn wenn man seine Favoritenwörter kennt, kann man sie beim Überarbeiten auch gezielt überprüfen.

    @Hans-Georg: … wenn wir uns mal persönlich treffen, dann zeigt sich (leider?), dass dieses Wort in meinem aktiven Wortschatz ist = also sehr authentisch. ;-)

    Eine schöne neue Woche allerseits
    Gitte

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