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Brainstorming: die Ergebnisse verwerten (Teil 4)

Wir hatten schon die typischen Gründe, warum Brainstormings nicht so viel bringen. Im zweiten Teil ging es um die richtige Form und im dritten darum, wie Sie den Ideenhagel fördern können. Im letzten Teil der Brainstorming-Artikelserie geht es nun darum, Ihre Ergebnisse richtig gut zu verwerten.

Das heißt:

➡ Goldschürfen: Gold überhaupt erkennen und in Möglichkeiten denken
➡ bestehende Ideen weiterführen und kombinieren
➡ alles, was nicht in die engere Wahl kommt, auf seinen Wert prüfen
➡ vielleicht noch eine Runde einlegen.

Eben habe ich ein spontanes Brainstorming gemacht. Meine Fragestellung lautet:

Ich will einen Seminartitel für einen neuen Online-Workshop finden.
Der Workshop richtet sich an Leute, die glauben, dass sie nicht schreiben können oder sich ganz einfach schwer tun. Die Inhalte reichen von Werkzeugen rund um die Themenfindung, die Herangehensweise an kleinere Texte bis hin zum Abbauen von Hemmungen, Motivation und der Zuversicht, dass das Schreiben nicht nur „geht“, sondern auch Freude macht. Außerdem merken die Teilnehmer, dass sie oft schon ganz gut sind.

Anhand dieses Brainstormings gehen wir jetzt gemeinsam durch, wie die Auswertung eines Brainstorminges aussehen kann. Ich zeige Ihnen verschiedene Schritte, die unterm Strich dafür sorgen, dass Sie alle guten Ergebnisse Ihres Ideenhagels auch wirklich verwerten. Natürlich können Sie alle empfohlenen Schritte ummodeln und sich Ihr eigenes, für Sie am besten funktionierendes System basteln.

Meine Brainstorming-Ergebnisliste:

1. Ich kann nicht schreiben.
2. Ein Schreibkurs für Anfänger.
3. Ein Schreibkurs für Laien.
4. Tun Sie sich schwer mit dem Schreiben?
5. Schreiben für Laien.
6. Schreiben für Leute, die nicht schreiben können.
7. Schreiben für Verzweifelte.
8. Schreiben für alle, die sich anstellen.
9. Idiotensicheres Schreiben.
10. Endlich schreiben lernen.
11. Endlich schreiben können.
12. Auch Sie können schreiben!
13. Warum kann ich nicht schreiben?
14. HeulenundZähneknirsch: Ich kann einfach nicht schreiben.
15. Schreiben ist gar nicht schwer.
16. Schreiben ist leicht.
17. Schreiben ist einfach. Man muss nur wissen, wie.
18. Schreiben ist Handwerk.
19. Das kleine ABC des Schreibens.
20. Sie können besser schreiben, als Sie denken.
21. Sie denken, Sie können nicht schreiben?
22. Ja, auch in Ihnen steckt ein/e Autor/in.
23. Schreiben? Gewusst, wie!
24. Keine Angst vor dem Schreiben.
25. Nur keine Hemmungen!
26. Sie können besser schreiben, als Sie denken.
27. Schreibfrust?
28. Hat man Ihnen gesagt, dass Sie nicht schreiben können?
29. Wer sagt, dass Sie nicht schreiben können.
30. Schreibfreude.
31. Schreiben macht Spaß! Auch Ihnen.
32. Schreiben. Alles fließt.
33. Flüssig schreiben.
34. Mit viel Spaß schreiben.
35. Zu dumm zum Schreiben.
36. Schreibwerkstatt für blutige Anfänger.
37. Ein Workshop für alle, die nicht schreiben können.
38. Sie können nicht schreiben? Das glauben auch nur Sie!
39. Schreib-Rezepte.
40. Ihr Werkzeugkasten fürs Schreiben.
41. Schreiben ist keine Hexerei.
42. Versiert schreiben.
43. Schreiben für Gehemmte.
44. Schreibhürden überwinden.
45. Schreiblocker werden.
46. Locker und mit Freude schreiben.
47. Schreiben wie ein Profi.
48. Schreibgeheimnisse.
49. Die Geheimnisse des Schreibens.
50. Texthandwerk.

Bis hier gings total flüssig. Wie Sie sehen, habe ich mich oft direkt an eine Idee gehalten, die direkt darüber kam und habe eine Variante, ein ähnliches Wort oder Synonym genommen. Manchmal bin ich direkt zu einer neuen Idee gekommen. Jetzt ist der erste Schwung versiegt. Ich schaue mir nochmal meine Ergebnisse oben an, um die nächste Gedankenwelle anzustupsen.

51. Verflixte Schreiberei!
52. Verflixt und zugenäht: das mit der Schreiberei wird nichts!
53. Endlich kann ich schreiben.
54. Schreiblust wecken (geweckt).
55. Schreibwild.
56. Ganz wild aufs Schreiben.
57. Erstickte Schreibfreude?
58. Die 10 wichtigsten Schreibfähigkeiten in einem Workshop.
59. Themen finden. Texte konzipieren. Schreiben können.
60. Schreibkönner.
61. Vom Schreibfrust zum Schreibenkönnen.
62. Vom Schreiblaien zum –könner.
63. Sie werden sich wundern, wie gut Sie schreiben können!
64. Schreiben für hoffnungslose Fälle.
65. Auch Sie können schreiben. Wirklich.
66. Jeder Depp kann schreiben.
67. Das Schreiben meistern.
68. Trainieren Sie wichtige Schreibfähigkeiten.
69. Autorenqualitäten und Schreibfundament.
70. Ein Schreibworkshop für alle, die sich total anstellen.
71. Mögen würden Sie schon, aber können tun Sie nicht?
72. Wer die Regeln kennt, kann auch schreiben.
73. Garantiert schreiben lernen.
74. Anfänger-Schreibworkshop mit Erfolgsgarantie.
75. Wer reden kann, kann auch schreiben.
76. Scheu? Hürden? Ungelenk? – Dann ist das der richtige Schreibworkshop für Sie!
77. Lebendig schreiben.
78. Angst vor dem weißen Blatt Papier?
79. Schreibblockiert?
80. Weg mit der Schreibblockade!

Die zweite Gedankenwelle ebbt ab. Um jetzt noch frischeren Wind ins Brainstorming zu bekommen, hänge ich mich nicht noch mal an das bisher Gefundene an, sondern bringe mein Gehirn mal auf neue Gedanken: Was fällt mir an neuen Begriffen oder Ansätzen ein? Ich fange mit einem Gegenteil an, und bringe das Hirn wieder auf Touren:

81. So können Sie garantiert nicht schreiben.
82. Kein Wunder, dass das so nichts wird.
83. Wenn Sie nicht schreiben können, blockieren Sie sich selbst.
84. Schreiben lernen ist kein Geheimnis.
85. Es gibt keine Geheimnisse fürs gut schreiben, es gibt nur Handwerker.
86. Ich verrate Ihnen alles, was ich übers Schreiben weiß.
87. Schreiberfahren.
88. Sammeln Sie Schreiberfahrungen.
89. Strukturiert schreiben lernen.
90. Geplant. Strukturiert. Flüssig. – Wirkungsvoll schreiben.
91. Schreiben zeigt Wirkung.
92. Schreiben heißt: Das Wissen muss einfach aus dem Kopf.
93. Öffnen Sie die Schreibschleusen.
94. Versiegte Schreiblust?
95. Grundkurs schreiben
96. Schreiben lernen: Gehen Sie von der Bremse und aufs Gas.
97. Schreiben macht Eindruck.
98. Eindrucksvoll schreiben.
99. Vom Gehirn über den Mund in die Finger.
100. Schreiben ohne Filter.
101. Schreiben ohne Grenzen.
102. Schreiben ohne inneren Kritiker.
103. Ich kann schreiben!

Hier könnte ich jetzt noch ewig weitermachen, aber ich habe Ihnen ja im dritten Teil schon geraten: Finden Sie richtig viel! Zum Beispiel 100 Variationen. Damit haben Sie bereits eine riesige Fundgrube, aus der Sie schöpfen können.

Sie sehen, dass ich alles zugelassen habe. Auch bruchstückhafte Ideen oder ungelenk formulierte Einfälle.

1. Die erste Vorauswahl

Es hat sich bewährt, im ersten Durchgang eine spontane Vorauswahl zu treffen. Auf diese Weise verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Ihre gefundenen Ideen und Sie können Ihrem inneren „Zensor“ (den haben die meisten) eine Stimme geben. Denn den haben Sie ja in der Findephase erst mal zum Schweigen verdonnert. Wenn er normalerweise sehr dominant ist, ist es gut, ihn jetzt direkt zu Wort kommen zu lassen, damit er Ihnen nicht während der weiteren Ergbnisverwertung hineinfunkt.

Sie machen also einen ersten Durchgang, indem Sie ganz spontan sein dürfen: Lesen Sie sich alle Ergebnisse durch und markieren Sie die Extreme:

  • alles, was wirklich toll ist
  • alles was gar nichts ist, und ich meine GAR NICHTS: absoluten Müll für die aktuelle Fragestellung (nicht Dinge, die Ihnen noch nicht so gut gefallen, nur indiskutables Zeug)

Wichtig: Löschen Sie die „Müllideen“ nicht gleich weg! Markieren Sie sie irgendwie (zum Beispiel im PC grau einfärben) oder streichen Sie so durch, so dass Sie deutlich als Ausschuss gekennzeichnet sind, Sie den Einfall aber noch lesen können.

Je nach Qualität des Brainstormings ist die Menge der besonders guten Ideen und der absoluten Reinfälle unterschiedlich. Das ist genauso, wenn Sie zum Fotografen gehen und neue Bilder von sich machen lassen. Die meisten Menschen finden eine kleine Anzahl wirklich toller Bilder, aber es gibt besonders fotogene Leute oder super Fotografen, wo ganz viele Treffer dabei sind.

Lassen Sie sich also nicht durch die Menge aus der Ruhe bringen. Wenn ich einen Seminartitel suche, dann brauche ich nur einen. Wenn ich also aus 100 Ideen nur zwei gute Ideen im ersten Durchgang finde, ist alles paletti. Wenn Sie aber ein wahres Feuerwerk an vielversprechenden Ideen gefunden haben und auf den ersten Blick ganz viel als Favorit markieren, ist das auch gut. Sogar, wenn Sie eine überdurchschnittlich große Anzahl an „Müll“ produziert haben, ist es aussagekräftig, denn auch das, was man nicht will, hilft dabei, dorthin zu kommen, wo man hin möchte.

So sieht mein erster Durchgang aus:

1. Ich kann nicht schreiben.
2. Ein Schreibkurs für Anfänger.
3. Ein Schreibkurs für Laien.
4. Tun Sie sich schwer mit dem Schreiben?
5. Schreiben für Laien.
6. Schreiben für Leute, die nicht schreiben können.
7. Schreiben für Verzweifelte.
8. Schreiben für alle, die sich anstellen.
9. Idiotensicheres Schreiben.
10. Endlich schreiben lernen.
11. Endlich schreiben können.
12. Auch Sie können schreiben!
13. Warum kann ich nicht schreiben?
14. heulenundzähneknirsch: Ich kann einfach nicht schreiben.
15. Schreiben ist gar nicht schwer.
16. Schreiben ist leicht.
17. Schreiben ist einfach. Man muss nur wissen, wie.
18. Schreiben ist Handwerk.
19. Das kleine ABC des Schreibens.
20. Sie können besser schreiben, als Sie denken.
21. Sie denken, Sie können nicht schreiben?
22. Ja, auch in Ihnen steckt ein/e Autor/in.
23. Schreiben? Gewusst, wie!
24. Keine Angst vor dem Schreiben.
25. Nur keine Hemmungen!
26. Sie können besser schreiben, als Sie denken.
27. Schreibfrust?
28. Hat man Ihnen gesagt, dass Sie nicht schreiben können?
29. Wer sagt, dass Sie nicht schreiben können.
30. Schreibfreude.
31. Schreiben macht Spaß! Auch Ihnen.
32. Schreiben. Alles fließt.
33. Flüssig schreiben.
34. Mit viel Spaß schreiben.
35. Zu dumm zum Schreiben.
36. Schreibwerkstatt für blutige Anfänger.
37. Ein Workshop für alle, die nicht schreiben können.
38. Sie können nicht schreiben? Das glauben auch nur Sie!
39. Schreib-Rezepte.
40. Ihr Werkzeugkasten fürs Schreiben.
41. Schreiben ist keine Hexerei.
42. Versiert schreiben.
43. Schreiben für Gehemmte.
44. Schreibhürden überwinden.
45. Schreiblocker werden.
46. Locker und mit Freude schreiben.
47. Schreiben wie ein Profi.
48. Schreibgeheimnisse.
49. Die Geheimnisse des Schreibens.
50. Texthandwerk.
51. Verflixte Schreiberei!
52. Verflixt und zugenäht: das mit der Schreiberei wird nichts!
53. Endlich kann ich schreiben.
54. Schreiblust wecken (geweckt).
55. Schreibwild.
56. Ganz wild aufs Schreiben.
57. Erstickte Schreibfreude?
58. Die 10 wichtigsten Schreibfähigkeiten in einem Workshop.
59. Themen finden. Texte konzipieren. Schreiben können.
60. Schreibkönner.
61. Vom Schreibfrust zum Schreibenkönnen.
62. Vom Schreiblaien zum –könner.
63. Sie werden sich wundern, wie gut Sie schreiben können!
64. Schreiben für hoffnungslose Fälle.
65. Auch Sie können schreiben. Wirklich.
66. Jeder Depp kann schreiben.
67. Das Schreiben meistern.
68. Trainieren Sie wichtige Schreibfähigkeiten.
69. Autorenqualitäten und Schreibfundament.
70. Ein Schreibworkshop für alle, die sich total anstellen.
71. Mögen würden Sie schon, aber können tun Sie nicht?
72. Wer die Regeln kennt, kann auch schreiben.
73. Garantiert schreiben lernen.
74. Anfänger-Schreibworkshop mit Erfolgsgarantie.
75. Wer reden kann, kann auch schreiben.
76. Scheu? Hürden? Ungelenk? – Dann ist das der richtige Schreibworkshop für Sie!
77. Lebendig schreiben.
78. Angst vor dem weißen Blatt Papier?
79. Schreibblockiert?
80. Weg mit der Schreibblockade!
81. So können Sie garantiert nicht schreiben.
82. Kein Wunder, dass das so nichts wird.
83. Wenn Sie nicht schreiben können, blockieren Sie sich selbst.
84. Schreiben lernen ist kein Geheimnis.
85. Es gibt keine Geheimnisse fürs gut schreiben, es gibt nur Handwerker.
86. Ich verrate Ihnen alles, was ich übers Schreiben weiß.
87. Schreiberfahren.
88. Sammeln Sie Schreiberfahrungen.
89. Strukturiert schreiben lernen.
90. Geplant. Strukturiert. Flüssig. – Wirkungsvoll schreiben.
91. Schreiben zeigt Wirkung.
92. Schreiben heißt: Das Wissen muss einfach aus dem Kopf.
93. Öffnen Sie die Schreibschleusen.
94. Versiegte Schreiblust?
95. Grundkurs schreiben
96. Schreiben lernen: Gehen Sie von der Bremse und aufs Gas.
97. Schreiben macht Eindruck.
98. Eindrucksvoll schreiben.
99. Vom Gehirn über den Mund in die Finger.
100. Schreiben ohne Filter.
101. Schreiben ohne Grenzen.
102. Schreiben ohne inneren Kritiker.
103. Ich kann schreiben!

An dieser Stelle überprüfen Sie jetzt Ihre „Stinker“, also die Varianten, die Ihnen spontan so gar nicht zugesagt haben, noch einmal kurz: Sind sie wirklich so schlecht, dass sie in der weiteren Auswahl nichts mehr zu suchen haben? Oder gibt es davon welche, die Sie doch noch drinbehalten wollen?

Auch, wenn Sie jetzt bereits einen klaren Favoriten haben, hören Sie noch nicht mit der Auswertung auf! Zum einen kann es sein, dass Ihr spontaner Favorit noch nicht die beste Idee ist. Zum anderen wollen wir ja aus allen Ihren Einfällen Gold schürfen. Nicht immer findet man im Brainstorming nur Ideen, die für die eigentliche Fragestellung geeignet sind. So kann es sein, dass sich in meiner Brainstormingliste zahlreiche gute Formulierungen oder Schlagworte befinden, die ich für die Seminarausschreibung verwenden möchte oder für meine Webtexte oder als Thema für einen neuen Blogbeitrag oder als Buchkapitel oder …

2. Sortieren und zuordnen

Das ist jetzt ein Schritt, der nicht zu 100 % erklärt werden kann, weil dafür ein gutes Gefühl ziemlich nützt. Außerdem ist natürlich die Bewertung höchst subjektiv: Das, was ich total super finde, finden Sie vielleicht weniger toll. Oder Sie würden ein bestimmtes Wort oder eine Formulierung nie verwenden, ich aber schon. Geschmäcker sind verschieden. Wichtig ist nur, dass man sich immer klar ist, ob man unbewusst etwas (oder jemanden) wegfiltert.

Ich sortiere mal meine Liste um und schreibe Ihnen jeweils einen Kommentar dazu, warum ich was zusammensortiert habe. Das gibt Ihnen auf jeden Fall eine Vorstellung davon, was ich mit Sortieren meine. Die als absolut indiskutabel bewerteten Einfälle sind nicht mehr enthalten. Darum sind es bei mir nur noch 75 Ergebnisse.

Könnte ein Titel/Titelbestandteil sein:

Ich kann nicht schreiben.
– Tun Sie sich schwer mit dem Schreiben?
Schreiben für Leute, die nicht schreiben können.
– Endlich schreiben lernen.
– Endlich schreiben können.
– Schreiben für alle, die sich anstellen.
– Auch Sie können schreiben!
– Warum kann ich nicht schreiben?
heulenundzähneknirsch: Ich kann einfach nicht schreiben.
– Schreiben ist gar nicht schwer.
– Schreiben ist leicht.
Schreiben ist einfach. Man muss nur wissen, wie.
– Schreiben ist Handwerk.
Sie können besser schreiben, als Sie denken.
– Sie denken, Sie können nicht schreiben?
– Ja, auch in Ihnen steckt ein/e Autor/in.
– Schreiben? Gewusst, wie!
– Keine Angst vor dem Schreiben.
– Sie können besser schreiben, als Sie denken.
– Sie können nicht schreiben? Das glauben auch nur Sie!
– Schreiben wie ein Profi.
– Verflixte Schreiberei!
– Endlich kann ich schreiben.
– Schreiblust wecken (geweckt).
– Sie werden sich wundern, wie gut Sie schreiben können!
– Schreiben für hoffnungslose Fälle.

wäre eventuell ein guter Untertitel oder Zusatz:

– Ein Schreibkurs für Anfänger.
– Ein Schreibkurs für Laien/Schreiben für Laien.
– Schreiben für Verzweifelte.
– Ein Workshop für alle, die nicht schreiben können.
– Locker und mit Freude schreiben.
– Die 10 wichtigsten Schreibfähigkeiten in einem Workshop.
– Themen finden. Texte konzipieren. Schreiben können.
– Vom Schreibfrust zum Schreibenkönnen.
– Vom Schreiblaien zum –könner.
– Ein Schreibworkshop für alle, die sich total anstellen.
– Mögen würden Sie schon, aber können tun Sie nicht?
– Strukturiert schreiben lernen.

Gute Schlagwörter, eventuell für Titel oder in Ausschreibung:

– Nur keine Hemmungen!
– Schreibfrust?
– Hat man Ihnen gesagt, dass Sie nicht schreiben können?
– Wer sagt, dass Sie nicht schreiben können.
– Schreibfreude.
– Schreiben macht Spaß! Auch Ihnen.
– Schreiben. Alles fließt.
– Flüssig schreiben.
– Mit viel Spaß schreiben.
– Schreibhürden überwinden.
– Schreiblocker werden.
– Schreibwild.
– Ganz wild aufs Schreiben.
– Erstickte Schreibfreude?
– Schreibkönner.
– Auch Sie können schreiben. Wirklich.
– Trainieren Sie wichtige Schreibfähigkeiten.
– Autorenqualitäten und Schreibfundament.
– Wer die Regeln kennt, kann auch schreiben.
– Wer reden kann, kann auch schreiben.
– Wenn Sie nicht schreiben können, blockieren Sie sich selbst.
– Schreiben lernen ist kein Geheimnis.
– Es gibt keine Geheimnisse fürs gut schreiben, es gibt nur Handwerker.
– Ich verrate Ihnen alles, was ich übers Schreiben weiß.
– Schreiberfahren.
– Sammeln Sie Schreiberfahrungen.
– Geplant. Strukturiert. Flüssig. – Wirkungsvoll schreiben.
– Schreiben zeigt Wirkung.
– Schreiben heißt: Das Wissen muss einfach aus dem Kopf.
– Öffnen Sie die Schreibschleusen.
– Versiegte Schreiblust?
– Schreiben lernen: Gehen Sie von der Bremse und aufs Gas.
– Schreiben ohne Filter.
– Schreiben ohne Grenzen.
– Schreiben ohne inneren Kritiker.
– Ich kann schreiben!

Natürlich können Sie andere Rubriken bilden. Da meine Grundrichtung die gleiche ist, brauche ich hier nicht groß zu unterteilen, sondern kann direkt schon in Einsatzgebieten denken (siehe nächster Punkt „Wertstoffhof“). Bei einem anderen Brainstorming kann sein, dass Sie diese Rubriken schaffen:

– zu zielgruppenspezifisch
– saloppe Varianten
– eher nüchtern und korrekt

Sie finden also beim Zuordnen immer die Rubriken, die Ihnen wichtig erscheinen, um einen besseren Überblick zu bekommen und die Hauptideen herauszuschälen.

Wie Sie sehen mache ich noch immer nichts an den Formulierungen, auch wenn viele der Ideen natürlich nicht – zumindest nicht alleine oder genau in dieser Form – titeltauglich sind. Sie lassen Ihre Ideen während der kompletten Auswahl- und Verwertungsphase unverändert stehen, ganz in dem Bewusstsein, dass eine kantige Formulierung oder ein „blödes“ Wort ein Rohdiamant ist. Der Feinschliff kommt später.

Wenn Sie ein Brainstorming zu einem eigenen Thema machen und zu wenig Abstand haben, um die Ergebnisse zu sortieren und qualitativ einzuschätzen, dann können Sie jemanden bitten, das für Sie tun. Es hilft dann aber, Fragen oder Anhaltspunkte vorzugeben, zum Beispiel:

Bitte sortiere zu:

  • Welche Einfälle passen genau zu meiner Fragestellung?
    Dann schreiben Sie Ihre konkrete Fragestellung hin. Wie meine oben. Ich habe auch nicht einfach geschrieben „Titel für ein Schreibseminar“!
  • Welche Ideen findest zu zu einseitig? Warum?
  • Was gefällt dir nicht für mich/mein Projekt und warum (z. B. Passt nicht zu mir, klingt unschön/beleidigend für die Zielgruppe, zu weich …)?
  • Bitte markiere mir deine 3-5 Favoriten und begründe jeweils warum du diese Idee favorisierst. Wähle dabei gerne auch Einfälle aus, die ich weggestrichen habe.

Machen Sie ein Brainstorming für ein Projekt, bei dem mehrere Leute ein Entscheidungsrecht haben? In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten: Wenn Sie federführend sind und Ihre Meinung mehr zählt, dann können Sie eine großzügigere Vorauswahl treffen und beispielsweise zehn Favoriten zur Wahl stellen. Machen Sie dann aber deutlich, ob es eine Gemeinschaftsentscheidung wird à la „Die Version mit den meisten Stimmen gewinnt“ oder ob Sie einfach mal hören wollen, was die Favoriten der anderen so sind und das bei IHRER Entscheidung berücksichtigen.

Ist es ein Projekt, bei dem alle gleich viel zu sagen haben, dann empfiehlt es sich, dass alle die Gesamtliste bekommen und nach dem beschriebenen Muster (oder einem ähnlichen Prinzip) vorgehen. Oft zeigen sich klare gemeinsame Favoriten – und auch wenn alle komplett anderer Meinung sind, ist es wichtig, weiterzumachen (gegebenenfalls mit einer neuen Runde), um zu einem Konsens zu kommen.

3. Der Wertstoff-Hof

Jetzt haben Sie also eine vorsortierte und kommentierte Liste vor sich.

Unser Hauptanliegen ist es, die beste Formulierung für unsere Fragestellung zu finden. Hier ist also mein Hauptziel der Seminartitel.

Ich sehe mir also meine vorsortierte Liste jetzt zunächst daraufhin an, welche Haupttitel ich herausziehen kann: Diese stehen teilweise schon 1:1 da, manchmal ist eine ungeschliffene oder teilweise Formulierung vorhanden und andere Varianten können jetzt durch eine Kombination entstehen, z. B.:

Ich kann nicht schreiben.

heulenundzähneknirsch: Ich kann einfach nicht schreiben.

Sie können besser schreiben, als Sie denken.

Schreiben wie ein Profi.
Schreiben ist leichter, als Sie denken!

Verflixte Schreiberei!
Schreiben ist leichter, als Sie denken!

Schreiben für hoffnungslose Fälle.
Themen finden. Texte konzipieren. Schreiben können.

Sie können nicht schreiben?
Das glauben auch nur Sie!

Schreiben ist einfach. Man muss nur wissen, wie.

Um das abzukürzen, sind das jetzt nur einige Beispiele für die Auswahl, Umformulierung und Kombination.

Je nachdem, was Sie gerade suchen, finden sich in den Einfällen weitere gute Begriffe oder Formulierungen, die Sie im weiteren Sinne für dieses Anliegen nutzen können – zum Beispiel gefallen mir einzelne Ideen für die Seminarausschreibung:

– locker/schreiblocker werden
– frustriert/Schreibfrust
– Nur keine Hemmungen!
– Schreibfreude.
– Schreiben. Alles fließt.
– Flüssig schreiben.
– Mit viel Spaß schreiben.
– Schreibhürden überwinden.
– ganz wild aufs Schreiben.
– erstickte Schreibfreude?
– versiegte Schreiblust/Schreibschleusen öffnen

Dann kann es sein, dass Sie nebenbei auf eine neue Geschäftsidee gestoßen sind, zum Beispiel auf ein anderes Seminarthema.

Zum Beispiel habe ich nicht vor, speziell auf Schreibblockaden und –frust in diesem Workshop einzugehen, merke aber, dass das ein ganz interessantes Kursthema wäre, vor allem für eine völlig andere Zielgruppe, etwa ein Kurs für die Fortgeschrittenen, die vom Schreiben leben und normalerweise keine Probleme damit haben.

Oder Sie finden gute Formulierungen und Begriffe, die Sie auf Ihrer Website einbauen möchten, weil sie mehr reinknallen als Ihre bisherigen Texte.

Manchmal kann man mit etwas nicht unmittelbar etwas anfangen, aber eine Idee gefällt einem „für später Mal“:

So kann ich „Das kleine ABC des Schreibens“ parken, um vielleicht im Blog so ein ABC zu schreiben oder es könnte ein guter Selbstlernkurs sein.

Das ist mit „Wertstoffhof“ gemeint: Sie nutzen ganz viele Ihrer Ideen – auch die, die nebenbei abfallen und für die Ausgangsfrage keine direkte Antwort sind.

Wenn Sie am Ende gleich mehrere Favoriten für Ihre Ausgangsfrage haben, unter denen Sie sich nicht entscheiden können, dann können Sie wieder ein Meinungsbild in Ihrem Umfeld machen. Dann aber bitte mit Begründung, WARUM jemand was favorisiert beziehungsweise differenziert „Bei Option 1 finde ich super, dass …“ und „Bei Nummer 3 finde ich am besten …“. So ergeben sich manchmal noch neue Anregungen.

Möchten Sie die Sache mit sich selbst ausmachen oder ist die Ausgangsfrage sehr bedeutend, zum Beispiel, wenn Sie sich einen neuen Firmennamen oder Slogan zulegen, dann ist es eine gute Idee, sich einige Tage mit den Favoriten zu umgeben: Also auf große Zettel schreiben und die Wände damit tapezieren oder auf einer quergespannten Schnur aufhängen. So bekommen Sie ein besseres Gefühl dafür, wie sich die Idee anfühlt, wie sie aussieht und womit Sie sich nach und nach am meisten anfreunden können. Meistens stellt sich dabei ein klarer Favorit raus.

Wenn nicht, dann nehmen Sie auf keinen Fall einen Kompromiss!

Braucht es noch eine Runde?

Es kommt vor, dass man viele Ideen hatte, sie ausgewählt hat, gutes Feedback von anderen bekommt, aber irgendwie fühlt man sich mit keiner Idee wirklich wohl.

Manchmal merkt man auch erst durch das Brainstorming, dass man die Ausgangsfrage falsch gestellt hat. Vielleicht sehen Sie beim Bewerten Ihrer Einfälle, dass alles irgendwie am Thema vorbeigeht. Das kann passieren, wenn man die Frage zu undifferenziert gestellt oder zu früh mit einem Brainstorming losgelegt hat. Oder natürlich, wenn Ihnen unbemerkt beim Brainstormen das Thema weggekippt ist.

Was auch immer der Grund war: Wenn kein klares Ergebnis da ist, das Sie super finden, dann setzen Sie noch einmal neu an: Konkretisieren Sie die Fragestellung, wechseln Sie die Form oder gehen Sie die Idee gezielt von einer anderen Seite an – zum Beispiel vom Gegenteil -, so dass Sie in die zweite Runde weiteren frischen Wind reinbringen.

Nehmen Sie dann für die Auswertung Ihre Top-Favoriten aus der ersten Runde mit dazu.

Das Prinzip: Die Ideen wirklich nutzen!

Im Wesentlichen geht es bei der Ergebnisverwertung darum, dass Sie mit der Fülle an Ideen wirklich intensiv arbeiten, anstatt Einfälle einfach nur „blöd blöd gut blöd gut okay“ zu finden und alles, was nicht auf Anhieb supertoll klingt, sofort in die Tonne zu treten. Denn damit dünnen Sie Ihren Ideenhagel nicht nur gewaltig aus, sondern verpassen es auch, Rohdiamanten zu erkennen.

Teil 1: Sie brainstormen falsch!
Teil 2: Brainstorming: Wählen Sie die richtige Form
Teil 3: Auf zum Ideenhagel!