Romanprojekt: Update-Strang Mai

| 4 Kommentare

romanicon
Im April habe ich ja wieder intensiv angefangen, an meinem geplanten Roman zu arbeiten. Ich habe mich ja dafür entschieden, nicht einfach drauflos zu schreiben, sondern Handlung, Charaktere, Erzählweise & Co. vorher ganz konkret zu skizzieren. Dabei gehe ich wie bei einem Drehbuch in einzelnen Szenen vor. Details dazu habe ich im letzten Update näher beschrieben.

Für mich ist diese Vorgehensweise aus drei Gründen goldrichtig: Erstens habe ich, wie viele, einen gefüllten Alltag und zur Zeit habe ich gleich drei Ratgeber in verschiedenen Arbeitsstadien:

  • Ich bin an meinem neuen Ratgeber, den ich Anfang September abgeben muss. Die Arbeit daran macht mir zwar riesig Spaß, zumal ich keine normalen Ratgeber mehr schreibe, sondern seit letztem Jahr meinen Vorsatz „normales Thema, außergewöhnliche Umsetzung“ oder „außergewöhnliches Thema, normales Format“ beherzige. Das macht nach zwei Dutzend normalen Ratgebern das Bücherschreiben für mich auch wieder spannender.

Ebenso spannend ist natürlich das „Neuland Roman“ für mich. Da aber all das neben dem normalen Alltagsgeschäft passiert, kommt es vor, dass ich wochenlang nicht an so einem Spaßprojekt dranbleiben kann. So habe ich im ganzen Mai auch kaum etwas am Roman gemacht.

Wie versprochen, stelle ich Ihnen aber drei Werkzeuge vor, die ich für mich nutze, um Handlung und Charakteren näher zu kommen. Das sind keine ausgefeilten Schreibtipps, sondern ich probiere einfach für mich Dinge aus, die mir – für mich – vorteilhaft erscheinen. Vielleicht ist das ja auch was für Sie oder Sie bekommen dadurch Ideen für andere Werkzeuge, die Sie sich für sich überlegen.

:arrow: Ich habe pro Abschnitt Zitate ausgewählt.
:arrow: Ich nutze ein Szenenaufbau-Formular.
:arrow: Satzvervollständigungsübung für Charaktere.

Nächsten Monat erzähle ich mehr darüber, warum ich beim Ausarbeiten der konkreten Szenen mit dem Buchbeginn und mit dem Ende zuerst anfange und warum es so wichtig für mich ist, diese gleichzeitig zu durchdenken.

Na: Wie laufen die Projekte meiner Mitstreiterinnen?
Sie können sich jederzeit mit einem eigenen Projekt anschließen und dann monatlich von Ihren Fortschritten und Erkenntnissen berichten.

Autor: Gitte Härter

Ich habe über zwei Dutzend Ratgeber veröffentlicht und das Zeichnen für mich entdeckt. Meine beiden anderen Websites: himbeerwerft.de und unternehmenskick.de.

4 Kommentare

  1. Hallo Gitte, das ist sehr interessant zu lesen.
    Und da sieht man auch wieviel Arbeit dahintersteckt, auf deinen Roman bin ich jetzt schon gespannt.
    Von manchen Autoren gibt es ja so viele Romane, dass man sich fragt, wieviele Ghostwriter daran wohl arbeiten.
    Neulich las ich einen Roman, der in Florenz spielte, und der war ausgesprochen schlecht recherchiert – ich kenne die Stadt sehr gut und konnte manchmal nur den Kopf schütteln. Außerdem musste ich einmal sehr lachen über den Ausdruck: “…. die schlanken Schatten der Pinien……….”

    Ich habe schon längere Zeit vor, ein Kinderbuch zu schreiben, bei mir sind das, was bei dir Die Zitate sind, die Illustrationen.
    LG Susanne

  2. Huhu Susanne,

    bitte entschuldige, dass ich mich erst heute melde – bin etwas im Rückstand mit dem Antworten, weil hier der Bär steppt. :-)

    Das mit dem Gedanken und der Arbeit, die dahintersteckt, die man beim Endprodukt gar nicht sieht, das denke ich mir oft. Nicht nur, aber besonders bei Kunst – unabhängig davon, ob in Wort, Bild, Skulptur oder oder oder … nicht nur, was den eigentlichen Entstehungsprozess angeht, sondern eben auch die vielen vielen handwerklichen Fähigkeiten und das Wissen, das “drunterliegt”, zum Beispiel Farblehre etc. Darüber macht man sich natürlich als unwissender Betrachter keine Gedanken (muss ja auch nicht), aber dennoch spielt alles ineinander und macht, wie ich finde, die eigentliche Kunst aus.

    >>auf deinen Roman bin ich jetzt schon gespannt.

    Ich auch … ;-)
    Im Ernst: Ich finde es total schön, dass du gespannt bist. Und habe auch schon von einigen anderen BlogleserInnen gehört, dass sie den Roman dann sofort lesen. Sowas ist natürlich weiterer schöner Rückenwind.

    >>Von manchen Autoren gibt es ja so viele Romane, dass man sich fragt, wieviele Ghostwriter daran wohl arbeiten.

    Das ist interessant, finde ich auch. Denn einerseits gibts ja tatsächlich die Ghostwriter, teilweise auch mehrere Leute, die unter einem Namen schreiben. Oder, anderes Thema zwar, die Heftromane, bei denen Autoren nicht individuell erscheinen, sondern unter einem Gemeinschaftspseudonym erscheinen.

    Andererseits gibt es die VielschreiberInnen. Das kann ich mir schon vorstellen, dass das gut geht. Ich habe zur Zeit ja den Texte-konzipieren-Workshop, und da sieht man im Kleinen, wie viel man machen kann, um sein Schreiben zu beschleunigen. Weil man eben mit der Zeit regelrecht einen Text schon vor sich sieht und eine klare Struktur erkennt. Das mit dem Roman zum Beispiel fällt mir jetzt noch schwerer, weil ich diese Art des Schreibens noch nie gemacht habe. Aber Ratgeber könnte ich dir am laufenden Band schreiben. Andere brauchen zwei Jahre für ein Buch. Da kann man schon viel machen, wenn man – da ist es wieder – eben nicht nur sich auf das Schreiben oder Talent verlässt, sondern mit fundiertem unterliegendem Handwerk arbeitet.

    >>schlecht recherchiert

    Grusel! Das finde ich auch schlimm. Nicht nur örtlich, sondern auch z. B. bei Krimis, wenn Leute völlig absurd über Polizeitarbeit berichten.

    Andererseits gibt es dann auch die Skanadalromane, wo ganze Biographien hervorragend recherchiert ERFUNDEN werden und von Experten gelobt, bis irgendwann jemand entlarvt, dass sich das so nie zugetragen haben kann.

    >>Ich habe schon längere Zeit vor, ein Kinderbuch zu schreiben, bei mir sind das, was bei dir Die Zitate sind, die Illustrationen.

    … das liegt nahe mit den Illustrationen und illustriert einmal mehr, dass man eben genau das für sich nutzen soll, das zu einem spricht. Viel Freude beim Ausdenken, wenn es soweit ist. :-)

    Ein schönes Wochenende
    Gitte

  3. Hallo Gitte
    Auch ich sehe der Veröffentlichung Deines Romanes mit grosser Spannung entgegen!

    Ich selber bin leider in Rückstand geraten mit meinem Projekt, bez. das Leben ist dazwischengekommen (seelsorgerliche Begleitung der Mutter einer zwanzigjährigen jungen Frau, die an Krebs gestorben ist, über ein Jahr Leidenszeit). Besonders jetzt die letzten Wochen waren intensiv und haben viel Substanz gekostet.
    Diese letzten Tage haben mir aber auch gezeigt, wie kostbar Lebenszeit doch ist und das es wichtig ist, kreative Projekte zu verwirklichen. Weil es das ist, was kein Andrer für uns machen kann, es ist das Unsrige.

    Nun konkret: Thema Recherche
    Weil meine Protagonistin unerwartet (auch für mich :-) ) in den Polizeiberuf wechseln wollte, musste ich mich in die Recherche “Polizei” knien. Nicht so schwierig, es gibt in jeder Zeitung viele Polizeimeldungen und unzählige Websites. Mit Herzklopfen habe ich dann noch per Brief Kontakt aufgenommen mit einer erfahrenen Polizistin, die in einem Fernsehbeitrag auftrat und mir sympathisch schien. Jetzt wird sie mir gegenlesen und vorallem die Szenen über die Polizeiarbeit genau ansehen (hoffentlich kringelt sie sich nicht vor Lachen…) und mir auch Erfahrungen und Tipps weitergeben.

    Herzlich
    Stefanie (die sich nun etwas klemmen wird, um den gesteckten Zielen wieder näher zu kommen)

  4. Hallo Stefanie,

    das Leben ist dazwischen gekommen. Oh ja! Das war jetzt im Juni bei mir auch so, wenngleich zum Glück nicht so drastisch wie bei dir. – Wie tragisch!

    >>Diese letzten Tage haben mir aber auch gezeigt, wie kostbar Lebenszeit doch ist und das es wichtig ist, kreative Projekte zu verwirklichen.

    Ja, das rückt die Perspektiven und die Prioritäten alles so richtig gerade.

    ——

    Ich finde das total toll, dass du direkt Kontakt mit der Polizistin aufgenommen hast, die dir sympathisch erschien. Vor allem auch, dass du diesen dir fremden Bereich auch richtig recherchierst. Das sollte man meinen, dass das selbstverständlich ist, ist es aber nicht!

    >>Jetzt wird sie mir gegenlesen und vorallem die Szenen über die Polizeiarbeit genau ansehen (hoffentlich kringelt sie sich nicht vor Lachen…) und mir auch Erfahrungen und Tipps weitergeben.

    Großartig! Doppelt gewonnen. Schon alleine das Fragentrauen ist ein Erfolg. Dass die Polizistin direkt “ja” sagt, ist ja noch großartiger.

    Das Schöne ist ja auch, dass deine Inhalte durch diesen Input höchstwahrscheinlich auch wieder verändern. Denn alles, was von außen kommt, kann ja wiederum einen Dominoeffekt haben – manchmal ist ein klitzekleiner Input die Initialzündung für was anderes. Oder du erfährst, dass sich ein Ermittler soundso verhalten würde und bekommst eine Idee, die den Charakter sogar verändert.

    Diese Gestaltungsfreiheit inklusive der unendlichen Gestaltungsvariablen, das ist wirklich faszinierend. Und es ist die große Fähigkeit, die man als Leser bewusst gar nicht wahrnimmt: die AUSWAHL und die vielen Entscheidungen, die dahinterstecken.

    Ich werde jetzt, wie du, mal sehen, dass ich die letzten Juni-Tag zwischendurch vielleicht noch mal nutzen kann, um zumindest ein Stück weiter zu kommen. Wir lesen uns dann ja in Kürze mit dem nächsten Update.

    Viele Grüße
    und ein schönes Wochenende
    Gitte

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.