Vorab: Die Überschrift ist spektakulärer als das, was jetzt kommt. Also erwarten Sie nicht zu viel!
Im März hat mir Amos eine lustige Postkarte geschickt: einen Herzkasper. Die hätte ich gerne verlinkt, aber ich finde im Netz keine Abbildung. Jedenfalls springt da ein skizzierter Kasperl aus einer Schachtel, das Herz hüpft ihm sozusagen aus der Brust und drunter steht HERZKASPER. Der Herzkasper hängt vor mir auf der Pinnwand, und zur Zeit fühle ich mich so, als ob ich in Kürze einen bekomme. Aber es geht ja dann doch immer alles irgendwie.
Erstaunlicherweise schreibe ich zur Zeit viel mit der Hand. Das gab’s seit Jahren nicht mehr! Wie so viele Leute bin ich nämlich beim Tippen sehr viel schneller, und gerade das Bücherschreiben wäre mir im Traum nicht mit Block und Stift eingefallen. [Die besten Stifte! - Meine absoluten Lieblingsblöcke sind von Oxford, zur Zeit schreibe ich auf dem kleinen Bruder vom Organiserbook, dem Meetingbook. Das ist auch A 4, aber etwas dünner, ohne die Unterteilungen und insgesamt weniger schwer.]
Fürs Schreiben mit der Hand war ich außerdem immer zu faul und zu schlampig. Abgesehen vom Abtippenmüssen habe ich nicht die schönste Handschrift auf der Welt. Darum muss ich aufpassen, nicht ins Kritzeln zu geraten. Was mir bei Post-its leider nicht immer gelingt. Hä? Was zu Hölle heißt Kläpf gropfen?
Seit ich extrem wenig Zeit habe, mein aktuelles Buch am Stück zu schreiben, habe ich mein Buchkonzept deutlicher in Einzelseiten zerhackt. Das wiederum erlaubt mir eine andere Arbeitsweise: Statt zusammenhängende Kapitel mit Fließtext über 20-30 Seiten habe ich mehrere klar umrissene Teilaspekte. Das macht das Stückelarbeiten möglich, aber natürlich nur, wenn das ganze Buch insgesamt so richtig konkret durchdacht ist (sonst gäbs am Ende ein Flickwerk). Anstatt also relativ grob zu strukturieren, habe ich bei diesem Buch eine kleinmaschige Feinstruktur.
Das wiederum macht das Schreiben mit der Hand erst richtig möglich! So kann ich kurz im Café diese eine Doppelseite schreiben oder im Zug einfach erst mal alle Introseiten pro Kapitel. Auf diese Weise wächst mein Buch, obwohl es mein Alltag so turbulent wie noch nie ist. Das entspannt zumindest diese Front und ermöglicht mir gleichzeitig enorme „Spielfreude“ beim Schreiben. Das wird das beste, andersartige, lockerste Buch überhaupt. Ich fühle gerade einen richtigen Durchbruch. Noch ist das Buchthema ein Geheimnis. Sobald es vom Verlag gelüftet ist, erzähle ich Ihnen ein bisschen mehr dazu, was an diesem Buch anders ist und warum das für mich als alte Ratgeberschreibhäsin so ein Durchbruch und so eine Extrafreude beim Schreiben ist.
Jedenfalls hab ich heute früh gerackert wie ein Depp und schnaufe eben ein wenig durch. Dabei stöbere ich so auf einer Website, folge einem link und lande auf Verführungstipps für Männer. Ich wills nicht verlinken, weil ich mich nicht über andere Autoren und Trainer lustig machen möchte. Außerdem ist es auch gar nicht nötig, auf einzelne dieser Tipps zu verweisen: Sind solche „So kriegen Sie jede Frau ins Bett“-Umwerbetaktiken nicht immer absolut lachhaft? Schade eigentlich, denn das kann man ja durchaus clever machen. Das Umwerben, nicht das mit dem Sofort-ins-Bett-reden-wollen.
Mich hats jedenfalls eben vorm Herzkasper bewahrt, weil ich aus vollem Herzen losgelacht habe, was für ein Schmarrn da empfohlen wird.

Mitmachen!


Hallo liebe Gitte,
ein kleines Beispiel wäre doch für uns Frauen amüsant gewesen, schade.
Und was den Herzkasper angeht, der im Netz nicht zu finden ist… mit dem Handy abfotografieren und einstellen. Das müsste klappen.
Viel Erfolg weiterhin mit den handschriftlichen oder elektronischen Methoden des Schreibens.
Liebe Grüße
Tine
Hallo Tine,
ja, aber wenn ich ein Beispiel mache, ist identifizierbar, wen ich meine. Und das will ich nicht.
Danke für den Tipp mit dem Handy. Das habe ich bewusst nicht gemacht, weil das urheberrechtlich strittig ist. Ein link ist hingegen kein Problem.
Noch ein Tipp: Deine Blogadresse heißt
http://tinemoeller.wordpress.com/
(nicht @ in der Mitte, das @ gibt es nur bei E-Mail-Adressen). Ich habs oben korrigiert.
Viele Grüße
Gitte
… ups!… Vielen Dank für die Korrektur. Da war ich wohl gerade im e-mail-Fieber
Ach ja, Urheberrecht… ist natürlich kritisch.Danke
Tine
Hey Gitte, da bin ich aber froh, das Du Deinen Herzkasper vorbeugend bearbeitest. Viel arbeiten ist manchmeal ja richtig gut für das Herz( sagt einer der drei Bypässe trägt). Viel ist wie immer relativ.
Es ist für mich immer toll, wenn Du uns bei nachdenken und beim entstehen Deiner Bücher, teilhaben läßt.
Ein neues Gebiet für mich ist das komponieren. Ein Buch zu schreiben, welche Schritte, wann, wie , das kenne ich. Ich weiß auch das ein Buch einen ähnlichen Aufbau hat wie eine Komposition.
Auch ein geschriebener Text hat eine Melodie, die ich hören kann. Auf meinem Hang habe ich nun vier Stücke, quasi wie ein Plot. Nun geht es an die inhaltliche Struktur.
Wie alt ist der Protagonist, wäre ja eine Frage fürdie Erweiterung des Plots im Buch. Bei der Musik muss ich da anders denken, zumal ich keine Noten kenne. Der Dreiklang, Fühlen, Denken, Handeln( üben) wird sich schon zu einer Harmonie fügen.
Herzkasper gibt es dabei bei mir sicher nicht (mehr).
Gruß Amos
Hallo Amos,
oha, drei Bypässe hast du bekommen. Gut, dass es dir so gut geht. Es ist ja immer ein Wunder, was der Körper verkraftet und die Medizin kann!
Das mit dem Komponieren geht mir auch so: Der Weg dorthin, die verschiedenen Vorgehensweisen, das interessiert mich auch sehr.
Viele Grüße
Gitte