Zur Zeit schreibe ich ja mein neues Buch. Letztes Jahr habe ich beschlossen, dass ich künftig nur noch Ratgeber schreibe, die ein außergewöhnliches Thema haben (wie mein im September erscheinendes „30 Minuten Arschlöcher zähmen“) oder ein gewöhnliches Thema in einem außergewöhnlichen Format.
Das bedeutet für mich aber auch, dass ich wieder mehr aus mir heraushole. Denn auch ich bewege mich, wie wir alle, auf meinen üblichen Schreib-Trampelpfaden. Je nachdem, wie fest unsere Sprachmuster sind und wie viel Routine wir beim Schreiben haben, desto eingetretener sind diese Trampelpfade.
Eine simple Möglichkeit, die ich auch selbst gerade intensiv nutze, ist, sich eine Frage zu stellen. Zum Beispiel:
Wie bekomme ich das lustiger?
Wie bekomme ich das schlüssiger zusammengezurrt?
Wie bekomme ich das besonderer?
Das klingt simpel, aber es nützt enorm. Denn Sie stellen sich eine konkrete Aufgabe und bringen damit Ihr Gehirn auf neue Wege.
Wichtig dabei ist, dass Sie die Frage auf einen konkreten Aspekt anwenden. Ich kann mir bei einem Buch bereits beim Konzipieren die Aufgabe stellen: “Aha, ich habe hier ein tolles Thema für einen Ratgeber. Wie kann ich das von Haus aus pfiffiger umsetzen als normal?”
Oder aber Sie sind bereits beim Schreiben und merken, dass Sie etwas gerade toterklären. Sie können sich schon vorstellen, dass Ihre Leser längst nicht mehr mitkommen. Also ist die Frage für diese Passage: “Wie bekomme ich das schlüssiger erklärt? Wie kann ich mehr auf den Punkt kommen?”
Ja, das stellt Sie vor eine neue Herausforderung. Wenn Ihr erster Impuls ein “Weiß ich doch nicht!” ist, machen Sie alles richtig.
Denn jetzt sind Sie wirklich gefordert, eine Lösung zu finden.
Keine Sorge: Wenn Sie über ein Thema schreiben, in dem Sie sattelfest sind, dann haben Sie alles Wissen, das Sie brauchen, um einen lustigeren/außergewöhnlicheren/dringlicheren/schlaueren/strafferen oder oder oder Ansatz zu finden.
Lesen Sie auch Teil 2: Vielseitiger, anders schreiben

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