Gute Nachricht: Die VG Wort-Ausschüttung hatte sich ja wegen eines Gerichtsurteils verzögert. Jetzt steht auf der VG Wort-Website, dass der Beschluss getroffen ist, noch im August auszuschütten. Es ist in der letzten August-Woche mit Zahlungen zu rechnen, Scheckempfänger einige Tage später.

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Das hört sich doch schon mal gut an!
Aber zu ende ist das Ganze noch nicht. Die Zahlung erfolgt unter Vorbehalt möglicher Rückforderungen in Abhängigkeit zum Ausgang des weiteren Gerichtsverfahrens.
Letztendlich könnte das in eine Einzefallprüfung münden. Und da in vielen Autorenverträgen eine Abtretung im Kleindgedruckten steht, müßte dann jeder Autor noch mal gegen seinen Verlag klagen. Einige Großverlage haben (sicherlich im Hinblick auf das Langerichtsverfahren) noch im April 2012 (so z.B. BOD) Neufassungen von Autorenvertägen diesen “untergschoben”. Hierin ist eine explizite Abtretung aller Ansprüche an Verwertunggesellschaften an den Verlag formuliert. Damit erhält der Verlag zukünftig 100%, wenn die VG Wort die Einzelfallprüfung einführt. Schlau gemacht…..
Die neuen Verträge waren aber kein Ergebnis von Vertragsverhandlungen. Als ich mein neues Buch veröffentlich wollte, wurde mir der neue Vertrag vorgelegt. Dieser sollte den alten Vertrag ersetzen. Unterschreiben oder keine weiteren Veröffentlichungen war die Ansage…..
Vielleicht gibt es ja demnächst dazu Untersuchungen, ob solche Knebelverträge überhaupt rechtens sind. Wie auch immer, der Kläger hat ein ziemliches Fass geöffnet und schlimmsten Falls nicht nur sich selbst sondern auch zig anderen Autoren in´s Knie geschossen.
Guten Morgen Otto, guten Morgen Frank,
ja, das ist natürlich übel mit solchen Verträgen, und als AutorIn heißt das – wie sonst auch im (Berufs)Leben: gegebenenfalls einen anderen Kooperationspartner suchen. Klar ist es unschön, wenn ein Verlag, mit dem man bisher gut gearbeitet, einem die Pistole auf die Brust stellt. Andererseits gibt es da draußen jede Menge fairer Verlage mit vielleicht sogar viel besseren Konditionen, die man durch so eine Aktion überhaupt erstmal entdeckt, weil man gezwungen ist, sich umzusehen.
Jeder Bereich ändert sich im Business ja immer mal, manchmal ist das negativ … manchmal ist es aber sogar positiv. Wie das in diesem speziellen Fall sein wird, wissen wir noch nicht. Vielleicht hat dieser eine Autor was angestoßen, das sich rückblickend als nachteilig erweist … vielleicht aber hat er was angestoßen, was unterm Strich vorteilhaft ist. Im Ergebnis oder im EIGENEN Ergebnis, weil man für sich merkt: “ICH verändere die Plattformen oder die Kooperationspartner oder überhaupt die Form meiner Autorentätigkeit”.
Nicht immer sind Veränderungen schlecht. Aber auch wenn: Letztlich müssen wir immer mit der Realität gehen. Und diesen Gerichtsstreit gibt es nun mal jetzt und er hat nun mal bestimmte Folgen, die sich erstmal noch nicht zeigen, weil vor Gericht alles so absurd lange dauert. Ob uns das gefällt oder nicht, tut gar nichts zur Sache.
Ich entschließe mich, das neugierig zu verfolgen und in erster Linie mal positiv zu sehen. Positiv ist auf jeden Fall schon mal, dass demnächst regulär ausgezahlt wird.
Viele Grüße
Gitte