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5 x Feintuning für Aufzählungen

Aufzählungen sind eine gute Sache, weil sie Fließtext auflockern und zentrale Aussagen klar ins Blickfeld rücken. Damit erleichtern Sie die Lesefreude und auch beim schnellen Lesen bleibt mehr hängen. Fünf einfache Poliertipps für Ihre Aufzählungen:

1. Bringen Sie die Aufzählung möglichst nicht im Satz.

Wenn Sie
– sich rechtzeitig bis zum xxx anmelden,
– den Betrag innerhalb von einer Woche überweisen
– und einen Freund mitbringen,
bekommen Sie 10 % Nachlass.

Sowas ist sehr schwer verständlich. Besser ist es in solchen Fällen, den Satz so umzustellen, dass die Aufzählung am Schluss steht.

Sie bekommen 10 % Nachlass, wenn Sie
– sich rechtzeitig bis zum xxx anmelden,
– den Betrag innerhalb von einer Woche überweisen
– und einen Freund mitbringen.

Kleine Geschmackssache am Rande: Ich entscheide mich oft dafür, das „wenn Sie“ zu wiederholen, weil es für mein Lesegefühl schlüssiger ist. Besonders, wenn die Argumente für unterschiedliche Leute relevant sind. Zum Beispiel:

Diese Schreibwerkstatt ist etwas für Sie,
… wenn Sie geplanter an Texte herangehen wollen.
… wenn Sie strukturierter schreiben möchten.
… wenn Sie schneller schreiben möchten.

2. Weniger ist mehr!

Kommen zu viele Aufzählungen untereinander, verpuffen die zentralen Aussagen in schwammigeren. Außerdem bleibt zu wenig hängen, weil der Leser bombardiert wird.

Wenn Sie eine ganze Latte an Aufzählungspunkten haben, ist es Zeit, auszumisten und zusammenzuzurren. Verzichten Sie vor allem auf schwächere Punkte. Sofern sie relevant sind, können Sie sie vielleicht einfach im Fließtext noch unterbringen. Denn Sie wollen Ihre starken Botschaften nicht verwässern, sondern mit der Aufzählung richtig zur Geltung bringen.

Eine ganz gute Faustregel ist es übrigens, sich auf drei Aufzählungspunkte zu begrenzen. Das ist kein Gesetz, aber meistens am besten lesbar. Das gilt auch für Aufzählungen im Fließtext.

3. Vereinheitlichen Sie Ansprache und Stil.

Besonders im ersten Entwurf, wenn man so drauflos schreibt, fällt einem oft nicht auf, wenn man wechselt. Dann steht da am Ende sowas:

– sich darüber klar werden, wo hin man will
– Sind Sie sich Ihrer Ziele wirklich bewusst?
– Kenne ich meine Stärken

Es ist schöner, wenn die Aufzählungspunkte einheitlich beschrieben sind: Sie-/Du- oder Ich-Ansprache; ganze Sätze oder Stichworte; Komma oder Punkte dahinter (dann aber immer, und nicht mal so, mal so).

4. Nutzen Sie verschiedene Aufzählungszeichen!

Je nach Textmenge, Layout und verwendeten Schriften gehen die üblichen Spiegelstriche schnell unter. Außerdem kann der Aufzählungspunkt eine schöne Abwechslung reinbringen. Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie in einem Text mehrere Aufzählungen haben, denn das zerfleddert gerne mal das Schriftbild.

– xxx
– xxx
– xxx

➡ xxx
➡ xxx
➡ xxx

Aufzählungszeichen können auch eine zusätzliche Funktion erfüllen:

Apropos Layout: Es empfiehlt sich, Aufzählungstext etwas einzurücken, so dass mehrzeilige Aufzählungspunkte bündig untereinander stehen. Gerade bei mehrzeiligen Aufzählungspunkten ist es auch sehr schön, wenn zwischen den Aufzählungspunkten eine Leerzeile ist.

Je nach Kontext können Sie das Wichtigste wie eine kleine Überschrift voranstellen oder den ersten Satz optisch hervorheben:

5. Vermeiden Sie Gliederungen des wissenschaftlichen Arbeitens

… außer, Sie schreiben einen Text, der das zwingend erfordert. In normalen Alltagstexten ist sowas eher abtörnend und verführt alle, die das wissenschaftliche Schreiben gewöhnt sind, dazu, Texte recht theoretisch nacheinandergeschaltet aufzubauen.

Wenn Sie aber einen Alltagstext schreiben, zum Beispiel für Ihr Blog oder ein E-Book, dann ist das keine Dokumentation oder theoretische Betrachtung, sondern dann steht immer im Vordergrund, dass der Text aus Lesersicht klar aufgebaut und einfach zu lesen ist. Stellen Sie sich vor, ich würde meine Blogbeiträge künftig so aufbauen:

1. xxx
1.1 …
1.2 …
1.2.1 …

Was mich zu einem weiteren Punkt führt: Begrenzen Sie sich bei längeren Texten auf einige wenige Ebenen. Diese kann man dann sehr gut durch unterschiedlich große Überschriften klar bezeichnen. Genau wie Sie es aus ganz normalen Büchern kennen … wenn es keine reinen Lehrbücher sind ;-).