Nur 15 % der Deutschen, habe ich vor einigen Tagen auf Spiegel online gelesen, starten in einer Notsituation einen Wiederbelebungsversuch. Viele wissen einfach nicht, was zu tun sei, oder haben Angst, etwas falsch zu machen.
Bevor ich diesen Artikel gelesen habe, gehörte ich auch zu diesen Schissern. Obwohl ich immer mal wieder in meinem Leben Erste Hilfe-Kurse gemacht und das theoretische Wissen durch lesen oder Videos aufgefrischt habe, war mir der Ernstfall immer mulmig. Hoffentlich ist jemand da, der sich auskennt! Hoffentlich muss ich nicht selbst ran!
Man weiß ja nie, wie man in einer akuten Situation dann reagiert, aber wenn ich mich richtig einschätze, würde ich wohl was machen … wobei die Angst, was falsch zu machen, vielleicht in ungutes Zögern münden würde. Und Nichtstun bei Kreislaufstillstand ist genau das Problem.
Jetzt kommt der coole Zusatztipp, den ich bisher noch nie in diesem Zusammenhang gehört habe. Die Notfallmediziner verweisen darauf, dass der Rhythmus, mit dem der Brustkorb gedrückt werden muss, dem des Bee Gees-Liedes „Staying Alive“ entspricht. Seit ich das gelesen habe, habe ich überhaupt keine Unsicherheit mehr, was zu tun ist.
Das klingt merkwürdig, geht aber über die bloße Rhythmushilfe hinaus:
- Musik gibt mir Sicherheit.
- Mein Unsicherheitsfaktor „Wie schnell muss man da denn drücken?“ ist komplett weg.
- Ich kenne das Lied sehr gut, und dadurch bin ich mir sicher, dass mir das im Ernstfall ein wichtiger Fokus – und Erinnerung – ist.
Das Allerwichtigste aber: Dieser Vergleich hat mir die Zuversicht gegeben, dass ich, wenn es sein muss, handeln kann.
Woher kommen Aha-Effekte?
Manchmal kommen sie daher, dass man zum richtigen Zeitpunkt etwas liest, das man gerade jetzt dringend braucht. Oft kommen sie aus dem Band, das man als AutorIn zum Leser schafft: durch einen bestimmten Stil, dadurch dass der Schreibende etwas von sich preisgibt, die richtigen Worte findet, die einen jetzt gerade so richtig erreichen.
Und oft sind es solche Details wie dieser Musik-Vergleich, der dazu führt, eine Information, die man schon hundert Mal gelesen hat, anders verarbeiten – und bleibend verinnerlichen kann.
PS: Wer unsicher ist, findet bei dem verlinkten Artikel zusätzlich ein Video, was und wie zu tun ist.
Noch ein PS: Besonders lustig ist übrigens meine Begriffsstutzigkeit: Zwei Tage lang habe ich mich gewundert, warum die ausgerechnet so ein olles Bee Gees-Lied als Vergleich nutzen.

Mitmachen!


Hallo!
Danke für den Artikel und einen guten Lesetipp! Das ist wirklich ein heikles Thema. Obwohl alle theoretisch noch aus der Schule wissen, wie man die Herzdruckmassage in einer Notsituation macht, zeigen sich viele ratlos, wenn es dazu kommt. Dein Artikel bewegt zum Gedanken. Ich werde mal auch auffrischen, wie man erste Hilfe in verschiedenen Situationen leistet.
Schöne Grüße
Lena
Sicherheit und Reanimation/ zack und eine gedankliche Verlinkung zum Autoren/ Leser und zuletzt noch die BeeGees.
Das hat was.
Viele Jahre war ich bei den Johannitern im Sanka unterwegs. Ist schon eine Weile her. Regelmässig lag der Dummie auf dem Boden und wir machten unsere Übungen und entsprechende Witze. Auf die Idee, die BeeGees da zu singen, bzw. den Takt auf den Dummie zu übertragen, da habe ich nie gesehen.
Jetzt muss ich mir nur noch das Staying alive mehrmals anhören, schon bin ich wieder fit für eine Reanimation.
Gruß Amos