Stil + Stilmittel

Die Wiederholung als Verstärker

Mit einer Wiederholung betonen Sie etwas ganz besonders. Beim Sprechen machen wir das oft ganz automatisch. Wer Grey’s Anatomy schaut, kann mal auf diesen Wiederholungseffekt aufpassen: Die Drehbuchschreiber dort lieben die Wiederholung! Es vergeht keine Folge, wo nicht mindestens einmal – oft mehrmals – in einem Dialog jemand etwas zweimal sagt (hin und wieder sogar fünf oder sechsmal).

Zum Beispiel: „Ich bin ganz und gar nicht glücklich … längerer Sermon, was alles schiefläuft … Ja, ich bin ganz und gar nicht glücklich.“

Das ist, wenn man es dosiert einsetzt, ein schönes Stilmittel – auch schriftlich.

Die Wiederholung kann einen Aspekt hervorheben.

Zum Beispiel, wenn Sie einen Text schreiben und dann noch mal einige Kernpunkte als Fazit herausstellen.

Sie kann Empörung vermitteln.

Das geht durch die reine Wiederholung oder indem Sie das Wiederholte zusätzlich besonders hervorheben.

Ein Beispiel: Ich erzähle Ihnen die Geschichte, als ich im Restaurant einen Bananen-Pancake bestellt habe und eine halbgare, scheußliche Masse bekommen habe. Ich zum Kellner: „Uäch, es tut mir echt leid, aber sagen Sie dem Koch bitte, das ist unessbar!“

Der Kellner kommt also zurück. Er entschuldigt sich nicht, sondern sagt: „Der Koch lässt ausrichten: Das liegt am Lieferanten.“ Das liegt am Lieferanten.

Der Kellner kommt also zurück. Er entschuldigt sich nicht, sondern sagt: „Der Koch lässt ausrichten: Das liegt am Lieferanten.“ Am Lie-fe-ranten!

Die Wiederholung kann etwas, das sich die Leser merken sollen, noch mal ins Gedächtnis bringen.

Gerade bei einem längeren Text ist es gut, zum Abschluss eine zentrale Aussage im Text noch einmal zu wiederholen. Das geht natürlich auch als Merksatz oder Zusammenfassung.