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Buch-Interview: Petra Schuseil

Und schon wieder ist ein Buch realisiert, das in meinem Buchkonzept-Workshop geboren wurde! – Petra Schuseil vom Lebenstempo-Blog hat einen wunderbaren Ratgeber zu ihrem Herzensthema geschrieben:

Finde dein Lebenstempo
Mit dem richtigen Tempo zu mehr Leben


Ich habe ihr einige Fragen gestellt:

Du hast im Oktober 2011 den Buchkonzept-Workshop mitgemacht. Dabei ist das Konzept für „Finde dein Lebenstempo“ entstanden. Du hast sehr schnell danach bei GABAL unterschrieben. Wie bist du direkt nach dem Workshop vorgegangen, um dein Konzept unterzubringen?

petraschuseil_lebenstempoLiebe Gitte, danke für deine Fragen. Ja, im Herbst 2011 habe ich mit dir das Konzept für mein Buch fertig gestellt. Wir haben ja eine Menge in Deinem Workshop gelernt. Unter anderem auch, wie wir uns mit unserem Konzept unterm Arm bei einem Verlag vorstellen.

Die Idee war „schicke Deinem Lieblingsverlag Dein Konzept“. Ziemlich schnell hatte ich mich für den GABAL-Verlag entschieden. Also habe ich mein Konzept zuerst dorthin geschickt. Auf den Websites wird sehr genau erklärt, wie sich das der Verlag wünscht. In meinem Fall war eine Leseprobe gewünscht. Ich weiß nicht mehr die genaue Reihenfolge. Ich habe jedenfalls mit meiner Konzeptabgabe Kapitel 3 meines Buches geschrieben.

Nach etwa acht Wochen geduldigen Wartens habe ich freundlich nachgehakt. Etwas später erhielt ich die Bitte nach einer Leseprobe, die ich dann vorlegen konnte. Et voilà … der GABAL-Verlag hat mir einen Vertrag angeboten. Da war dann auch schon fast Kapitel 4 geschrieben.

 

Wann hast du den Vertrag unterschrieben und wie lange hattest du anschließend Zeit bis zur Manuskriptabgabe?

Den Vertrag habe ich Anfang März 2012 unterschrieben. Abgabetermin war spätestens Ende August 2012. Da ich regelmäßig geschrieben habe, war ich nie in Zeitnot oder im Zeitstress.

 

Wie hast du dich beim Schreiben organisiert, neben deinem normalen Alltag?

Ich hatte meine Zeitfenster fürs Schreiben. Ich bin eine Earlybird-Schreiberin. Am besten sitze ich morgens um 7 h schon am Laptop. Da kann ich mich am bestens konzentrieren und am Stück schreiben. Das mache ich nach wie vor so.

Mittags gibt es immer Mittagessen bei mir, das ich meist selbst koche. Also hatte ich eine wohl verdiente Pause oder habe im Garten gearbeitet. Wenn ich nachmittags noch mal geschrieben habe, dann so von 16 bis 18 Uhr – und das regelmäßig fast täglich von Montag bis Freitag. Die Wochenenden habe ich frei genommen. Das Schreiben hat sich etwa über ein halbes Jahr hingezogen.

Ich hatte trotzdem das Gefühl „am Stück zu schreiben“ und dranzubleiben. Der Gedanke irgendwo auf der Alm zu sitzen oder in einem schönen Hotel und am Stück zu schreiben, hat allerdings auch etwas. So war ich ja auch immer wieder abgelenkt durch meine Gäste, die ich im Bed and Breakfast hatte oder ich habe Coachings gegeben oder den Haushalt und den Garten „geschmissen“.

 

Du hast dich ja während des Schreibens von mir begleiten lassen. Was fiel dir beim Schreiben leichter, was schwerer als gedacht?

Hmmm … Du kennst mich ja nun ganz gut in meiner Schreibe. Ich habe die Tendenz mich zu zerfasern und zu philosophieren. Konkret dranzubleiben, das Plankton zu finden, wie du es so schön schreibst, das ist schwierig für mich gewesen. Da kommen meine „Schnell-schnell-Anteile“ zum Vorschein. Um den roten Faden wirklich gut durchzudenken, dafür muss ich mich hinsetzen, Ruhe im Hintern haben, mir Zeit lassen … tagelang. Schwierig für mich. Aber logisch, dass es so sein muss. Und wenn ich es dann gemacht habe, war es immer wunderbar. Das hat mich dann sehr zufrieden und glücklich gemacht.

Auch wenn es in einem Coachinggespräch sehr logisch ist, nach den Details zu fragen, um damit Tiefe entstehen zu lassen, ist das für mich so allein vorm Laptop schwierig gewesen. Deshalb habe ich auch die Interaktion mit dir sehr genossen. Das hat mich inspiriert. Wie in einem Gespräch eben. Ich brauche einen Menschen, um Gedanken laut zu denken, damit ich weiterkomme. Ich mache die Dinge nicht mit mir selber aus.

Sehr schwierig fand ich Kapitel 5 „Finde dein Lebenstempo“. Ich als Coach stelle gute Fragen und sage nie „so geht das jetzt“. Das musste ich aber jetzt tun. Ich musste einen Pfad finden, meine Leserschaft zum Handeln zu motivieren. Also: Welche Prioritäten willst DU denn nun setzen in deinem Leben, damit es schneller oder langsamer wird? Dort wo ich eher vorsichtig bin, sollte ich nun artikulieren, was ja nun auch zu lesen ist: „Dein Leben ist ein ganz schöner Trampelpfad. Es ist immer schwierig, etwas Neues zu beginnen und einen anderen, noch völlig unbekannten Weg zu gehen“ … dahinter lockt dann aber Lebenszufriedenheit und ein gelasseneres Lebenstempo. – Huijuijui. Was habe ich mir die Haare gerauft! 🙂

Die anderen Kapitel flossen mir sehr leicht aus den Fingern.

Gelernt habe ich in deinem Workshop „rund um die Leitfragen“ wie ich die Leser an die Hand nehme und wirklich gute Fragen stelle, damit sie auch weiterkommen und wirklich etwas davon haben. Mal eben irgendwelche Fragen stellen, gilt nicht. Es muss ja Sinn machen, was ich wissen will und dass sich das dann im Buch fortsetzt. Hier hast du mich wesentlich unterstützt. Deshalb lese ich mein Buch übrigens selbst immer wieder sehr gerne, weil mir das gelungen ist: Den roten Faden quer durch das ganze Buch zu stricken und die Spannung beim Lesen zu halten. Die Übungen sollen ja so attraktiv sein, dass man gerne und sofort ins Buch malt oder schreibt. Gelungen wäre es, wenn mein Buch nicht im Regal verstaubt, sondern ständig in der Tasche mitgetragen wird – zumindest das Notizbuch, das sich meine Leser anlegen sollen und das ich „Lebenstempo-Klugheitsbuch“ getauft habe.

Mal eben so ein Buch schreiben, das geht nicht. Da steckt viel Hirnschmalz drin und das ist auch gut so. Das habe ich mir einfacher vorgestellt. Die Vorstellung, ich schreibe das Buch in einem Rutsch durch, musste ich schnell aufgeben. Wer gut ist im Konzipieren, hat einen Vorsprung.

 

Warum wolltest du gerne ein Buch veröffentlichen/was erwartest du dir davon?

Eins ist klar: Ich schreibe  für mein Leben gerne! Mein E-Buch über Hongkong hätte ich auch gern über einen Verlag veröffentlicht, aber da war ich zu naiv und ich hab dich noch nicht gekannt, um ein richtig gutes Konzept zu stricken.

  • Ich wollte zu allererst mir selbst beweisen, dass ich das kann: Ein Buch schreiben.
  • Zweitens wollte ich für mich selbst in die Tiefe gucken: Was habe ich zu sagen? Hat das Hand und Fuß?
  • Drittens meinen Lesern Mut machen, dass es ein gelasseneres Lebenstempo gibt!
  • Viertens meine Positionierung stärken als professionelle Life-Coach, die sich in internationalen Unternehmen und Lebenstempi auskennt

Sprich: Klärung, Klarheit, Annäherung an interessierte Menschen. Es gibt inzwischen so viele Coaches. Ich habe spezifisches Expertenwissen und Lebenserfahrung in puncto Lebenstempo. Das Buch ist für mich ein nicht mehr wegzudenkendes Marketinginstrument. Akquise fällt mir jetzt leichter!

 

Du denkst ja schon an deine nächste Buchidee. Warum bist du noch vor Erscheinen deines ersten Buches so wild darauf geworden, gleich das nächste zu schreiben?

Schreiben ist für mich „in die Ruhe und die Tiefe kommen“. Ich schreibe, seit ich denken kann. Es ist lustig gewesen: Während des Schreibens sind alle möglichen Themen hochgepoppt, so dass ich immer wieder dachte: Oh darüber will ich auch noch schreiben oder: Oh, tolles Thema, da würde ich mich gerne noch tiefer reindenken. Ich glaube, ich hab irgendwo eine Liste gemacht.

Das zweite Thema, das wir schon angedacht haben, ist gerade ganz weit weg. Es poppt neuerdings ein anderes in meinem Kopf rum. Und das Hongkong-Buch, das ich eben erwähnt habe … da liegt ja mein Herzblut drin, in dieser besten Zeit meines Lebens.

Also ein zweites Buch wird es geben. Spätestens im nächsten Konzept-Workshop habe ich das mit dir festgeklopft. 🙂

 

… willst du noch irgendeinen Aspekt rund ums Schreiben oder zum Verlag ergänzen?

Ich mache als Erstautorin äußerst positive Erfahrungen mit dem GABAL-Verlag. Mein Buch wird sehr professionell unterstützt und begleitet. Da hörte ich von anderen Erstautorinnen und anderen Verlagen nicht ganz so viel Gutes.

Da kann man sicher im Vorfeld noch genauer nachhaken und klären: Was tut der Verlag vor/während/und nach Erscheinen des Buches in Sachen PR/Kommunikation? Ich fühle mich da sehr gut aufgehoben.

An dieser Stelle geht mein Lob an Ute Flockenhaus, der Chief Lektorin, die mit großer Geduld meine Fragen und Bedenken rund ums Cover und auch Titel des Buches mit mir diskutierte. Und sie hatte nach langem Hin und Her doch immer wieder recht. Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Bedenken ernst genommen wurden. Ich habe ihre Erfahrungen als Expertin dann gerne akzeptiert. Andere Farben zum Beispiel wären langweilig geworden. Die Frau im Gras, die über ihr richtiges Lebenstempo lächelt, passt und der Titel sagt genau aus, um was es eigentlich geht: Wer das richtige Tempo hat, hat mehr vom Leben.

lebenstempocover

 

Finde dein Lebenstempo
Mit dem richtigen Tempo zu mehr Leben

Petra Schuseil
GABAL Verlag

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6 Kommentare

  1. Liebe Gitte, hat Spaß gemacht das Interview und Resümee mit Dir :-). Dankeschön. Einen guten, inspirierenden und lebendigen Ratgeber schreiben, das ist wirklich Gold wert. Danke für Deine Unterstützung. Mein Lebenstempo ist derzeit heruntergefahren von 100 auf 30 … mit meinem Mann verbringe ich den Urlaub in einem alten Steincottage in Irland … mit Ausflügen und Wanderungen. Herrlich ruhig und grün. Nun hat uns auch der irische Sommer erreicht. Rainy and sunny bei etwas 15°C. Ich freue mich auf warme Sommertage daheim. Herzliche Grüße.

  2. Pingback: Mutmacher-Magazin » Petra Schuseil: Im eigenen Tempo zum ersten Buch

  3. Pingback: Es wird gezwitschert … positive Stimmen zu meinem Buch › Lebenstempo-Blog

  4. Gitte Härter sagt

    … großartig! Herzlichen Dank für den link. Das ist wirklich eine schöne Ergänzung.

    Viele Grüße und einen schönen Nachmittag (bzw. Urlaub)!
    Gitte

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