Was ist Mehrwert?

| 6 Kommentare

mehrwert

Der Lesernutzen ist ja immer wieder Thema – denn hier steckt der Mehrwert für Ihre Leser.  Der Lesernutzen ist das, was der Leser davon hat. Er macht den Unterschied zwischen schlechten und guten Texten.

Das kann alles Mehrwert sein

Je nach Einsatzgebiet, Thema und Zielen kann dieser Mehrwert ganz unterschiedlich ausfallen:

Informationen geben

Sie sagen Ihren Lesern etwas, das sie idealerweise noch nicht wussten oder zumindest in dieser Form noch nicht betrachtet haben. Natürlich gibt es auch Texte, die dazu da sind, Basiswissen wieder in Erinnerung zu bringen. Wenn Sie Grundlagen wiederholen, dann ist der Kontext wichtig: Es soll nie der Eindruck entstehen, dass man bei Ihnen einfach nur Altbekanntes in neuen Worten bekommt.

Ein wichtiger Schlüssel dafür ist das konkrete Plankton-Thema

Bewusstsein schaffen

Sie bringen ein bestimmtes Thema in die Köpfe der Leute. Nicht immer will man direkt Antworten liefern, wie etwas geht. Manche Texte haben das Ziel, Leser für eine bestimmte Sache zu sensibilisieren: Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht! Oder: Stimmt, dieser Aspekt oder diese Vielschichtigkeit war mir noch gar nicht so klar.

Aha-Effekte

Natürlich ist es noch besser, wenn Sie es schaffen, dass Ihre Leser richtige Aha-Effekte haben. Die erreicht man besonders gut, indem man die Leser an die Hand nimmt. Zum Beispiel durch Leitfragen, die dem Einzelnen helfen, das Thema für sich konkret zu reflektieren: Was heißt das für mich? Wie denke ich darüber? Wie verhalte ich mich? etc.

Je nach Thema bieten sich konkrete Aufgaben an, die Ihre Leser direkt ins Tun bringen. Also nicht nur reflektieren lassen, sondern direkt etwas praktisch ausprobieren. Aber Vorsicht: Es ist gar nicht so leicht, Übungen und Anweisungen glasklar zu beschreiben.

Anregungen und Ideensprungbretter

Auch Impulse sind ein wertvoller Mehrwert. Wenn es in den Köpfen Ihrer Leser rattert und ein „könnte/sollte ich auch mal“ oder „das ist eine gute Idee, da fällt mir ein“ oder „ich mache mir was zu eigen“. So eine Initialzündung für eigene Aktivitäten bringt richtig greifbaren, individuellen Nutzen – auch ohne genaues „how to“. Eine gute Möglichkeit, die Köpfe zum Rattern zu bringen, sind Beispiele.

praktische Tipps und Kniffe

Wann immer das Thema es hergibt, ist es natürlich wunderbar, direkt aus Ihrem Erfahrungs- und Wissensschatz zu schöpfen und richtig handfeste Tipps zu geben: So und so kann man X lösen. Auf diese Weise kommt man schneller zu Y.

konkrete Anleitungen („how to“)

Ob es Übungen sind oder eine Bedienungsanleitung: Jetzt entsteht der Mehrwert durch die Leserperspektive und die Eindeutigkeit. Und auch hier stecken wieder viele Tücken, die im eben bereits erwähnten Text „gar nicht so leicht … glasklar zu beschreiben“ näher erklärt sind. Denken Sie nur an unverständliche Bedienungsanleitungen von Software, Geräten oder Arzt-Informationen.

Rücken stärken

Ein wesentlicher Mehrwert ist auch das Verständnis für Ihre Zielgruppe. Wenn man durch einen Text vermittelt bekommt: Ich verstehe dich. Ich hole dich wirklich da ab, wo du gerade bist. Das kannst du. Das schaffst du. Das blickst du.

Damit ist nicht gemeint, dass das genau so dasteht. Sondern es geht darum, wie Ihr Text wirkt. Wenn ich eine Bedienungsanleitung aufklappe und mir sofort schwindlig wird, weil ich auf den ersten Blick den Eindruck bekomme, ich blicke nicht durch und verstehe nur Bahnhof, dann ist ein wichtiger möglicher Lesernutzen bereits zerstört. Wenn Sie einen Text zu einem Persönlichkeitsthema schreiben, aber dem Leser nicht vermitteln, dass sie ihn an die Hand nehmen und verstehen, dann bleibt der beste Tipp unter seinen Möglichkeiten, weil der Text zu nüchtern klingt oder weil der Leser sich noch nicht in der Lage fühlt, etwas zu verändern.

Unterhaltung

Und schließlich ist es auch ein Lesernutzen, wenn man unterhalten wird. Nicht nur bei reinen Unterhaltungstexten! Jeder Text bringt mehr, wenn er gerne gelesen wird und idealerweise Gefühle auslöst. Das kann bei vielen Themen der buchstäbliche Lesespaß sein. Bei anderen ist es einfach eine lebendige Schreibweise, die aus dem üblichen trockenen Einerlei heraussticht.

Mehrwert bedeutet also:

Der Leser hat nach der Lektüre ein MEHR. Meistens ist dieses Mehr eine Kombination verschiedener Nutzwerte. So können Sie mit einem schnittigen Text das Bewusstsein für ein Thema schaffen und gleichzeitig unterhalten. Oder Sie bauen Leitfragen ein und kombinieren sie mit einer klar angeleiteten Übung, um Ihre Leser ins Tun zu bringen.

Mehrwert bedeutet auch, dass Sie als AutorIn und Fachkraft auf Ihrem Gebiet erkennen, wann Sie nicht in einem kurzen Text „mal eben“ handfeste Lösungen bringen können. Manche Themen sind einfach komplexer, so dass man klugerweise in einem Artikel den Mehrwert anders anlegt. Verwechseln Sie Lesernutzen nicht damit, dass Sie bei jedem Thema irgendeine konkrete Handlungsanweisung oder gar ultimative Lösung liefern müssten. Das geht oft überhaupt nicht – und wenn man es doch versucht, erweckt es den Anschein, dass man etwas trivialisiert oder zu oberflächlich vorgeht.

Behalten Sie also den jeweiligen Lesernutzen immer fest im Auge, aber stimmen sie ihn auch realistisch auf Thema und Textart ab: Was soll der Leser nach Lektüre (realistisch) wissen, können oder tun?

Und dann gilt natürlich: A bissl was geht immer! – Mehr Lesernutzen

Autor: Gitte Härter

Ich bin x-fache Buch-Autorin, Schreibcoach + Schmarrnproduzentin. Meine Business-Zentrale mit Unterhaltungsblog ist hier: himbeerwerft.de

6 Kommentare

  1. Pingback: 11 wichtige dinge vor dem veröffentlichen ihres artikels

  2. Liebe Gitte,
    vielen Dank, dass du dieses Thema auf den Punkt – oder besser Punkte – gebracht hast. Das tat mal not!
    Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert … überall und niemand äußert sich konkret dazu.
    Jetzt kann ich wieder ruhiger schlafen 😉

    Ich wünsch die einen mehrwertigen Tag!

  3. Pingback: Der automatisierte Newsletter, der sich selbst schreibt

  4. Hallo Gitte,

    so, jetzt habe ich mir Deine 8 Punkte an meine Pinnwand geheftet. Als Checkliste für neue Artikel. Allerdings weis ich nicht, ob ich immer alle 8 Punkte wirklich umsetzen kann. Aber muss ich das eigentlich? Oder reicht es aus, wenn ich drei oder vier Punkte davon abhaken kann?
    Auf alle Fälle – vielen Dank.

    Viele Grüße
    Martin

    • Guten Morgen Martin,

      das ist super: denn das Vor-die-Nase-hängen erinnert nicht nur, sondern es inspiriert auch. Denn du kannst dir sagen „Thema X wird oft gefragt“, ich suche mir „Mehrwert Y“ aus, so kommen dann auch vielseitige Artikel zustande. Vor allem machst du dir das Schreiben auch spannender, wenn du dir mehrwertbezogen auch verschiedene Aufgaben gibst.

      Zu deiner Frage: NEIN, NEIN, das bedeutet nicht, dass du ALLES immer gleichzeitig machst. Jeder einzelne dieser Punkte kann genug Mehrwert sein, meistens ist es eine Kombi.

      —schnipp—
      Der Leser hat nach der Lektüres ein MEHR. Meistens ist dieses Mehr eine Kombination verschiedener Nutzwerte. So können Sie mit einem schnittigen Text das Bewusstsein für ein Thema schaffen und gleichzeitig unterhalten. Oder Sie bauen Leitfragen ein und kombinieren sie mit einer klar angeleiteten Übung, um Ihre Leser ins Tun zu bringen.
      —schnapp—

      Es sollte nur immer im Verhältnis zum Artikel richtig viel Nutzen drin sein. Wenn du das überprüfst, verhinderst du „Laberpassagen“, die sich in einem ersten Entwurf schnell mal einschleichen – bei uns allen. Wenn man anschließend schaut „Bringt das jetzt dem Leser wirklich ein Mehr, was ich da lang und breit ausführe (und bei einem speziellen Fachthema natürlich auch: Checkt der Laie das so überhaupt?)“, dann merkt man, wenn man Informationen doppelt, die schon dastehen oder eine Passage eher Herumredet, anstatt handfesten Nutzen zu bringen.

      Viel Spaß beim Schreiben!
      Gitte

  5. Pingback: Magnetische Freebies › Sabine Piarry

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.