Monate: Oktober 2013

Formulierungsverrenkungen

Auf typische Schreibmacken gehe ich immer wieder ein: Kurze Sätze sind besser als lange. Hauptwörter in Verben auflösen. Aufzählungen nicht mitten im Satz. und und und Natürlich ist das immer nur eine Erinnerung. Denn das wissen Sie ja alles. Wie kann es dann aber sein, dass sich immer wieder die gleichen Formulierungsverrenkungen einschleichen? Sogar bei Stammkunden von mir, die auf den Plauderton sensibilisiert sind?

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Mein Fleecepulli: Texte „umstricken“

Vor einigen Jahren habe ich mir einen Fleecepulli gekauft. Der hatte zwar Männergröße und schlabberte total, aber es war ein außergewöhnlich angenehmes Material, so dass ich trotzdem zugegriffen habe. Ich liebe diesen Pulli! Mittlerweile aber ist er riesig geworden. Zum einen hat er sich mit vielen Wäschen verbreitert, zum anderen habe ich mich verschmälert. Wir sind also an einem Punkt, wo das Schlabbern nicht mehr gemütlich ist, sondern unpraktisch. Also habe ich überlegt, den vorhandenen Fleecepulli ändern zu lassen. Einfach mal eben ein Stück vom Hauptteil vertikal abschneiden, zusammennähen, fertig.

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Unkreativ? Eher uninspiriert.

Eine Freundin von mir sagt von sich immer, sie sei so unkreativ. Ist sie gar nicht. Sie ist sogar extrem kreativ: Sie hat ein hohes Maß an Wortwitz, sie ändert Kochrezepte um, sie improvisiert den lieben langen Tag, wenn ihr Kind plötzlich kurzfristig was für die Schule braucht oder ein Problem hat und sie findet für ihre Kunden jede Menge kreativer Lösungen, und das „obwohl“ sie in einem Zahlenberuf arbeitet. Trotzdem hält sie sich für unkreativ.

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Den Text vorausdenken

Nachher treffe ich mich mit einer Freundin. Vorher habe ich ein paar Besorgungen zu erledigen. Dafür könnte ich aus dem Haus gehen, ohne zu überlegen. Ich gehe einfach mal nach rechts, grobe Richtung zur U-Bahn. Da kommt dann irgendwann ein Bäcker und dann werde ich schon sehen, was ich als Nächstes besorge. Auf diese Weise komme ich irgendwie ans Ziel. Es wird auf jeden Fall länger dauern und wenn ich ungeschickt bin, schleppe ich mich total ab, zum Beispiel weil ich den schweren Packen Papier zuerst besorge und dann in die nächsten Läden wuchten muss. Oder weil ich die zehn Rollen Klopapier unterm Arm geklemmt halte, während ich Obst aussuche.

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