Deine Leser

Ist die Zielgruppe wirklich im Blick?

Meine Kunden sind ja Selbstständige. Natürlich kennen sie ihre Zielgruppe.

Doch beim Schreiben geht es nicht um diese Definition von Zielgruppe, sondern je nachdem, welchen Text Sie schreiben, haben Sie bestimmte LeserInnen im Blick.

Ein Coach kann als generelle Zielgruppe haben:

alle, die Karriere im Management machen wollen
gestandene Führungskräfte

Aber je nach Blogartikel kann sich dieser Blickwinkel deutlich verändern. Sagen wir, er schreibt drei Artikel:

  • Jetzt aber Klartext! So packen Sie Mitarbeiter gleich am Kragen, wenn sie Umgangsregeln mit Füßen treten – Zielgruppe: ChefInnen, die bisher wegschauen und hoffen, dass sich die Sache von selbst regelt
  • 5 Tipps, wie Sie Ihren Leuten unpopuläre Ideen schmackhafter machen – Zielgruppe: Führungskräfte, die ihre Leute bisher vor vollendete Tatsachen stellen, das aber gerne mal machen, ohne die Wirkung zu beachten
  • So setzen Sie Ihre Ideen in Meetings durch – Zielgruppe: alle Reaktiven, die ihre Ideen zu zaghaft äußern und sich nicht trauen, sich offensiv Gehör zu verschaffen

 

Definiert man die Zielgruppe genauer …
… lässt sich das Thema noch besser greifen.
… können Sie die Zielgruppe, die Sie meinen, konkreter ansprechen.
… haben Sie viel mehr im Fokus, wie Ihre Tipps ausfallen müssen.

Womit wir bei einem Klassiker wären …

Eines meiner häufigsten Feedbacks, wenn ich die Konzeption oder einen fertigen Text sehe, ist:

„Die Leute, die das schon können, brauchen den Text nicht. Und die Leute, die damit Schwierigkeiten haben, für die ist es zu wenig.“

Der Klassiker besteht nämlich darin, dass man zwar was schreibt, das wichtig und richtig ist, aber zu oberflächlich darüber weggeht.

Nehmen wir das Thema „So setzen Sie Ihre Ideen in Meetings durch“. Da könnte man sagen: „Wenn Sie unterbrochen werden, lassen Sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen! Bestehen Sie darauf, dass der andere ruhig ist und Sie jetzt dran sind.“ – Hey, aber die Selbstbewussten, die das eh machen, können auf diese Information verzichten. Wenn ich aber weiß, dass meine Zielgruppe alle Reaktiven sind, die ihre Ideen zu zaghaft äußern und sich nicht trauen, sich offensiv Gehör zu verschaffen, dann merke ich als AutorIn auch sofort: Oha, da kann ich nicht einfach sagen: „Lass dir nicht die Butter vom Brot nehmen, besteh drauf …“

Das ist mit ein Grund, warum das Konzpieren vor dem Schreiben so wichtig ist. Da merkt man sowas nämlich gleich – aber nur, wenn man die Zielgruppe für diesen Text, den man sich grad überlegt, klar definiert hat: Minikurs Text konzipieren