Wie krieg ich die Regelmäßigkeit hin?

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Tscha, das ist jetzt blöd: Auf der einen Seite hast du dich entschieden, mit Texten für dein Business zu trommeln. Auf der anderen Seite fehlt dir die Zeit.

  • Vielleicht dümpelt dein Blog oder du stellst immer mal halbherzig was rein, damit sich irgendwas tut.
  • Oder du veröffentlichst zwar, aber in viel zu großen Abständen.
  • Bereits ein monatlicher Abstand, wie bei den meisten Newslettern, fühlt sich oft wie ein „Schon wieder?!“ an.

Neben dem Alltag regelmäßig dranzubleiben, ist für die meisten echt ein Problem. Vor allem, wenn du viel unterwegs bist – und neben der Arbeit noch was anderes tun willst. Sich dann abends oder am Wochenende noch hinzuhocken, ist nicht so attraktiv. Selbst wenn der Kopf mitspielt.

Wenn dann subjektiv die Schreiberei gar nicht so viel fürs Business bringt, außer dem einen oder anderen netten Kommentar und ein paar Herzchen, sinkt die Priorität weiter.

Ich verstehe dich gut! Seit 1999 bin ich jetzt selbstständig und setze seither aufs Schreiben als zentrales Marketingwerkzeug. Auch für mich ist es teilweise eine Herausforderung, regelmäßig dranzubleiben – und das, obwohl ich mittlerweile die günstigsten Bedienungen habe: Ich tue mich leicht mit dem Schreiben, bin flott und arbeite nur noch virtuell.

Dennoch gilt beim Schreiben als Marketing: Wenn schon, denn schon. Nur die Regelmäßigkeit bringt’s.

Natürlich sprechen wir von nützlichen und persönlichen Inhalten, die dich und dein Business bei deiner Zielgruppe greifbar machen.

Stockts generell?

Stehst du allgemein mit dem Schreiben auf nicht so gutem Fuß, ist das die ultimative Handbremse für Regelmäßigkeit. In diesem Fall heißt es, unbedingt herauszufinden, wo der Hund begraben liegt:

Wofür brauchst du momentan wie lange?

➡ Oder glaubst du, dass du einfach nicht schreiben kannst, vielleicht dass alles gesagt ist oder dass du einfach nichts Interessantes schreiben könntest? Das stimmt nicht! Die einzigen Leute, die meiner Erfahrung nach nicht schreiben lernen können, sind Menschen, die mündlich dauerhaft wirr sind – und davon hab ich in mehreren Jahrzehnten nur zwei, drei Personen getroffen. Bei allen anderen liegts am Trauen und am Können. Und das Handwerk lässt sich lernen!

Was mich übrigens immer besonders freut, ist, wenn sich neue Kunden und Kundinnen melden und sagen: „Das ist mein erster Workshop, mir schlottern ein wenig die Knie!“ Denn denen wird dann durchs differenzierte Hinsehen erst einmal bewusst, was sie alles schon können und was wie geht. Da haben sich schon manche aus dem Stand heraus als schlummernde Schreibtalente entpuppt. Alle anderen kriegen den Bogen raus, wenn sie dranbleiben.

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Hoffentlich ist es so bei dir, dass du „eigentlich“ Lust zum Schreiben hast, es fehlt einfach die Zeit.

Um regelmäßig zu veröffentlichen, brauchts einen klaren, machbaren Rhythmus. Die gute Nachricht: Du kannst einige Stellschrauben nutzen, damit das Schreiben in deinen Alltag passt und deiner Arbeitsweise entspricht:

Fixer Rhythmus und fixe Zeit

Bist du jemand, der seine Todos am besten vorausplant, sich einen festen Tag und Zeitraum blockt, dann ist das natürlich optimal. Gerade beim Schreiben stellt sich damit zusätzlich ein Trainingseffekt ein. Das ist wie bei Sportübungen: Wenn man einmal total viel macht und dann wochenlang gar nichts mehr, dann hat man zwar momentan was davon, aber langfristig baut es nicht aufeinander auf.

Kunden, die nur unregelmäßig schreiben, beklagen oft, dass sie „raus sind“ und sich erst wieder eingrooven müssen. Das ist zwar nicht tragisch, kostet aber doch jedes Mal unnötig Kraft und Zeit. Auch die Lernkurve, das Besserwerden kann nicht greifen.

Apropos Zeit: Der regelmäßige Schreibtermin klappt nur, wenn du nicht ewig für einen Artikel brauchst, sondern geballt – „in einem Aufwasch“ – schreibst. Wer lieber tagelang schwanger geht, kann schlecht spezifische Zeiträume blocken. Ein Grund mehr, nicht nur der bisherigen Gewohnheit zu folgen, wie ich im Kreativitätsartikel schon betont habe.

Auf Halde schreiben

Für manche ist es besser, gleich ein paar Texte im Voraus zu schreiben. Früher gabs den Workshop „12 Newslettertexte in vier Tagen“ – der war für versierte SchreiberInnen, die sich lieber einer Ochsentour unterzogen haben, aber dann eben die Newsletter für ein ganzes Jahr auf einmal im Kasten hatten. Diesen Workshop gibts übrigens nicht mehr, aber es gibt individuelle Schreibtage, wo wir miteinander 2-3 Artikel schreiben.

Natürlich muss man es nicht gleich so extrem machen. Doch wenn es zeitlich und vorliebemäßig besser für dich ist, mal einen oder zwei Tage fürs Vorausschreiben zu reservieren, ist so ein Vorrat sehr erleichternd. Es hat außerdem den Vorteil, dass kein Termin dahintersteht. Du kannst also zwischendurch Leerlauf nutzen, besonders wenn du für dein Blog mit Quickie-Formaten arbeitest. Es muss ja nicht immer ein umfassender Artikel sein. Dazu kommen wir gleich noch.

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Kleiner Einschub: Für den geplanten Schreibtermin und fürs Haldeschreiben ist es gut, Plankton-Themen parat zu haben. Das muss kein richtiger Plan sein – wie er sich für einen Newsletter empfiehlt – es kann einfach ein Karteikasten oder ein Notizbüchlein sein, wo du Plankton-Arbeitstitel sammelst. Dann brauchst du nicht erst groß rumüberlegen, worüber du schreiben könntest.

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Dein Blogkonzept klarer fokussieren

Manchmal klappt das mit der Regelmäßigkeit nicht so, weil man sich im eigenen Blog verzettelt. Weil man schon weiß, dass das Blog nicht fokussiert genug die Kaufleistungen stützt. Oder weil sich der Interessenschwerpunkt verlagert hat.

Fürs Schreiben ist der Mitteilungsdrang ein riesiger Antrieb – oder eine angezogene Handbremse. Entscheidend ist nicht nur, ob du was sagen kannst, sondern vor allem, ob du was sagen willst.

Schiebst du das Schreiben eher vor dir her, dann schau mal,

  • ob du generell Lust auf die Themen hast.
  • ob du dein Blog so, wie es gerade ist, gut findest.
  • ob sich ungute Schreibroutine eingeschlichen hat, so dass alle Artikel irgendwie gleich klingen. Wenn es dich langweilt, raffst du dich erst recht nicht auf.

Ein unklares Blogkonzept führt außerdem dazu, dass deine Artikel deinem Business nicht zuarbeiten. Auch das macht das Bloggen zu einer niedrigen Priorität: Denn wenns anscheinend nicht oder nicht viel bringt, dann hat es natürlich keinen Stellenwert.

Dein Newsletter-/Blogformat umbauen

Wer wenig Zeit für ein Blog oder einen Newsletter hat, aber trotzdem nicht darauf verzichten will, der kann sein Grundformat so umbauen, dass die Inhalte sich leichter schreiben.

Es ist absolut okay, kurze Denkanstöße oder Infohäppchen zu geben. Solange sie wirklich was bringen. Achtung: Kurzformate sind oft anfangs anspruchsvoller zu schreiben.

Wenn du generell nicht großartig schreiben willst, setz am Format an! So kannst du dir vorab einen festen Rahmen für Beiträge und Intervalle geben, die weniger Zeit brauchen. Vielleicht sogar die Kanäle wechseln, womit wir beim nächsten Punkt sind.

Eventuell die Kanäle mixen

Es muss nicht immer nur das Schreiben sein. Wenn du mit einem anderen Medium besser klarkommst, dann mach ein Video-Blog oder einen Podcast.

Oder du mischst. Bei mir findest du manchmal ein Formular, Audios, Videos. Das hat zum einen den Vorteil, dass du den Vorlieben deiner LeserInnen nachkommst. Viele hören oder schauen gerne mal. Und es macht ein Blog vielseitig. Vor allem aber kannst du das Medium auswählen, das schneller geht, weil es dir leichter fällt.

Das ist überhaupt das Wichtigste: Mach nichts, von dem du denkst „das gehört so“. Hast du keinen Bock auf Videos, dann mach keine. Willst du nicht auf Social Media aktiv sein, dann lass es bleiben.

Du kannst das Auf-Halde-produzieren auf andere Medien ausweiten: Zum Beispiel zwischendurch Audios produzieren, dann hast du immer was auf Lager.

Text-Schablonen nutzen

Ein super Hilfsmittel sind Text-Schablonen: Dabei nimmst du dir ein individuell gestricktes, sich wiederholendes Artikel-Prinzip vor, das du komplett durchstrukturierst. Zum Beispiel greifst du jede Woche einen Mythos in deiner Branche auf nach dem Prinzip:

Mythos: …
(kurz erklären, worums dabei geht)

Das ist ein Schmarrn, weil: xxx

Richtig ist, dass: xxx

Das ist jetzt natürlich ein oberflächliches Beispiel, um dir das Prinzip zu zeigen. Das kannst du für alle möglichen Formate aufsetzen, sogar für längere Artikel.

Aber unterschätz das Format nicht! Ist die Schablone zu schwammig oder sind deine Antworten zu oberflächlich, schreibt es sich zwar schnell, bringt aber nicht sonderlich viel.
zu den Text-Schablonen gibt es einen Workshop

Persönliche Schreibambitionen

Schließlich ist für die Regelmäßigkeit immer ein persönliches Ziel hilfreich. Wer nur bloggt, weil der Webmensch gesagt hat, das mögen Suchmaschinen oder einen Newsletter rausgibt, weil das angeblich gut fürs Marketing ist, für den wird das Schreiben schnell zur Pflichtübung. Ein weiteres Todo, das noch gemacht werden muss – wieder und wieder.

Persönliche Ambitionen, zum Beispiel schneller, nützlicher oder vielseitiger zu schreiben, sind ein Antrieb, weil du mit jedem Text was üben darfst. Du lernst dazu, du probierst aus. Du merkst mit der Zeit deine riesigen Fortschritte. Übrigens ist das Bloggen ein hervorragendes Trainingsfeld für alle, die später mal einen Selbstlernkurs oder ein Buch schreiben möchten.

Wenn du das gar nicht willst, dann überleg dir, ob du Blog oder Newsletter überhaupt brauchst. Du kannst eines oder beides durch andere Maßnahmen ersetzen, die dir mehr liegen. Im Netz kannst du ja trotzdem regelmäßig via Social Media aktiv sein.

Ich will dich nicht vom Schreiben abbringen. Im Gegenteil! Doch wenn du eigentlich nicht gerne schreiben magst, nur denkst, du solltest, dann darfst du es natürlich lassen. Für manches Business, gerade wenn du regional tätig bist, ist ein Blog gar nicht der beste Weg, um an Kunden zu kommen.

Doch wenn du das Schreiben als Marketingtool nutzen willst, dann muss es regelmäßig sein. Denn sonst bringt es dir tatsächlich nichts – auf jeden Fall weniger, als es dir bringen könnte.

 

Autor: Gitte Härter

Ich bin x-fache Buch-Autorin, Schreibcoach + Schmarrnproduzentin. Meine Business-Zentrale mit Unterhaltungsblog ist hier: himbeerwerft.de

5 Kommentare

  1. Nach meiner inzwischen abgeschlossenen Neuausrichtung ist das genau der richtige Anstoß zur richtigen Zeit. Ganz lieben Dank dafür.

    Herzliche Grüße
    Martina Schäfer

  2. Hallo Gitte!
    Eine Frage zum hier zitierten Satz:
    „Bereits ein monatlicher Abstand, wie bei den meisten Newslettern, fühlt sich oft wie ein „Schon wieder?!“ an.“
    Bezieht sich dieses „schon wieder“ auf den Inhalt des Nls?
    D.h. der monatliche Abstand ist hier nicht gemeint, sondern, dass der „nicht gut geschriebene“ NL diese Reaktion hervorruft (beim Leser natürlich)
    Viele Grüße
    Maria

    • Hallo Maria,

      nein, da ist das eigene Gefühl gemeint, dass es „schon wieder“ Zeit ist, den Newslettertext zu schreiben – also dass vier Wochen schon wieder um sind.

      Ein schönes Wochenende
      Gitte

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