Autoreninterviews
Kommentare 5

Buch-Interview: Sabine Dinkel

Sabine Dinkel coacht rund um persönliche Wendepunkte und Business-Fragen. Wir haben uns in meinem Manschgal zeichnen-Kurs in Buchenried kennengelernt und hatten sofort einen exzellenten Draht – mit Zwerchfellintegration.

Kürzlich ist Sabines Ratgeber Hochsensibel durch den Tag erschienen. Netterweise gibt sie uns Einblicke, wie das so war und ist mit dem ersten eigenen Buch.

Sabine_Dinkel_Autorenfoto_2016

Sabine! Ich habe ein bisschen mitbekommen, dass Natalie Schnack den Anstoß für dein Buch gegeben hat. Natalie hat ebenfalls bei humboldt veröffentlicht, und zwar „Leise überzeugen“ [zum Interview]. Wie war das denn genau?

Alles kam quasi wie aus heiterem Himmel.

Natalie chattete mich am 12. Juli 2014 (ich habe die Nachricht natürlich archiviert) über Facebook an, mit folgendem Wortlaut:

„Hallo Sabine, ich habe eine Anfrage von meinem Verlag von „Leise überzeugen“ für einen Coaching-Ratgeber für Hochsensible. Ich kenne mich da nicht aus. Hättest du Lust und Interesse, ein Buch zu schreiben?“

Wow! Ich war total entzückt! Zum einen, weil Natalie mir so viel Vertrauen schenkte und zum anderen, weil ich schon länger mit der Buchidee eines praxisnahen HSP-Ratgebers schwanger ging. Noch dazu fand ich die Bücher von humboldt sehr praxisnah und gut strukturiert, denn ich hatte bis dato schon zwei im Regal (u. a. Natalies).

Ich sagte ziemlich gleich: „Au ja!“ und Natalie schlug mich ein paar Tage später ihrem Programmleiter vor.

Wie ich dann von Natalie erfuhr, wollte man bei humboldt eine wichtige Verlagskonferenz abwarten und sehen, ob das Thema Hochsensibilität wirklich ins Programm passt. Meine Kontaktdaten waren auf jeden Fall schon mal übermittelt und das Interesse an meiner Person da. Das war doch schon mal was!

Dann passierte monatelang gar nichts und ich dachte schon, es hat sich womöglich erledigt. Das fand ich erfreulicherweise nicht sooo tragisch, schließlich bedeutet so ein Buch auch jede Menge Arbeit. Und ich hatte eh so viel anderes auf dem Zettel …

Doch am 4.11.2014 purzelte eine E-Mail vom humboldt-Verlagsleiter in mein E-Mail-Postfach, die sehr verheißungsvoll begann:

Sehr geehrte Frau Dinkel,

unsere Autorin Nathalie Schnack war so freundlich, mir vor einer Weile Ihre Kontaktdaten zu geben – vermutlich hat sie Ihnen bereits erzählt, dass ich mich bei Ihnen zum Thema Hochsensibilität melden möchte (…)

*kreisch*

Ich war total hyper! Sollte ich etwa tatsächlich ein Buch schreiben?

 

Du bist selbst hochsensibel. Jetzt ist das aktuell ja ein richtiges Trendthema geworden. Darum sag doch mal bitte noch mal kurz, was das denn jetzt praktisch bedeutet. Also inwiefern der ganz normale Alltag so ein Thema ist, dass man sich darum kümmern sollte, dass man gut „durchkommt“.

Es gibt da mehrere Aspekte, ich habe mir in meinem Buch vor allem die Reizüberflutung rausgepickt.

Hochsensible fühlen sich nämlich schnell von Reizen überflutet, nahezu jeder Sinnesreiz wird von ihnen stärker wahrgenommen und gespeichert. Sogar emotionale Stimmungen fallen bei ihnen stärker aus, sowohl die angenehmen als auch die unangenehmen. Sie sind quasi permanent voll auf Empfang, können die Reize einfach nicht gut filtern.

Daher kann ein Hochsensibler bei eng getakteten Terminen, in großen Einkaufszentren und in Jobs mit viel Publikumsverkehr sehr schnell garstig werden – da kommen die Reize ja geballt angerauscht. Wenn er dann nicht gut für sich sorgt, ist er schnell mit den Nerven und seinen Energiereserven am Ende.

 

Wie war es mit dem Schreiben: Wie lange hattest du Zeit bis zur Manuskriptabgabe? Ich nehme mal an, dass deine Hochsensibilität auch eine Rolle gespielt hat, wie du dir deinen Alltag eingeteilt hast. Leider kann man sich ja als Selbstständige nicht mal eben komplett aus dem Alltag ziehen, um in Ruhe ein Buch zu schreiben.

Für das Konzept hatte ich ca. 3 Wochen Zeit, für das gesamte Manuskript sechs Monate. Ich durfte sogar noch um einen Monat verlängern, weil ich mit der Zeit nicht auskam.

Als erstes habe ich mir einen erfahrenen Buch-Coach gesucht, damit ich nicht komplett durchdrehe und mich verzettele – ich kenne mich ja schließlich. Außerdem habe ich einige meiner hochsensiblen KlientInnen befragt, worüber sie gerne mehr erfahren möchten. Fast alle wünschten sich ein Buch gefüllt mit alltagstauglichen Praxistipps, was es ja bisher auch so noch nicht gab. So eine Art „Survival Guide“ für jeden Tag. Denn solche Sachen kannten sie schon aus unseren Coachings und wollten einfach noch mehr davon.

Meinen Schreib-Alltag musste ich erst finden, das hat einige Wochen gedauert.

Zunächst hatte ich mir die Vormittage fürs Schreiben reserviert und nur noch ab mittags Coachings angeboten, aber irgendwie kam ich überhaupt nicht in Schreiblaune.

Meistens habe ich an den Wochenenden geschrieben, damit ich im Thema drinbleiben konnte und nicht immer zwischen Aufgaben switchen musste. Dann habe ich mir immer wieder gezielt Schreibwochen auf dem Land gegönnt, damit ich mich mich voll auf das Buch konzentrieren kann.

  • Ich habe mir erstmal ein Inhaltsverzeichnis angelegt, das gab es ja im Groben schon in meinem Buchkonzept, das ich beim Verlag eingereicht hatte.
  • Anschließend habe ich eine einheitliche Struktur geschaffen, die sich wie ein roter Faden durch die meisten Kapitel zieht. Sprich: Es gibt immer eine kleine Anekdote oder handfeste Beispiele zur Einführung, dann Tipps zur Vorbeugung und welche für den Ernstfall, wenn man mittendrin ist. Das gefiel mir richtig gut, so hatte ich eine Art Schablone (habe ich bei dir in den Schreibkursen gelernt), mit der ich mich sicher und pudelwohl fühlte.
  • Parallel dazu habe ich ja noch allerhand Schreibkurse bei dir gemacht, für die speziellen Themen wie die Typologie oder die Downloads auf meiner Website. So konnte ich „das Beste aus allen Welten“ in mein Buch einfließen lassen.

 

Was ist dir total leicht gefallen und was eher schwer? Vielleicht war ja was dabei, was dich selbst überrascht hat.

Mir war wichtig, das Buch genau in dem Sprech zu schreiben, wie ich sonst auch schreibe. Also nicht plötzlich expertenhaft geschraubt und dröge, sondern im Plauderton, so als ob ich etwas einer guten Freundin erzähle. Das ist ja auch die Devise des Verlags. Das fiel mir richtig leicht, weil ich ausdrücklich unterhaltsam schreiben durfte.

Was mir schwer gefallen ist: Nicht vom Thema abzuweichen oder plötzlich ein zu großes Fass aufzumachen, Stichwort „Plankton“.

Wie du ja aus den Schreibkursen weißt, neige ich dazu, meine bereits für gut befundenen Konzepte wieder über den Haufen zu werfen, wenn es mich reitet. Da musste ich mich selber immer mal wieder einfangen und nochmal gewissenhaft ins Buchkonzept gucken, um nicht vom Weg abzukommen.

 

Jetzt ist dein Baby im Handel. Auf Social Media bekomme ich mit, dass da direkt eine kleine Welle angelaufen ist. Radio- und Zeitschriften-Interviews hast du schon gemacht. Was machst du alles, um das Buch zu promoten?

Bedingt durch einen langen Krankenhausaufenthalt und die zeitraubende Genesungsphase mache ich leider nur das Nötigste. Dabei hätte ich so viele schöne Ideen!

Dennoch kann ich mich glücklich schätzen, denn der humboldt Verlag macht eine tolle Pressearbeit. So kommen immer wieder Anfragen für Interviews ins Haus geflattert, die ich dann auf meiner Website veröffentliche und via Social Media teile. Das mache ich auch mit den wunderbaren Rückmeldungen und Rezensionen, die mich erreichen.

Zudem habe ich einen Schwung Rezensionsexemplare über den Verlag verschickt, die von den meisten Rezensenten sogar zu großartigen Blogbeiträgen verarbeitet wurden.

Und ich habe eine Menge praktischer Downloads auf meiner Website, für die man nicht erst seine E-Mail-Adresse hinterlassen muss … das hat für mich persönlich immer so ein komisches Geschmäckle. Wer von mir mehr lesen möchte, meldet sich lieber freiwillig zu was an, zum Beispiel meinem Newsletter „The Weekly Wilma“. So verbreitet sich indirekt mein Buch immer weiter.

 

Wie geht’s weiter? Hast du Pläne noch mal ein Buch zu schreiben?

Konkrete Pläne gibt es noch nicht, aber immer mal wieder Ideen.

Ich freue mich, wenn ich wieder fit bin und neue Workshops für Hochsensible anbieten kann. Damit hatte ich ja letztes Jahr schon angefangen – und das war ein großes Vergnügen.

*

3869105143hochsensibel

 

 

Hochsensibel durch den Tag

Sabine Dinkel, humboldt Verlag

bei amazon.de anschauen/bestellen

 

 

 

 

5 Kommentare

  1. Huhu Gitte,

    ich freu mich voll über das Interview!

    Und auch darüber, wie irgendwie alles zusammengekommen ist … und wie auch die Manschgal da mitmischen. Eines führte zum anderen. Echt irre.

    Es ist doch immer wieder verblüffend, zu welchen wunderprächtigen Dingen ein superduper Netzwerk führen kann. Vor allem unter coolen Frauen.

    Ich danke dir nochmal für alles und auch für die Strenge in Sachen Plankton & Co. 🙂

    Freudige Grüße
    Sabine

    • Gitte Härter sagt

      … uuuuuh, Sabine, jetzt haben wir zwischendurch schon gemailt und gefacebookt, so dass ich jetzt erst merke, dass ich dir hier noch gar nicht geantwortet habe.

      Ja! Wie eines zum anderen kommt, und wie klein vor allem die Welt ist, ist immer wieder witzig.

      Herzliche Grüße und dankeschön 🙂
      Gitte

  2. Pingback: Interview mit Schreibnudel Gitte Härter « Sabine Dinkel – Beratung, Existenzgründerberatung & Coaching: für Mittelstand und kreatives Handwerk in Hamburg-Rothenburgsort

  3. Hallöchen, ihr beiden! Herzlichen Dank für so wertschätzende Würdigung, liebe Sabine! Mir war damals gleich klar, dass es ein tolles Buch wird, wer denn wenn nicht du?!

    Sonnige Grüße aus dem Norden, liebe Gitte! Es ist soooo schön, dass du jetzt bei Facebook bist, dann „sehe“ ich dich täglich
    Natalie

    • Gitte Härter sagt

      Huhu Natalie,

      *mitfreu* – schön, wie immer eins zum anderen kommt.

      Ja, öfter mal im Blickfeld sein … gute Sache!

      Herzliche Grüße
      Gitte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.