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Formulieren & Stilmittel

Glauben heißt nicht wissen

Manche Formulierungen lassen Sie vage und unsicher erscheinen. Wenn es ganz dumm läuft, kommen Sie sogar unglaubwürdig rüber.

:arrow: Ich glaube

Natürlich ist es in Ordnung, auch mal was zu glauben, aber wenn das in einem Text öfter geschieht, auch in anderen Varianten wie “ich nehme an”, “meiner Ansicht nach”, dann kommen Sie als AutorIn schnell unsicher rüber:

  • Weiß er überhaupt, was er sagt?
  • Macht sie es selbst/kann ich ihr vertrauen, dass diese Tipps funktionieren, wenn sie selbst so unsicher ist?

Darüber hinaus fällt es Lesern unangenehm auf, wenn sich Autoren über die Sprache abzusichern versuchen. Solche vagen Formulierungen sind ja oft nicht anderes als der Versuch, einen klaren Standpunkt zu umgehen: „Tun Sie dieses, lassen Sie jenes“ – willkommener Klartext oder Befehlston?

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noch ein Fundstück zum Schmunzeln

Ich bin ja die Letzte, die sich über Anglizismen mokiert – nutze sie ja selbst auch -, aber darüber musste ich schon sehr schmunzeln: :arrow: klick

PS: Sagen Sie das mal zehnmal ganz schnell hintereinander. ;-)

Fundstück: lustige Überschrift

SpiegelOnline macht ja oft sehr kalauernde Überschriften, aber die hier ist wunderbar clever:

:arrow: Die Rausreederei

originelle Fundstücke: erster Satz + Überschrift

Ein Artikel im SZ Magazin fängt mit diesem großartigen Satz an:

Das Paradies liegt am Arsch der Welt.

… und auf Spiegel Online gibt es einen Artikel über Steakhäuser in New York mit der witzigen Überschrift:

:arrow: Ich will ein Rind von dir

Apostroph

Dr. Bopp schreibt über den Apostroph:
:arrow: Schreiben S’ hier einen Apostroph

… auch den links im Artikel folgen. Da geht’s nämlich auch um den Apostroph bei Auslassungen.

Und jetzt muss ich aufhören “Apostroph” zu schreiben, denn je länger ich hinschaue, desto absurder schaut das Wort aus.

Geschenke, die von Herzen kommen …

Letzte Woche sitze ich so in einem Coffeeshop und schaue zum Fenster raus. Auf dem Schaufenster des gegenüberliegenden Buchladens steht “Geschenke, die von Herzen kommen”. Beim Gehen fällt mir ein weihnachtlich geschmücktes Regal mit Kaffeetassen, Teekannen etc. auf. Darüber steht “Geschenke, die von Herzen kommen.”

Kurz überlege ich, ob ich in den nächsten Tagen immer meinen Fotoapparat dabei haben sollte und so viele “Geschenke, die von Herzen kommen”-Schilder fotografiere, wie ich finden kann.

Es ist ja ein sehr netter Spruch. Nur leider passt er praktisch auf alles.
:arrow: Die Sache mit der Austauschbarkeit

Vorhin gehe ich runter zur U-Bahn und grinse amüsiert:


Klar, das polarisiert. Dafür ist “Weihnachten wird unterm Baum entschieden” auf jeden Fall sehr originell – und mal was anderes!

Schreiben, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist

Es wird oft geraten, dass man am besten so schreibt, wie man spricht. Und das ist ein sehr guter Rat, auf dem ich auch immer wieder herumreite. Mit gutem Grund:

:arrow: “Normal” Geschriebenes lässt sich flüssiger lesen und leichter verstehen.
:arrow: Ihre Leser fühlen sich viel mehr angesprochen.
:arrow: Sie verleihen Ihren Texten individuellen Ausdruck.

Theoretisch wissen wir das. Und trotzdem haben viele Menschen eine Art “Schreibfilter” im Kopf. Sobald sie zum Stift greifen oder in die Tasten hauen, scheint sich ein Schalter umzustellen. Dann wird es hölzern, neutral, distanziert, bürokratisch … oder man bricht sich einen ab. Das Schreiben ist mühsam und meistens kommt nichts Gescheites dabei raus.

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Synonym-Dreisprung

Momentan schreiben zehn fleißige Selbstständige im Webtexte-Workshop an ihrer Selbstdarstellung und ich hacke von früh bis spät mit. Eben war ich draußen zum Seilspringen. Eine gute Idee ist das. Ich merke richtig, wie der Sauerstoff durch Mund, Nase und Ohren zieht und mich sofort schlauer macht. Die Hüpferei trägt ihres bei: Ich stelle mir vor, dass sich Staub im Hirn löst und dass so mancher Wissensschnipsel, der in eine Ecke gerutscht ist, an eine andere Stelle fällt und wieder denkbar wird.

Danach springe ich meistens noch in den Supermarkt, der gleich neben dem Spielplatz liegt, und für den Rückweg kaufe ich mir einen Milchkaffee. Während ich also die paar Minuten zurück zu meiner Wohnung schlendere und so meinen Kaffee schlürfe, denke ich oft über Blogbeiträge nach. So ist damals auch die Idee zum letztjährigen Adventskalender entstanden.

Heute starre ich so auf meinen Kaffee und denke: Synonyme!

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7 Anzeichen dafür, dass Internetbewertungen selbst geschrieben sind

Das Internet ist voll von Besprechungen: ob Testimonials auf Unternehmenswebsites oder den zahlreichen Bewertungsplattformen, wo mittlerweile alle nur erdenklichen Firmen, Produkte und Leistungen besprochen werden.

Viele dieser Bewertungen sind Fakes. Immer wieder gibt es kleine Skandälchen wie vor einigen Jahren auf der amerikanischen amazon-Website, wo für einige Stunden die Klarnamen von Rezensenten sichtbar waren und herauskam, dass zahlreiche Autoren reihenweise ihre eigenen Bücher hochgelobt und die von Konkurrenzprodukten runtergeschrieben haben. Oder vor einigen Monaten die Besprechung eines Elektronikproduktes, die der Geschäftsführer der Firma selbst geschrieben hatte. Leider hatte er ein Häkchen falsch gesetzt, so dass sein Pseudonym mit seinem echten Namen verknüpft war.

Doch solche Fehler braucht es gar nicht. Es gibt einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass man es mit “einem Fake” zu tun hat. Besonders wenn mehrere davon gleichzeitig präsent sind, können Sie fast wetten, dass die Besprechung unecht ist.

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Vorsicht: zu gewollt und anstrengend

Früher, als ich den Fernseher noch hatte, habe ich gerne Talkshows geschaut. Nicht die blöden Talkrunden, wo wirr und oberflächlich durcheinandergeschwätzt wird. Die haben eher meinen Zorn entfacht und mich einige Male sogar die Mattscheibe anschreien lassen, sondern Talkshows, wo die Gäste etwas über sich erzählt haben. Wo man den Menschen hinter dem Künstler oder Politiker sah. Das war oft überraschend positiv, häufig aber leider auch enttäuschend und abtörnend. Das Schlimmste in solchen Talkshows sind Comedians: die sind derartig krampfig darauf bedacht, in jedem Satz irgendeine Pointe zu liefern, dass menschlich so gar nichts rüberkommt. Und mal abgesehen davon, dass oft die gleichen Statements recycelt werden, ist es als Zuschauer einfach nur anstrengend.

Beim Schreiben ist das auch so: Wir hatten es schon öfter, dass zu viele Informationen auf einmal anstrengend sind. Es gibt aber einige weitere Schreibfehler, bei denen Leser einfach nur aufstöhnen:

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