Alle Artikel: "Formulieren & Stilmittel"


Bessere Verständlichkeit: Ziehen Sie Vergleiche

Auf Borneo wurde eine erbsengroße Froschart entdeckt. Klicken Sie mal hier und schauen Sie sich die Bilder des Frosches an.

Wäre nur der Frosch abgebildet, könnten wir uns gar nicht richtig vorstellen, wie klein er ist. Ähnlich habe ich es in diesem Beitrag gemacht, um die Größe eines USB-Sticks zu zeigen. Durch die Finger bekommt man ein Verhältnis zur Größe.

Auch in Texten funktioniert das.

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Fundstück: Synonym-Websites

Eben gesehen: Elke Fleing schreibt auf ihrem Blog “Berufung selbstständig” gerade eine Serie “Tipps für gute Online-Texte”.

Teil 2 befasst sich mit Synonymen und gibt zahlreiche Webtipps dazu. Eine tolle Ergänzung zu der von mir schon oft gelobten und auch dort erwähnten Wortschatz-Seite der Uni Leipzig.

Fundstück: Überschriften-Alliteration

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt in seinem lesenswerten Blog über Alliterationen in Spiegel Online-Überschriften: Spökes, Späßchen, Spiegel Online

interaktiv: Wörter, die Sie noch nicht kannten

Vor einigen Tagen habe ich in einem Leserkommentar den Begriff “Suada” zum ersten Mal gehört:

Suada ist der Name der römischen Göttin der sanften Überredung. Mit dem Begriff Suada bezeichnet man heute auch einen Wortschwall, einen großen Redefluss, der dem Ansprechpartner ein Thema angenehm machen soll. (Quelle: wikipedia)

Haben Sie auch so ein Wort, das Ihnen völlig neu war und Sie aus irgendeinem Grund begeistert (oder einen interessanten Klang hat)?

Wie finden Sie es, wenn Sie schriftlich geduzt werden?

Das Internet ist ja ein Duz-Medium. Immer, wenn es interaktiv wird – also in Foren, Chats oder in Blog-Kommentaren – finde ich das Du in Ordnung.

Doch wenn ich auf einer Website, insbesondere einer Business-Website, geduzt werde, sträubt sich in mir alles. Die Ausnahme ist, wenn der Firmenauftritt schlüssig drumherumgebaut wird. IKEA beispielsweise nehm ich es nicht krumm, auch bei hippen Firmen oder solchen mit übermäßig jugendlichem Publikum finde ich es ok.

Komme ich aber auf die Seite von irgendeinem Coach, Computerfachmann o. Ä., dann bin ich immer etwas befremdet: Ich kenne die Person doch gar nicht!

Auch Prospekte, Briefe, Artikel oder gar Bücher sind für mich fast unlesbar, wenn ich geduzt werde.

Wie geht es Ihnen damit?

Nutzen Sie Synonyme, um einen Begriff zu verdeutlichen

Bei Business-Texten, gerade, wenn es um die Unternehmensdarstellung geht, werden oft die typischen Schlagworte benutzt: effektiv, kompetent, zuverlässig, Perspektiven, Erfolg und und und

Das Gemeine ist, dass viele dieser Begriff eigentlich gut und wichtig sind, aber viel zu inflationär benutzt werden.

Ein schönes Stilmittel – das man auch wunderbar ins Layout einbinden kann – ist es, mit Synonymen zu arbeiten.

Dabei nutze ich meinen Liebling Wortschatz Uni Leipzig und gebe das Wort ein, um das es geht. Dann suche ich mir aus der Liste die Begriffe aus, die facettenreich untermauern, was ich damit meine. Manchmal ergänze ich etwas, das dazugehört, auch wenn es kein direktes Synonym ist.

Das ist wichtig! Es geht ja nicht darum, einen Deutschkurs zu veranstalten, sondern Sie möchten mit dieser Wort-Liste ja ausdrücken, was Sie meinen beziehungsweise was Ihnen daran besonders wichtig ist.

Zwei Beispiele:
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Vergleichen Sie mal: Interviews

Hin und wieder – gerade, wenn Sie Fachwissen oder bestimmte Erfahrungen haben – kommt es vor, dass man um ein Interview gebeten wird. Und manche Interviews drehen sich sehr nah um einen selbst.

Ein wunderbares Anschauungsmaterial, wie unterschiedlich Interview-Fragen beantwortet werden können, bietet die Interview-Reihe “Auf Du und Du mit Deinem Lebenstempo” von Petra Schuseil in ihrem Lebenstempo-Blog.

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Fundstück: Alberner Einschub

Im Buch Zur Kasse Schnäppchen! Warum wir immer mehr kaufen, als wir wollen hat mich dieser Satz zum Lachen gebracht:

Zum Instrumentarium der Preisoptik zählen die gebrochenen Preise. Dies hat nichts mit Übelkeit zu tun, sondern mit einer speziellen Form der Preiswahrnehmung: Wir nehmen Preise, die knapp unterhalb runder Beträge angesiedelt sind, günstiger wahr als runde Beträge bzw. Preise, die über einem runden Beitrag angesiedelt sind.

Was für ein absurder kleiner Einschub! Und ein schönes Beispiel dafür, wie man auch informative, lehrreiche Texte mit amüsanten kleinen Schlenkern auflockern kann. Besonders gut: das Buch ist von zwei Professoren geschrieben.

Schreiben Sie Komplimente auch hin!

Wie oft denken Sie sich, wenn Sie eine geschäftliche E-Mail lesen etwas wie

  • „Wow! Jetzt schon die Antwort: er ist einfach super!“
  • „Hihi, wie witzig: ihre E-Mails zaubern mir immer ein Lächeln auf die Lippen.“
  • „Es ist eine wahre Freude, mit diesem Kunden zu arbeiten!“

Manchmal denkt man es nicht nur, sondern sagt es weiter: Sie erzählen es einem Kollegen oder abends Ihrer Freundin. Anstatt solche schönen Komplimente nur zu denken oder Dritten zu erzählen, sollten Sie sie doch besser genau der Person sagen, die sie sich verdient hat!

Wenn Sie es also noch nicht (oder noch nicht oft genug) tun: Schreiben Sie in die nächste E-Mail rein, dass und was so toll am anderen ist. Was Sie an seiner Art bewundern oder an der Arbeit schätzen … oder was ganz speziell in diesem Fall so lobenswert ist. Und tun Sie das in ganz normalen Worten und brechen Sie sich keinen mit der Formulierung ab. ;-)

Der andere freut sich! Ihre Korrespondenz wird lockerer und noch persönlicher. Und die Beziehung wird – ganz nebenbei – gestärkt.

“Ich muss Ihnen nicht sagen …”

Manchmal schreibt man etwas, von dem man überzeugt ist, dass es “zu banal” oder schon hundert Mal gesagt ist. Sie können in so einem Fall dazu schreiben, dass es “bekannt”, “(vielleicht) selbstverständlich” oder sogar “eine Binsenweisheit” ist.

Sie können aber auch sagen, dass Sie etwas nicht sagen. ;-)

Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie entscheidend Ihre Einstellung dafür ist, ob Ihr Vorhaben erfolgreich sein wird. Sie kennen die Beispiele aus dem Sport zur Genüge: Wenn der Hochspringer innerlich überzeugt ist, dass er die Höhe nicht schafft, hat er keine Chance.