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Konzipieren

Songwriting

Ich liebe ja Musik – und auch hier geht es ums Schreiben. Über das Bildblog bin ich auf die interessante Website songfacts.com gestoßen. Auf dieser (englischen) Seite geht es um das Schreiben von Liedern und es gibt Interviews mit Songwritern.

Letztes Jahr habe ich Songwriting For Dummies gelesen, das ich ebenfalls sehr spannend fand – auch wenn ich keine Ambitionen habe, ein Lied zu schreiben. Es ist interessant zu erfahren, was hinter einem gut geschriebenen Lied steckt und wie viel auch hier schlicht und ergreifend Handwerk ist.

Das Buch ist mitgeschrieben von Jim Peterik, der Mitglied der Band SURVIVOR war und „Eye of the Tiger“ mitgeschrieben hat. Außerdem hat er das bekannte und oft gecoverte Lied „Vehicle“ geschrieben, das Sie bestimmt auch kennen, wenn Sie es hören: youtube: Vehicle/Ides of March.

Der Mann weiß also, wovon er schreibt.

Und dann starre ich aufs Papier und warte auf die Erleuchtung …

Zur Zeit ist ja der Buchkonzept-Workshop, wo elf fleißige künftige Autorinnen an ihren wunderbaren Buchideen feilen. Die wahre Kunst am Bücherschreiben liegt ganz am Anfang: wieder mal das Konzipieren. Eine Buchidee zu finden, ist relativ einfach. Aber dafür die Inhalte bestimmen und schlüssig in Form zu bringen, ist etwas ganz anderes.

Gerade vorhin ist mir so richtig bewusst geworden, dass etwas, das ich ganz oft mache, um den richtigen Dreh für den Aufbau zu finden, tatsächlich das Starren aufs Papier ist (manchmal auch auf den Bildschirm, aber weit häufiger drucke ich es aus oder notiere mir Ideen auf Papier).

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Sehr, sehr nützlich: Textschablonen

Eine simple Möglichkeit, schneller zu schreiben, ist, sich vorab eine Standardstruktur zu überlegen. Auf diese Weise entsteht eine “Textschablone”, die Sie nur zu füllen brauchen.

:arrow: Das erleichtert es Ihnen, die besten Inhalte auszuwählen.

:arrow: Sie halten sich (und Ihren Text) sicher auf Kurs.

:arrow: Sie tun sich sehr viel leichter, schneller zu schreiben.

:arrow: Wenn Sie mehrere Texte für die gleiche Sache schreiben, z. B. eine Artikelserie oder Ihre Website, dann wird das Endergebnis ausgewogener und “runder”. Die Leser finden sich zudem schneller zurecht.

So geht’s:

1. Sie überlegen sich zuerst, was genau in einen Text soll.
2. Sie definieren sinnvolle Textabschnitte (die manchmal auch identisch sein können).
3. Jetzt brauchen Sie nur noch aufzufüllen. Dabei brauchen Sie nicht mal sofort zu formulieren, sondern können zunächst Stichpunkte pro Textabschnitt notieren.

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Formulieren stört das Konzipieren!

Wann immer Sie etwas konzipieren – Ihre Website, einen Flyer, einen Artikel, eine Seminarausschreibung, ein Buch, eine Checkliste, ein Projekt – verbieten Sie sich in der Konzeptionsphase das Formulieren! Schreiben Sie aussagekräftige Stichpunkte, halten Sie sich erstmal ganz an die Fakten.

Warum?

:arrow: Weil das Formulieren Ihr Gehirn in eine Richtung schickt, die Sie momentan nicht brauchen. Fokussieren Sie erstmal auf Rahmen, Inhalt, Struktur und Ziele.

:arrow: Weil das Formulieren auch Sie selbst sehr schnell darüber hinwegtäuschen kann, dass es kein „Fleisch an den Knochen gibt“ (siehe auch „Where’s the beef?“)

:arrow: Und weil das Formulieren den einen sehr leicht und den anderen sehr schwer fällt: Wenn es Ihnen leicht fällt, haben Sie das Gefühl „fertig“ zu sein, obwohl Sie überhaupt nicht genug in die Tiefe gedacht haben. Und wenn es Ihnen schwer fällt, sind Sie doppelt gelackmeiert: Denn wer keine klaren Fakten hat, kann auch nicht gut formulieren: da fehlt der Stoff für Struktur und Inhalte. Unterm Strich brauchen Sie also noch länger und haben am Ende weder das eine, noch das andere richtig gemacht.

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Checklisten selbst gemacht!

Checklisten sind eine feine Sache: Ob es nun die private Packliste für den Urlaubskoffer ist, ob man eine bestimmte Vorgehensweise festlegen möchte oder ob man eine Veranstaltung organisiert … und sie sind, man glaubt es kaum, zusätzlich eine wunderbare Schreibübung!

Denn für Checklisten ist gefragt:

:arrow: eine klare Struktur
:arrow: Weit- und Überblick
:arrow: differenziert das Wichtigste auf den Punkt zu bringen
:arrow: einfache Verständlichkeit
:arrow: eine logische Abfolge von Aufgaben und gute Zeitplanung

Vor allen Dingen schulen Sie sich darin, komplexe Sachverhalte klar und schlüssig auf den Punkt zu bringen.

Hier eine kleine Anleitung, wie Sie sich Ihre eigenen Checklisten zusammenstellen können, sozusagen eine Checkliste für Checklisten.
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Vom Hölzchen aufs Stöckchen

Anfang des Jahres hat sich Silke mal gewünscht, dass ich etwas mehr über Struktur schreibe, unter anderem darüber, wie man sich nicht in Details verliert. Jetzt ist das Thema „Struktur“ wirklich sehr komplex – es zieht sich buchstäblich durch jeden Ihrer Texte. Und Sie können sich mit den verschiedensten Hilfsmitteln Struktur schaffen: Mit einer Artikel-Form etwa, die vorgibt, dass Ihr Text „7 Tipps“ enthält, mit einem Interview oder einer Liste. Um nur drei zu nennen.

Leider kann man nicht einfach sagen „Mach A und B, dann wirst Du Dich nie mehr in Details verlieren oder vom Thema abkommen“. Denn es kommt immer auf den Text insgesamt an. Auch eine Detailinformation oder ein kleiner Ausflug auf ein Nebenthema kann goldrichtig platziert sein.

Schauen wir uns also am besten mal drei grundlegende Aspekte an, die Sie fest im Blick halten sollten, wenn Sie einen Text schreiben. Denn diese sind dafür verantwortlich, dass Sie den Text grundsätzlich richtig aufbauen. Wenn der Aufbau in sich stimmt, sind grobe Verzettelungen schon gar nicht mehr richtig drin.
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Öfter mal was Neues: Texte rechnen

Idealerweise gehen Tipptexte für Ihre Leser auf: Der Aufbau ist schlüssig, die Infos und Tipps genau aufeinander gestimmt und es gibt ein konkretes Ergebnis. Also nehmen wir das doch einfach mal wörtlich: Rechnen Sie Ihre Texte!

Die Grundrechenarten bieten ein wunderbares Gerüst für Sie, einen Text zu konzipieren. Außerdem hilft Ihnen das Mathe-Prinzip dabei, eine logische Struktur aufzubauen.

Anhand einiger Beispiele zeige ich Ihnen, was ich meine. Sie können beliebige weitere Formeln zugrunde legen.

Addieren

Summand + Summand = Summe

Für Ihren Text kann das zum Beispiel bedeuten:

Info + Tipps = Ergebnis

Das ist ein klassischer Tipptext-Aufbau: Sie bringen Infos, führen diese gegebenenfalls weiter aus, fügen konkrete Tipps, Anregungen oder Handlungsanweisungen hinzu – et voilà: der Leser kommt zu einem gewissen Ergebnis, das sich aus der logischen Weiterführung dieser Infos und Tipps ergibt.

Achten Sie idealerweise darauf, dass Ihre Tipptexte dieses Ergebnis auch immer glasklar benennen! Manchmal neigt man dazu, zu abrupt aufzuhören, meistens wenn man ein paar gute Tipps gegeben hat (auch mir passiert das immer wieder), anstatt noch eine abschließende „Schleife“ dranzumachen, die Ihren Text komplettiert und Ihre Leser motiviert, Ihre Tipps auszuprobieren.

Sie können die Addition aber natürlich auch umdrehen:

Ergebnis = Info + Tipps

Dann beginnen Sie mit dem Ergebnis, zum Beispiel einer Lösung zu einem Problem, das Ihre Zielgruppe hat. Oder Sie schwenken eine attraktive Karotte vor dem Leser: Willst du das auch?/Schau mal, das kannst du erreichen, wenn du weiterliest, denn ich sage dir gleich, wie das geht. Der Tipptext beginnt also mit dem Ergebnis und löst dann konkret auf, was passieren muss, damit das Ergebnis eintreten kann.
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Streuobstwiese

Im Adventskalender lernt man ja Einiges: dass es eine Kloßpresse gibt, was es mit Springderby auf sich hat, die Prinzipien der Landschaftsplanung und wie man mit einer Zitrone geheime Botschaften schreibt und wieder dechiffriert. Jetzt also die Streuobstwiese.

Ich dachte ja, dass das Obst von den Bäumen fällt und verstreut auf der Wiese liegt. Natürlich ist wieder alles ganz anders: Der Clou an einer Streuobstwiese ist die Mehrfachverwertung. Es werden hochgewachsene Bäume genutzt, die locker und verstreut stehen, so dass man auch die Flächen darunter nutzen kann – zum Mähen, für Viehweide etc. Plötzlich wird diese Streuobstwiese zu einem perfekten Stichwort für die Mehrfachnutzung, die auch beim Schreiben natürlich sehr schlau ist!

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Ein Nudelholz für Ihr Thema!

Die Themenwahl ist das eine, doch wie Sie das Thema bearbeiten, darauf kommt es letztlich an.

Hier hilft ganz aktuell das Bild vom Plätzchenbacken (das uns bei den Ausstechformen bereits gute Dienste geleistet hat). Ihr Thema ist sozusagen der Teig. Genauso wie die Art des Teiges ausschlaggebend dafür ist, wie gut Sie ihn zu Plätzchen weiterverarbeiten können und wie diese später schmecken, ist die Wahl des richtigen Themas die erste wichtige Entscheidung, die Sie treffen.

Viel wichtiger ist jetzt aber Ihr Umgang mit dem Nudelholz. Nutzen Sie gar keines, gehen also unstrukturiert ans Schreiben, haben Sie einen Teig-Klumpen. Versuchen Sie mal mit so einem Teig-Klumpen Plätzchen herzustellen. Selbst wenn Sie alles irgendwie plattdrücken, wird es nicht gelingen.
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Mit einer Zusammenfassung beginnen

Eine gute Möglichkeit, Artikel und Tipptexte zu konzipieren, ist eine Zusammenfassung. Darin legen Sie genau fest

  • Worüber Sie schreiben möchten.
  • An wen Sie sich richten.
  • Was Ihre Motivation bzw. das Ziel Ihres Textes ist.
  • Und was die wichtigste Botschaft ist – oder was die wichtigsten Tipps sind.

Das sind dann nur wenige Zeilen, aber die sollen möglichst konkret sein.

Ein Beispiel:
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