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Konzipieren

Konzipieren mit 3 x 5 – So stellen Sie sicher, dass das Wichtigste auch in Ihrem Text landet

Es gibt ja so die klassischen Makel, die Texte oft haben – ganz egal, ob es sich um einen Brief, die Selbstdarstellung, einen Tipp-Text oder auch eine Präsentation handelt: der Autor geht zu viel von sich selbst aus, er redet an den Leser hin, setzt fälschlicherweise Dinge voraus.

Manchmal beginnt das Dilemma auch schon vor dem Schreiben: wenn man sich schwer damit tut, sich überhaupt einmal zu entscheiden, was genau man zu einer Sache schreiben möchte.

Eine simple Möglichkeit, all das zu umgehen, ist es, wenn Sie sich Ihrem Thema mit diesen “3 x 5″ nähern:

  • Was sind die 5 wichtigsten Fragen [zu meinem Thema, meiner Leistung, meinem Produkt]?
  • Was sind die 5 wichtigsten Probleme [meiner Kunden/meiner Leser]?
  • Was sind die 5 wichtigsten Lösungen?

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Pflanzen Sie sich was in den Kopf

„Nochmal darüber schlafen“ sagen wir, wenn wir uns etwas durch den Kopf gehen lassen möchten – oder einfach, wenn wir noch etwas Zeit für eine Entscheidung brauchen.

Was ich beim Schreiben immer wieder merke, ist, dass es vorteilhaft ist, Texte nicht zwingend in einem Sitz fertigzumachen. Ich coache und schreibe ja sehr viel für meine Kunden: ob Seminarausschreibungen, Artikel oder Bücher und vor allen Dingen Webtexte. In der Regel kann ich recht schnell einen Text erfassen, mir einfallen lassen oder optimieren.

Doch manchmal merkt man, dass an einem Text etwas noch nicht stimmt, dass es „irgendwie“ besser geht – oder es gilt, von Haus aus eine neue, schlauere Struktur zu erfinden.
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What if?

Wenn es um Fiktion geht, wenn Sie also beispielsweise einen Roman schreiben oder ein Drehbuch, dann ist die bekannte Grundfrage das „What if?

Was wäre
… wenn fünf alte Frauen eine Bank überfallen würden?
… wenn ein Serienmörder ausbricht und sich in Garmisch-Partenkirchen versteckt?
… wenn ein Familienvater eine Pille schluckt und plötzlich 5 m groß wird?

Egal, ob realistisch oder eher unrealistisch: Die Frage nach dem „Was wäre wenn“ ist meistens DIE Ausgangsbasis für eine Geschichte.

Selbstverständlich nützt Ihnen dieses „What if“ auch für Business- oder sonstige Tipptexte. Es ist sogar eine ganz großartige Frage, die Sie auf ganz andere, in der Regel sehr viel interessantere Themen bringt.
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Wenn Sie mit wenig Text viel sagen wollen

Das kennen Sie auch: Manchmal hat man nur ganz wenig Platz zur Verfügung. Vielleicht möchten Sie Ihr Unternehmen in einer Datenbank eintragen, einen sehr kurzen Text über ein Produkt schreiben oder in drei Absätzen auf Ihrer Website über sich erzählen.

Viele solcher Texte sind nicht sonderlich gut, denn meistens verschenken sie Möglichkeiten.

  • Wichtiger Platz wird verschenkt (durch umständliche Formulierungen oder Offensichtliches).
  • Es klingt zu gewöhnlich, zu beliebig und zeigt zu wenig Profil.
  • Wichtige Informationen bleiben außen vor.
  • Der kurze Text “macht nicht an”, macht also weder neugierig, noch animiert er den Leser etwas zu tun (z. B. ein Seminar zu buchen, einen Vortrag zu besuchen oder eine Anfrage zu schicken).

Wenn Sie wenig Text haben, ist es besonders wichtig, nicht sofort ins Reine zu schreiben, vor allen Dingen nicht gleichzeitig Zeichen zu zählen. Denn dann macht man sich verrückt, dass „schon 200 Zeichen verbraucht sind und nur noch 300 übrig sind“, obwohl das, was bisher dasteht, oft gar nicht das Wesentliche ist.
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Die Kunst des Auswählens

Was man als Leser selten bewusst merkt, ist, dass die eigentliche Kunst beim Schreiben die Auswahl ist:

  • Sie als Autor entscheiden nicht nur, welches Thema Sie wählen, sondern auch, auf welche Weise Sie es angehen.
  • Sie entscheiden, wie der erste Satz aussieht und über den “Ton”.
  • Sie bestimmen, wie Sie den Text strukturieren, was rein darf (und was draußen bleibt).
  • Wenn Sie einen Tipptext schreiben, überlegen Sie sich, mit welchen Formulierungen und Inhalten sie Ihre Leser ins Tun bringen können.

Schreiben ist eine einzige große Auswahl vieler Details. Und die meisten dieser Entscheidungen sind am Ende gar nicht sichtbar.

Für Sie als AutorIn heißt das aber auch, dass Sie daraus lernen können:

Lesen Sie Artikel und Bücher doch einmal unter diesem Gesichtspunkt! Welche Entscheidungen hat der Autor hier getroffen? Spekulieren Sie, warum genau diese Überschrift. Werden Sie sich weiterer Alternativen bewusst. Nehmen Sie die Struktur und die verwendeten Stilmittel wahr.

Was funktioniert gut? Was hätten Sie anders gemacht? Womit hat Sie der Autor besonders gepackt? Und wo finden Sie etwas langatmig oder zu sperrig?

Was der Starnberger See mit Ihrem Thema zu tun hat

starnbergerOb ein Text gut funktioniert und Ihren Lesern wirklichen Nutzen bietet, hängt vor allen Dingen davon ab, wie klug Sie Ihr Thema wählen. Ein Bild, das sich meinen Schreibwerkstatt-Teilnehmern einprägt, ist der Vergleich mit dem Starnberger See.

Wann immer Sie ein Thema ausgesucht haben, das so groß ist wie der Starnberger See, werden Sie sich ziemlich schwer tun, einen guten Text dazu zu schreiben. Denn wenn das Thema zu gewaltig ist, kann man es schlichtweg nicht in einen kurzen Text pressen, ohne
- zu oberflächlich zu werden
- Leser zu überfordern
- wichtige Details außen vor zu lassen.

Dazu kommt, dass man als Autor oft auch schon merkt, dass es irgendwie nicht funktioniert: dass ein Text dem Thema nicht gerecht wird oder „zu banal“ erscheint.

planktonDie Lösung: ein Plankton-großes Thema wählen!

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Jedem Text sein Skelett!

Meiner Erfahrung nach tut es jedem Text sehr gut, vor dem Schreiben erstmal eine Art Gerüst zu erstellen.

Bei Tipps beispielsweise schreibe ich mir immer die Zwischenüberschriften hin und fülle nachher gezielt auf. Je nachdem, welche Artikel-Form Sie wählen, gibt diese bereits eine gute Struktur vor. Populär sind beispielsweise „XX Tipps für …“-Artikel. Wenn Sie also planen, „7 Tipps für Ihre Urlaubsplanung, die Sie bisher immer vermisst haben“ zu geben, überlegen Sie vorher, was denn das nun für sieben Tipps sind. Dann merken Sie nämlich auch von vornherein, ob Ihre Idee so auch funktioniert.

Bei Büchern legen Sie das Inhaltsverzeichnis vorher fest (einzelne Veränderungen können Sie während des Schreibens ja jederzeit noch machen). Wenn ich mit einem Buch beginne, lege ich mir sogar die gesamte Struktur vorher im Computer an: jedes Kapitel bekommt einen eigenen Ordner, dann lege ich eine Datei an, die dann pro Kapitel alle Überschriften oder schon einzelne Elemente (wie Ideen für einen Selbst-Check, einen Seitenkasten o. Ä.) enthalten.

Wenn Sie auf diese Weise vorgehen,

  • merken Sie, ob Ihr Konzept noch ein strukturelles Problem hat,
  • ob das Thema in dieser Artikel- oder Buchform funktioniert,
  • ob Sie das Thema wirklich so brennend interessiert, dass Sie darüber schreiben möchten,
  • ob Sie das Thema zu groß gewählt haben oder
  • ob Sie genug darüber wissen oder das Thema nochmal ändern sollten.
  • Vor allen Dingen aber können Sie auch mittendrin loslegen. Das erhöht die Schreibgeschwindigkeit und den Schreibspaß enorm! Denn Sie können genau immer das schreiben, worauf Sie gerade Lust haben und wenn Sie wenig Zeit zum Schreiben haben, können Sie kleinere Häppchen wunderbar zwischendurch erledigen.

Immer drandenken: Der erste Entwurf ist nur ein erster Entwurf. Das Überarbeiten macht Ihren Text dann wirklich gut – und da lassen sich dann Fehlerchen, Doppelungen und natürlich der Feinschliff nachholen.

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