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Schreibfluss

Schreibfluss = Lesefluss: 10 Gründe für stockendes Schreiben

Erstaunlich ist es ja doch, dass man Texten meistens „anliest“, ob sie lockerflockig und mit Freude geschrieben wurden oder ob sich der Autor gequält hat: Letzteres macht Texte trockener, holpriger, oft liegt ein Flickwerk vor, weil ständig herumverbessert wurde.

Ich merke es auch selbst: Texte, die unter Ächzen entstehen, kann ich in der Regel in die Tonne treten – spätestens mit etwas Abstand erkennt man, dass da rein gar nichts fließt.

Je besser Sie sich selbst kennen, desto weiter vorne im Schreibprozess können Sie eingreifen, damit es erst gar nicht dazu kommt. Zehn typische Gründe für stockendes Schreiben sind:
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Wie der Rahmen das Schreiben verändert

Zur Zeit schreibe ich ja an einem neuen Buch: ein 222-Tipp-Buch – Thema ist noch geheim. Bei diesem Buch gibt es die Besonderheit, dass ich mit einer festen Layout-Vorlage schreibe.

Dazu muss ich erklären: Normalerweise bekommen Sie bei einem Buch einen Umfang vor – anhand der Seitenzahl wird die maximale Zeichenzahl inklusive Leerzeichen vorgegeben. Und dann schreiben Sie Ihr Buch fröhlich vor sich hin und behalten einfach den Umfang im Auge.

Manchmal ist es aber so, dass Verlage gleich eine Formatvorlage mitgeben. In meiner Bücherschreibkarriere ist das bisher nur dreimal passiert. Es ist eher selten.

Der Vorteil einer solchen Formatvorlage ist, dass man schon beim Schreiben ganz genau sieht, wie viel Platz man hat, ob eine Seite noch gefüllt oder etwas gekürzt werden sollte, damit die Umbrüche sauber sind, ob Kapitel auf der richtigen Seite enden (sofern das Layout das erfordert). Es ist ganz schön, weil das Manuskript schon fast „echt“ aussieht. Und es ist sinnvoll, weil im Lektorat und beim Setzen weniger Arbeit entsteht.

Ich merke allerdings einmal mehr, wie unterschiedlich sich das Schreiben anfühlt … und wie sich auch das Denken verändert, wenn die Rahmenbedingungen strenger sind.

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So schreiben Sie schneller

Im Februar habe ich Sie gefragt: “Dauert das Schreiben auch so lange bei Ihnen?” und dabei einige typische Ursachen aufgelistet, die der Grund dafür sein könnten.

Abgesehen von irgendwelchen Blockaden und Hürden ist aber die Schreibgeschwindigkeit allgemein ganz leicht zu erhöhen, und zwar in ganz einfachen drei Schritten.
Der erste Schritt ist optional: Wenn Sie geübt sind oder wenn Sie recht klar und logisch denken, dann werden Sie die Bestandteile von Schritt 1 ganz automatisch “nebenbei” bedenken und einfließen lassen. Wenn Sie eher nicht so der strukturierte Typ sind beziehungsweise noch nicht so viel Schreiberfahrung haben, empfehle ich Ihnen unbedingt, beim ersten Schritt zu beginnen.

Schritt 1: Klare Ziele

Jeder Text verfolgt ein Ziel. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von Ihnen aus beruflichen Gründen schreiben: für Ihr Unternehmen, zur Kundenakquise- und bindung, um sich einen Namen zu machen – oder einfach, weil Sie Lust haben, zu schreiben.

Für alles, was Sie schreiben, stellen sich diese beiden Fragen:
- Was soll dieser Text für mich tun?
- Was soll dieser Text für meine Leser tun?

Es nützt Ihrer Schreibgeschwindigkeit enorm, wenn Sie sich diese Fragen vorher wirklich beantworten: auf genau den Text bezogen, den Sie planen. Auf diese Weise bleiben Sie auf Kurs und können beim Überarbeiten auch wirklich noch mal überprüfen, ob der Text Ihren Zielen gerecht wird.

Noch viel wichtiger ist aber, dass sich daraus oft inhaltliche Bestandteile ergeben, die Sie vielleicht noch gar nicht bedacht haben und die Sie für die Text-Struktur brauchen.

Schritt 2: Eine klare Struktur

Jedem Text sein Skelett” habe ich Ihnen schon vor einiger Zeit empfohlen … und tatsächlich hämmere ich Ihnen die drei Schritte in diesem Newsletter auch im Blog wieder und wieder ein, zum Beispiel auch kürzlich, als ich über die Entstehung eines Artikels berichtet habe.

In meinen Coachings und Trainings sehe ich andauernd, dass Leute drauflosschreiben und eine vorherige Konzeption ihres Textes (oder Buches) entweder überspringen wollen oder sie viel zu oberflächlich machen.

Das gilt für alle Texte, also auch für Ihre Unternehmensdarstellung, Marketingaktionen etc.!

Natürlich kann man einfach so losschreiben: beim ersten Wort beginnen und beim letzten aufhören. Und vielleicht kommt auch ein wunderbarer Text dabei raus. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorgehensweise jedoch viel länger dauert und meistens in irgendeiner Form in den Wald führt, ist ziemlich groß.

Geschwindigkeit beim Schreiben ist gleichbedeutend mit Zielgerichtetheit. Je klarer Ihre Struktur ist, desto weniger müssen Sie beim Schreiben großartig überlegen, und desto besser wird Ihr erster Entwurf (was wiederum die Überarbeitungsphase stark verkürzt).

Schritt 3: Schnell raus mit dem kompletten Entwurf!

Die meisten von uns machen sich das Schreiben zu kompliziert. Da wird zerdacht, verkünstelt, umgeworfen, angefangen, geändert, geflickwerkt und die Stunden, Wochen oder gar Monate gehen ins Land.

Ich habe in meinem Leben tatsächlich schon Selbstständige getroffen, die monatelang gebraucht haben, um zwei oder drei Sätze über sich selbst zu schreiben – und damit ihr Business unnötig blockiert haben (ganz zu schweigen davon, dass solche Aufgaben einem dann andauernd im Genick sitzen).

Wenn ich höre, dass jemand einen halben Tag für einen kurzen Text braucht oder für seine kleine Image-Website wochenlang rummacht, schlage ich die Hände über den Kopf zusammen. Und zwar aus drei Gründen:

  • Texte, die so entstehen, sind meistens leider nicht besonders gut.
  • Es ist hinten und vorne nicht rentabel, wenn so viel Zeit draufgeht.
  • Vor allen Dingen aber weiß ich, dass man einen kleinen Text in maximal einer halben Stunde und umfangreichere Schreibprojekte wie etwa die Webtexte schon in wenigen Stunden hinkriegen kann (und dazu müssen Sie kein Schreibprofi sein!).

Die Lösung: Hauen Sie immer einen ersten Entwurf runter. Möglichst in einem Aufwasch. Und wirklich runterhauen, also “quick and dirty”: Erlauben Sie sich Umgangssprache oder Platzhalter à la “Hier steht dann ein phänomenaler Absatz über den Kundennutzen”, aber schauen Sie, dass Sie Ihr zuvor erstelltes Text-Skelett möglichst schnell auffüllen.

Warum betone ich das “möglichst schnell” so?

  • Weil Texte, die fließend geschrieben sind, sich auch fließend lesen.
  • Weil Sie sich selbst keine Zeit geben, sich zu verkünsteln.
  • Weil Sie näher an Ihrer eigenen Stimme bleiben, als wenn Sie jeden Satz zerdenken.

Solche ersten – zackig entstandenen – Entwürfe, sind meiner Erfahrung nach bereits wahre Rohdiamanten. Und: Das Polieren geht schneller am fertigen Text. Die Schreibfreude bleibt erhalten. Ihre Texte haben mehr Charakter.

Doch selbst, wenn sich der eine oder andere so entstandene Entwurf als noch nicht so der Bringer entpuppt, ist das nicht tragisch! Sie haben die erste Hürde genommen. Die Inhalte stehen vor Ihnen. Jetzt fällt es Ihnen sehr viel leichter, hin- und herzuschieben, Absätze zu tauschen, zu streichen, zu straffen oder zu ergänzen als wenn alles nebulös in Ihrem Gehirn hin- und herschwappt.

Reden können Sie gut, aber schreiben …?!

Es gibt ja die einen, die sich total wohlfühlen mit dem Schreiben und beim Formulieren so richtig in ihrem Element sind. Und es gibt die anderen, die einfach stärker mündlich sind.

Je stärker man im Gespräch oder Vortrag ist, desto frustrierender ist es, dass das, was man sagen möchte, einfach nicht richtig aufs Papier – oder den Bildschirm – will. Entweder es ist eine elende Quälerei und nichts geht voran oder man starrt auf das, was man geschrieben hat, und alles klingt falsch und entspricht einem so gar nicht.

Zunächst die gute Nachricht: Wer gut sprechen kann, kann (prinzipiell) auch gut schreiben.
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Vertrauen Sie auf sich im ersten Entwurf!

„Schreibe den ersten Entwurf hinter der geschlossenen Türe und überarbeite mit der offenen Türe“, sagt Stephen King in seinem Buch „On Writing“ (Über das Schreiben) – und das kann ich nur unterstützen.

Oft kommen Leute zu mir, die mit ihren Texten gar nicht mehr weiterkommen. Sie haben sich festgefahren, weil sie
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Dauert das Schreiben auch so lange bei Ihnen?

Ganz viele Leute brauchen eeeeewig für Texte. Ich habe schon erlebt, dass Selbstständige es in einem halben Jahr nicht geschafft haben, drei Sätze über sich selbst zu schreiben.

Wenn Sie sich auch eher quälen oder einfach nie fertig werden, dann schauen Sie sich mal näher an, an welcher Stelle es hängt:

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Etwas zu sagen haben

Sitzen Sie manchmal vor dem Bildschirm (oder dem weißen Blatt Papier) und kommen irgendwie nicht in Fluss? Auch wenn Sie eigentlich schreiben möchten und auch, wenn Sie eigentlich ein gutes Thema haben?

Ein ganz typischer Grund, warum es nicht fließen will, ist, dass man nicht wirklich was zu sagen hat.

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Gefahr Nr. 5: Von der Fahrbahn abkommen

fahrbahnDie letzte ganz grundsätzliche Gefahr für Ihre Texte ist das Abkommen von der „Fahrbahn“, und damit ist viel mehr gemeint als nur das Wegkippen des Themas, von dem schon bei Gefahr Nr. 2: vergaloppieren die Rede war.

Wenn Sie ein guter Autofahrer sind, dann werden Sie vorausschauend fahren, das heißt:

  • Sie wissen, wo Sie hin möchten,
  • Sie beachten die Verkehrsregeln und fahren so, dass andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkennen, was Sie tun werden,
  • Sie schauen, dass Sie auf Ihrer eigenen „Seite“ bleiben
  • und vor allen Dingen: Sie denken für andere Autofahrer mit: Was könnte der jetzt tun? Bleibt er stehen oder gibt er Gas? Biegt der trotzdem ab, obwohl er den Blinker nicht setzt?

Und so absurd das klingt: Genau darum geht es beim Schreiben von Texten auch!

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Gefahr Nr. 4: blutleere Texte

vampirKennen Sie noch die „So flicke ich mein Fahrrad“-Aufsätze aus der Schule? Wo man ganz genau erzählt hat, was man nacheinander so alles gemacht hat?

Manchmal lesen sich Texte wie solche Schulaufsätze. Da wird einfach beschrieben und aufgezählt. Als Leser ist das nicht sonderlich spannend. Es packt einen nicht.

Ich hatte schon in einigen anderen Beiträgen erwähnt, dass Ihre Texte gewinnen, wenn man Sie als AutorIn „greifen“ kann.

Das wiederum passiert ganz besonders durch:

  • Ihren ganz eigenen Stil
  • Ihre natürliche („normale“) Sprache
  • das Beziehen eines Standpunktes

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Gefahr Nr. 3: den Leser verwirren

verwirrtDas mit der Verwirrung ist ziemlich gemein: In den meisten Fällen merkt man das als Autor nämlich nicht. Hier einige typische Verwirrgründe und wie Sie gegensteuern können:

:arrow: zu abrupte Gedankensprünge
In unseren eigenen Köpfen befindet sich unser gesamtes Know-how. Darum schließt unser Hirn Lücken im Text automatisch. Und deswegen kommen Ihnen Ihre eigenen Texte oft „klar wie Kloßbrühe“ oder „wirklich einfach ausgedrückt“ vor, auch wenn das gar nicht zutrifft.

Damit Sie das merken, können Sie in der Überarbeitungsphase zwei Dinge tun: Wenn es Ihnen gelingt, die Perspektive zu wechseln, sich also in Ihre Zielgruppe zu versetzen (mit deren Wissensstand), dann machen Sie beim Überarbeiten einen Lese-Durchgang, wo Sie NUR darauf achten, ob es aus Lesersicht klar genug ist.

Wenn Ihnen das nicht gelingt, dann suchen Sie sich einen Testleser. Achtung: Der Testleser soll nicht sagen „gut“, „schlecht“, „geht schon“, das bringt nichts! Stellen Sie Ihrem Testleser drei oder vier konkrete Fragen – entweder schriftlich oder mündlich. Zum Beispiel: „Erkläre mir den ersten Absatz in eigenen Worten.“ Oder: „Bei der Übung: Was genau hast Du verstanden, was Du tun sollst?“ Oder: „Was ist Deiner Ansicht meine ‚Message‘? Was will ich mit dem Text sagen?“ Auf diese Weise können Sie mit dem Feedback wirklich etwas anfangen.

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