Alle Artikel: "Selbstmanagement"


Der facettenreiche Blick (II)

Letzte Woche ging es im Newsletter um das Wahrnehmen von Facetten:

  1. Das Bewusstsein, dass alles komplexer ist, als man auf den ersten Blick sieht.
  2. Gesamtzusammenhänge sehen
  3. und ganz besonders: an Details interessiert sein

Ich hatte als Beispiel diese Aussage getroffen und zu Fragen und Spekulationen angeregt, was zahlreich in den Kommentaren passiert ist:

“Ich habe mir so einen elektrischen Küchen-Zerkleinerer gekauft. Das war der Kauf des Jahrhunderts, der gerade mein Leben verändert.”

In Ergänzung zu diesem Beitrag hier noch einige Informationen, warum es meiner Meinung nach so wichtig ist, als AutorIn immer wach durch das Leben zu gehen. Alles, wirklich alles, hat solche Facetten.

Viele Autoren neigen beim Schreiben dazu, mit spektakulären Inhalten zu glänzen. Doch was einen Text – oder eine Geschichte – wirklich spannend macht, ist gutes Erzählen.

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Mitteilungsdrang?

In einem Blogbeitrag vom Februar ging es darum, dass das Schreiben erst dann so richtig fließt, wenn Sie etwas zu sagen haben. Gehen wir doch nochmal eine Ebene höher: Wie sieht es mit Ihrem Mitteilungsdrang aus?

Schreiben kann eine reine Aufgabe sein. Man kann schreiben, ohne sich dafür riesig zu begeistern – und es muss nicht mal eine Quälerei sein. Sie kennen das von anderen Tätigkeiten. Denken Sie an Ihren Haushalt: Vielleicht bügeln Sie nicht sonderlich gerne, aber Sie bügeln gut und es macht Ihnen auch nichts weiter aus.

Oder Joggen. Ich bin einige Jahre gelaufen und war dadurch fit genug, eine ganze Stunde durchzuhalten. Aber so wirklich gefallen hat es mir nie, ich hatte auch keinen Spaß oder Drang oder irgendwelche Hochgefühle.

Andere Leute aber schon. Ich kenne Menschen, die liebendgerne bügeln, und viele Leute springen voller Begeisterung in ihre Laufschuhe und sind voll in ihrem Element.

Mit dem Schreiben ist es ganz genauso. Nur kommt mit dem Mitteilungsdrang ein weiteres wichtiges Element hinzu.
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Veröffentlichen? Trauen Sie sich!

Wissen Sie, wie ich zum Veröffentlichen gekommen bin?

Vor zehn Jahren gab es noch CompuServe: einen damals populären Internetanbieter, der unter anderem ganz wunderbare Foren hatte (ich vermisse sie heute noch). Ich wollte damals für unser ganz frisches Unternehmen so ein Forum für Business & Karriere übernehmen.

Ich sitze also  mit dem zuständigen CompuServe-Mitarbeiter beim Italiener und erzähle ihm meine Ideen. Findet er toll, stimmt er zu … aber da gäbe es noch eine Sache: Es ist für alle Forenbetreiber ein Muss, für die CompuServe-Website Content zu liefern, das heißt jede Woche einen brandneuen Artikel zu liefern. Ob das geht?

Gesagt habe ich: „Klar! Das ist überhaupt kein Problem!“

Gedacht habe ich: „Uhoh … ich habe noch nie im Leben einen Artikel geschrieben, geschweige denn jede Woche … und dann auch noch gleich veröffentlichen?“

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Lesen Sie andere Texte mal genauer

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch, wenn ich warten muss. Da ich viel mit der U-Bahn fahre, passiert es mir oft, dass die Bahn gerade eben gefahren ist und ich dann zeeeehn Minuten blöd auf dem Bahnsteig rumsitzen muss. Grrrrr. Manchmal aber freue ich mich. Es gibt sogar den Fall, wo ich die Treppe runtergehe und denke „Hoffentlich kommt die U-Bahn nicht gleich!“ Das ist immer dann, wenn ich ein besonders spannendes Buch dabei habe.

Nun habe ich so gut wie immer ein Buch in der Tasche, aber nur die wenigsten lösen es aus, dass ich jede Minute nutze, um unbedingt weiterzulesen. Bestimmt geht es Ihnen auch oft so!

Das kann Ihnen natürlich auch enorm für Ihr eigenes Schreiben nützen.
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Notizen: Themenideen für später

Dass es gut ist, sich Ideen gleich aufzuschreiben, ist bekannt. Der Rat, immer etwas zu schreiben mitzunehmen, auch.

Tatsache ist ja: selbst die allerspannendsten Vorkommnisse geraten in Vergessenheit, auch wenn wir noch so sicher sind, dass wir uns das auf jeden Fall merken.

Aber das Sammeln von Ideen ist ja noch viel lustiger, als es auf den ersten Blick aussieht.

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Welche Ihrer Eigenschaften nützen Ihnen besonders für’s Schreiben?

Ist es die Ausdauer, mit der Sie an den Dingen dranbleiben?
Ist es die Genauigkeit, mit der Sie sorgsam formulieren und Fehler finden?
Ist es Ihr Humor, der Texte lockerflockig und unterhaltsam werden lässt?
Ist es Ihre Sprachgewandtheit, mit der Sie gekonnt und pointiert formulieren?
Ist es Ihre Logik, mit der Sie Texte schnell konzeptionieren können?
Ist es Ihre Empathie, mit der Sie Ihre Leser besonders gut an die Hand nehmen?

Sie haben eine ganze Menge an persönlichen Eigenschaften, von denen Ihre Schreibfähigkeiten enorm profitieren. Welche sind es bei Ihnen?

Soll man recherchieren – oder lieber nicht?

Eins vorab: Wir reden hier über Texte, bei denen Recherche nicht zwingend notwendig ist. Sie wollen also einen Tipp-Text oder einen Artikel über etwas schreiben, das Sie gut kennen. Nun kommt die Frage ins Spiel, ob es gut ist, sich erstmal zu informieren, was andere darüber schreiben oder nicht.

Und das ist wieder ein etwas komplexeres Thema:
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Schreiben Sie einen Erpresserbrief

Letzte Woche habe ich einen Erpresserbrief geschrieben und dabei gemerkt, dass das nicht nur ziemlich lustig, sondern auch exzellentes Gehirn-Text-Training ist.

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Selbstgespräche!

Gestern haben sich meine Schreibwerkstattler amüsiert, weil ich erzählt habe, dass ich zu allen Gelegenheiten rund um’s Schreiben gerne mal mit mir selbst rede.
Laut, versteht sich.

Und tatsächlich sind Selbstgespräche ein universelles Schreibwerkzeug:

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Finden Sie Ihre günstigsten Schreib-Rahmenbedingungen heraus

Oft werde ich gefragt: Wenn ich regelmäßig schreiben möchte, sollte ich mir dann ein festes Pensum setzen? Oder muss ich mich, wie das manche tun, um eine feste Zeit für eine bestimmte Dauer einfach an den Computer setzen?

Die einzig gute Antwort darauf ist: Sie müssen gar nichts!

Schreiben, besonders wenn es Ihnen Spaß machen soll, ist ganz und gar Ihre Sache. Sie sind „der Bestimmer“ über das, was Sie schreiben und wie Sie schreiben und für wen Sie schreiben. Vielleicht wollen Sie nicht einmal Leser erreichen, sondern ganz für sich bleiben. Auch gut! :-)

Entsprechend ist es gut, das zu tun, was einem nützt. Meistens weiß man das schon recht gut.

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