Sonntag 19.12.2010 in Selbstmanagement |
Wir hatten hier schon einmal darüber gesprochen, dass Sie als AutorIn nicht immer das letzte Wort haben, was mit Ihrem Text geschieht. Wenn Sie einen Artikel schreiben, wird der meistens verändert: die Redaktion hat etwas zu sagen, es wird gekürzt oder gelängt, Zwischenüberschriften eingezogen, Beispiele entfallen oder man greift einzelne Zitate heraus, die dann dick und fett in einem Kasten – und damit stellvertretend für den ganzen Artikel stehen.
Mir ist es vor vielen Jahren einmal passiert, dass nach einem Telefoninterview ein Artikel zur Freigabe geschickt wurde. Es war relativ nichtssagend, aber in Ordnung. Als ich die Zeitschrift bekam, traf mich der Schlag. Eines meiner Zitate, das ich so nebenbei am Telefon gesagt hatte (aber natürlich nicht freigegeben habe), war riesengroß als Gestaltungselement verwendet. Gitte Härter sagt: „Es ist unfassbar, was die Leute so falsch machen!“
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Donnerstag 16.12.2010 in Selbstmanagement |
Hihi, beim heutigen Wort „Duschhaube“ muss ich – wie bei der Zwergenstube – wieder etwas tricksen.
Bei den Adventskalenderwörtern, die Sie mir so aufgeben, gehe ich immer so vor:
Gibt es eine naheliegende Idee, die direkten Bezug zum Wort hat, zum Beispiel eine Eigenschaft (wie bei den Sukkulenten) oder in der Nutzung (wie bei den Schneeketten)?
Sind es speziellere Wörter, wie beim Springderby oder den Wiener Philharmonikern, finde ich immer erst Näheres heraus: Was ist die Besonderheit dabei? Worauf kommt es an?
Bei der Duschhaube geht es natürlich um die Nutzung: die Haare werden vom Spritzwasser geschützt. Meine Assoziation dazu, die natürlich arg unter dichterische Freiheit fällt, ist folgende:
Es ist wichtig, beim Herumprobieren (Karamellpudding, Sukkulente, Schickimicki) oder wenn Sie sich durch andere Autoren inspirieren lassen, Ihren eigenen Stil zu bewahren.
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Montag 13.12.2010 in Selbstmanagement |
Als ich noch meinen Fernseher hatte, habe ich einmal ein Segment in irgendeinem dieser Magazine gesehen, wo zwei Köche bei irgendwelchen Leuten geklingelt haben, um dort zu kochen. Der Clou: sie haben aus dem, was sich aktuell an Lebensmitteln vorfand, ein mehrgängiges Mittagsmenü gezaubert.
Im Durchschnittshaushalt mag das nicht schwierig sein, weil viele Leute immer jede Menge zu Hause haben, aber wenn man bei mir klingelt, kann es schon mal vorkommen, dass sich gerade mal Milch im Kühlschrank findet.
Wenn ich als Nichtkoch in so eine Küche käme, würde ich zum Beispiel sehen: Milch und Zucker. Super. Da kann man Zuckermilch machen.
Wenn aber jemand weiß, was er tut, sieht er: Oooooh, Milch und Zucker gibt es auch, da kann ich ja einen leckeren Karamellpudding draus machen!
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Sonntag 12.12.2010 in Selbstmanagement |
Ihr Kontoauszug zeigt Ihnen genau, wo Sie momentan stehen.
Darum ist es eine gute Idee, sich hin und wieder auch über das Soll und Haben beim Schreiben klar zu werden. Wenn wir das Prinzip ein wenig abwandeln, ergibt sich eine wunderbare Gegenüberstellung zwischen Ihrem Guthaben und dem, was noch zu tun ist.
So könnte Ihr Kontoauszug aussehen:
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Samstag 11.12.2010 in Selbstmanagement |
Kürzlich erschien auf SpiegelOnline ein Artikel über den Kampf der Krabbenkutter. Die Krabbenfischer an der Nordsee, heißt es dort, bangen um ihre Existenz. Es tragen mehrere Gründe zu dieser Misere bei, vorrangig natürlich der Preis. Die Hauptursache sei nach Meinung eines der größten Krabbenhändler Deutschlands, dass die Fischer ihre Interessen oft nicht einheitlich verträten.
Das erinnert natürlich sehr stark auch an die Situation im „Textgewerbe“.
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Sonntag 5.12.2010 in Selbstmanagement |
Auch beim Schreiben kommt man manchmal ganz schön ins Schleudern. Umso besser, wenn Sie Schneeketten parat haben. Ihre Schneeketten beim Schreiben können sein:
andere Menschen I: Schreibprofis
Lektoren, Schreibcoaches oder –trainer wie mich, versierte Schreiber wie Journalisten oder Buchautoren – oft ist es gut, einen Profi zu fragen, um weiterzukommen, ein klares Konzept zu erstellen, Verständlichkeit sicherzustellen oder einen bestehenden Texte „feintunen“ zu lassen.
andere Menschen II: moralische Unterstützung
Manchmal möchte man nur gerne Cheerleader um sich herum haben: Leute, die motivieren oder bestätigen, dass man das schon gut machen (oder schaffen) wird. Umgekehrt bitte unbedingt fernhalten von allen Gewohnheitskritikern, Schwarzsehern und Runterziehern. Konstruktive Kritik ist super, aber Rumgemäkle braucht kein Mensch!
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Samstag 4.12.2010 in Selbstmanagement |
„Als Derby werden im Springsport solche Springen bezeichnet, die sich von den üblichen Parcours durch eine besonders lange Strecke und den Einsatz naturnaher Sprünge und vieler Geländehindernisse (Wälle, Senken, Ricks mit Gräben) unterscheiden. Sie stellen weniger technische als psychologische Anforderungen an Pferd und Reiter.“ (Quelle: wikipedia)
Sprechen wir über Ausdauer. Die ist besonders bei größeren Schreibprojekten gefragt, aber das ist gar nicht mal das einzige Kriterium. Es kann auch psychologisch ganz schön aus anderen Gründen drücken:
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Donnerstag 2.12.2010 in Selbstmanagement |
Das mag jetzt überraschend klingen, aber lassen Sie uns zunächst kurz über Landschaftsplanung sprechen: Hier geht es darum, viele verschiedene Aspekte unter einen Hut zu bekommen, um sowohl den Menschen gerecht zu werden, als auch für die Nachhaltigkeit unserer Natur zu sorgen.
Beim Schreiben verhält es sich ganz genauso!
Sie haben immer verschiedene Bedürfnisse und Wünsche unter einen Hut zu bekommen – und das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt sowohl für den Leser(nutzen), als auch für Sie als AutorIn.
Das vergessen die meisten: Ihre Schreibfähigkeit, Ihre Ziele und Ihre Freude am Schreiben sollten immer ganz weit vorne bei Ihren Prioritäten liegen.
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Mittwoch 3.11.2010 in Selbstmanagement |
Dass Übung den Meister macht und das ganz besonders auch für das Schreiben gilt, ist eine Tatsache. Aber was ist es denn genau, das einen zu einem besseren Schreiberling macht?
Darüber habe ich jetzt mal intensiv nachgedacht und bin auf diese sieben Dinge gekommen, die mein Schreiben verbessert haben.
Vielleicht ist der eine oder andere Punkt ja auch eine schöne Anregung für Sie:
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Montag 27.09.2010 in Selbstmanagement |
Kürzlich habe ich mir eine alte Folge der Gilmore Girls angesehen. In einer Szene hat ein Bekannter eine Wette verloren und durfte einen ganzen Tag lang nur in Binsenweisheiten sprechen: Kommt Zeit, kommt Rat. Eile mit Weile. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. So ist das Leben. …
Das finde ich ein interessantes Experiment! Denn das ist gar nicht so leicht, wie man sich das so vorstellt. Ich bin zur Zeit an meinen Schreibtisch gekettet und treffe keine Leute, aber wenn Sie mit Kollegen arbeiten oder sonst Leute um sich rum haben, probieren Sie es doch mal aus, wie viele Klischees, Redewendungen, Plattitüden Ihnen spontan einfallen, die natürlich auch wirklich zur aktuellen Situation passen.
Oder noch besser: Weihen Sie andere ein und fechten einen Binsenweisheiten-Wettkampf aus. Das ist nicht nur ein noch schwierigeres Training, sondern sorgt für garantierte Lacher.