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Anfangen

Gehirnverstopfung

Manchmal habe ich den Drang, mit einem Pümpel meine Gehirnverstopfung zu beseitigen. Ich würde mir ein Ohr zuhalten und den Pümpel überm anderen Ohr festnapfen – und dann mehrmals kräftig pumpen. Aaaah! Endlich wieder einwandfrei denken!

Mit „Gehirnverstopfung“ meine ich nicht eine Schreibblockade oder Schreibunlust. Sondern ein Zuviel:

  • zu viele Möglichkeiten, über was man gerade schreiben könnte
  • zu viele Ideen, Informationen und Erfahrungen, die sich zu einem Thema in den Vordergrund drängeln
  • zu viel Aktuelles im Kopf, das durcheinander läuft oder sich in den Vordergrund drängt

Weil das mit dem Pümpel leider nicht so einfach geht, hier einige alternative Wege, eine Gehirnverstopfung zu beseitigen:
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Öfter mal was Neues: Texte rechnen

Idealerweise gehen Tipptexte für Ihre Leser auf: Der Aufbau ist schlüssig, die Infos und Tipps genau aufeinander gestimmt und es gibt ein konkretes Ergebnis. Also nehmen wir das doch einfach mal wörtlich: Rechnen Sie Ihre Texte!

Die Grundrechenarten bieten ein wunderbares Gerüst für Sie, einen Text zu konzipieren. Außerdem hilft Ihnen das Mathe-Prinzip dabei, eine logische Struktur aufzubauen.

Anhand einiger Beispiele zeige ich Ihnen, was ich meine. Sie können beliebige weitere Formeln zugrunde legen.

Addieren

Summand + Summand = Summe

Für Ihren Text kann das zum Beispiel bedeuten:

Info + Tipps = Ergebnis

Das ist ein klassischer Tipptext-Aufbau: Sie bringen Infos, führen diese gegebenenfalls weiter aus, fügen konkrete Tipps, Anregungen oder Handlungsanweisungen hinzu – et voilà: der Leser kommt zu einem gewissen Ergebnis, das sich aus der logischen Weiterführung dieser Infos und Tipps ergibt.

Achten Sie idealerweise darauf, dass Ihre Tipptexte dieses Ergebnis auch immer glasklar benennen! Manchmal neigt man dazu, zu abrupt aufzuhören, meistens wenn man ein paar gute Tipps gegeben hat (auch mir passiert das immer wieder), anstatt noch eine abschließende „Schleife“ dranzumachen, die Ihren Text komplettiert und Ihre Leser motiviert, Ihre Tipps auszuprobieren.

Sie können die Addition aber natürlich auch umdrehen:

Ergebnis = Info + Tipps

Dann beginnen Sie mit dem Ergebnis, zum Beispiel einer Lösung zu einem Problem, das Ihre Zielgruppe hat. Oder Sie schwenken eine attraktive Karotte vor dem Leser: Willst du das auch?/Schau mal, das kannst du erreichen, wenn du weiterliest, denn ich sage dir gleich, wie das geht. Der Tipptext beginnt also mit dem Ergebnis und löst dann konkret auf, was passieren muss, damit das Ergebnis eintreten kann.
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Warum ich ein Buch immer mit dem Anhang beginne und mein wichtigstes Werkzeug beim Buchschreiben

Wenn ich ein neues Buch schreibe, ist der Startschuss immer dieses Ritual:

:arrow: Ich lege mir im PC einen Ordner für das Buch an: jedes Kapitel bekommt einen eigenen Unterordner. Hier das Beispiel meines 222-Tipp-Buches:


:arrow: Gibt es bestimmte Vorgaben, wie der Verlag das Manuskript formatiert haben möchte, erstelle ich eine Vorlage.

:arrow: Dann kommt in jeden Ordner eine Datei, wo ich die Kapitelüberschrift und das, was ich dazu im Konzept vermerkt habe einstelle. Im nächsten Schritt erstelle ich für jedes Kapitel erstmal die genaue Struktur (wie hier anhand eines Artikels gezeigt).

:arrow: Nun kommt das Allerwichtigste …

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Wählen Sie blutdrucksteigernde Themen

Besonders einfach fällt uns das Argumentieren, wenn uns etwas total wichtig ist oder wahnsinnig aufregt. Das können Sie sich natürlich auch für das Schreiben zu Nutze machen: Startschwierigkeiten lösen sich sehr schnell auf, wenn Sie einfach Ihre Meinung sagen. Je mehr Sie das Thema in irgendeiner Weise anpiekt, umso besser.

Mich beispielsweise regt das „Der Kunde ist König“ total auf – und zwar sowohl aus der Vertriebler-Sicht (ich war früher viele Jahre im Vertrieb tätig), als auch aus Kundenperspektive.

  • Mir passt dieses Antiquierte und Pauschale daran überhaupt nicht. Ich möchte weder als König bezeichnet und womöglich noch so behandelt werden, weil man das ja tun muss … obwohl man mich hintenrum vielleicht verflucht.
  • Ich möchte auch ganz bestimmt niemanden als „König“ ansehen und hochschauen oder über mich herrschen lassen müssen. Augenhöhe finde ich da für beide Seiten sehr viel gesünder.
  • Und letztlich stört mich daran auch, dass sich so mancher König da draußen wie ein Depp benimmt: man braucht nur mal im Supermarkt oder Restaurant genauer hinsehen oder eigene denkwürdige Begegnungen mit unverschämten, unhöflichen oder gar betrügerischen Kunden Revue passieren lassen.

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Der schlechteste Tipp

Fangen Sie einen Artikel doch einfach mal mit dem schlechtesten Tipp an, den Sie jemals gelesen oder bekommen haben.

Dann nur noch begründen, warum Sie den Tipp so daneben finden … et voilá: der Text ist fertig.

Ein etwas anderer Tipp-Text, der besonders spannend wird, wenn Sie einen Tipp auswählen,

  • den Sie total platt finden,
  • mit dem Sie volle Kanne reingefallen sind
  • oder/und über den Sie sich so richtig aufregen können.

Denn das ist der Garant, dass bei Ihnen die Emotionen hochkochen, was wiederum die Formulierungen automatisch lebendiger werden lässt.

Der unvermittelte Anfang

Normalerweise führt man mit den ersten Sätzen seine Leser an das Thema heran. Klassische Einstiege sind beispielsweise:

Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie entscheidend Ihre Einstellung dafür ist, ob Ihr Vorhaben erfolgreich sein wird. Sie kennen die Beispiele aus dem Sport zur Genüge: Wenn der Hochspringer innerlich überzeugt ist, dass er die Höhe nicht schafft, hat er keine Chance.

oder:

Selbstmarketing – und alles, was man sich davon erhofft – wird meistens etwas falsch verstanden. Die einen denken, man müsste den großen Bonzo raushängen lassen, sich ständig selbst loben oder nach vorne drängeln. Und die anderen gehen die Sache theoretischer an und versuchen Werbe-Werkzeuge auf die eigene Person anzuwenden.

oder:

Normalerweise führt man mit den ersten Sätzen seine Leser an das Thema heran. Klassische Einstiege sind beispielsweise ;-)

Sie können Ihre Leser aber auch unvermittelt mitten in den Text schubsen. Das hat seinen ganz eigenen Reiz und einige Vorteile:

  • Es kommt Dynamik ins Lesen und miterleben.
  • Je nachdem, womit Sie beginnen, wird der Leser neugierig.
  • Sie können bestimmte Emotionen wecken und den “Ton” Ihres Textes bestimmen.
  • Ihr Stil bleibt frisch, wenn Sie immer mal etwas anders beginnen.
  • Und es ist eine gute Möglichkeit für alle Autoren, die gerne mal am Anfang hängenbleiben.

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Die Überschrift als Startpunkt

Ob Sie mit einer Überschrift anfangen oder erst am Ende die beste Überschrift für den Text finden, ist Geschmackssache. Die Überschrift kann Ihnen, wenn Sie sie konkret formulieren, ein nützlicher Startpunkt und wichtiger roter Faden für das Schreiben sein. Sie ist zudem ein gutes Gegenmittel für das Wegkippen des Themas, was vielen am Anfang passiert.
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What if?

Wenn es um Fiktion geht, wenn Sie also beispielsweise einen Roman schreiben oder ein Drehbuch, dann ist die bekannte Grundfrage das „What if?

Was wäre
… wenn fünf alte Frauen eine Bank überfallen würden?
… wenn ein Serienmörder ausbricht und sich in Garmisch-Partenkirchen versteckt?
… wenn ein Familienvater eine Pille schluckt und plötzlich 5 m groß wird?

Egal, ob realistisch oder eher unrealistisch: Die Frage nach dem „Was wäre wenn“ ist meistens DIE Ausgangsbasis für eine Geschichte.

Selbstverständlich nützt Ihnen dieses „What if“ auch für Business- oder sonstige Tipptexte. Es ist sogar eine ganz großartige Frage, die Sie auf ganz andere, in der Regel sehr viel interessantere Themen bringt.
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Wussten Sie schon?

Ich habe Ihnen schon mal empfohlen, mit einer Frage anzufangen – praktisch als Starthilfe. Eine Frage ist zudem für Ihre Leser meistens spannend: Man möchte die Antwort erfahren.

Eine Variante davon ist eine Frage, die mit „Wussten Sie schon …?“ oder „Wussten Sie eigentlich schon …?“ beginnt.

Das ist für die Leser sogar noch etwas spannender, fordert Sie selbst aber auch wunderbar heraus: Denn wenn sowas kommt, steht meistens etwas besonderes Gutes, Unbekanntes oder Überraschendes dahinter.
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Mitteilungsdrang?

In einem Blogbeitrag vom Februar ging es darum, dass das Schreiben erst dann so richtig fließt, wenn Sie etwas zu sagen haben. Gehen wir doch nochmal eine Ebene höher: Wie sieht es mit Ihrem Mitteilungsdrang aus?

Schreiben kann eine reine Aufgabe sein. Man kann schreiben, ohne sich dafür riesig zu begeistern – und es muss nicht mal eine Quälerei sein. Sie kennen das von anderen Tätigkeiten. Denken Sie an Ihren Haushalt: Vielleicht bügeln Sie nicht sonderlich gerne, aber Sie bügeln gut und es macht Ihnen auch nichts weiter aus.

Oder Joggen. Ich bin einige Jahre gelaufen und war dadurch fit genug, eine ganze Stunde durchzuhalten. Aber so wirklich gefallen hat es mir nie, ich hatte auch keinen Spaß oder Drang oder irgendwelche Hochgefühle.

Andere Leute aber schon. Ich kenne Menschen, die liebendgerne bügeln, und viele Leute springen voller Begeisterung in ihre Laufschuhe und sind voll in ihrem Element.

Mit dem Schreiben ist es ganz genauso. Nur kommt mit dem Mitteilungsdrang ein weiteres wichtiges Element hinzu.
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