Gestern habe ich den fleißigen Erstautoren im Buchkonzept-Workshop etwas gesagt, das auch für Sie wichtig ist, wenn Sie schon immer mal einen Ratgeber schreiben wollten:
Es ist sehr leicht, zu sagen „Ich will ein Buch schreiben.“
Es ist auch noch sehr leicht zu sagen: „Es soll ein Buch über … sein.“
oder
„Mein Buch soll den Menschen dabei helfen, … zu tun.“
Ein wenig schwieriger wird es dann schon, diese vage Idee in ein konkretes Buchthema zu packen, sich für eine klare Zielgruppe zu entscheiden und festzulegen, welchen Aufhänger man seinem Thema geben möchte.
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Wenn der Entschluss getroffen ist, ein Buch zu schreiben, dann machen sich ganz viele eifrig ans Vorwort. Dann wird ausgepackt, dass die Oma so einen großen Einfluss auf einen hatte und man immer schon ganz dringend ein Buch schreiben wollte und bla und laber …
Oft sieht man es nicht anders: Manche Bücher haben drei Vorwörter. Festschriften zu irgendwelchen Veranstaltungen haben oft zwei Dutzend Vorwörter von irgendwelchen Schirmherren. Eines schnarchnasiger als das andere.
Tatsache ist: Ein Vorwort dieser Art will keiner lesen. Das klingt jetzt vielleicht gemein, denn manchmal ist die Motivation riesig oder das Buchprojekt hat Sie aus einer Krise geholt. Für einen selbst oder für Bekannte und Familie sind so persönliche Bezüge natürlich eine schöne Sache.
Für alle anderen jedoch nicht. Darum sieht man im Ratgeber und Sachbuchbereich sowieso kaum mehr typische Vorwörter. Viele Verlage legen Wert darauf, direkt ins Thema zu springen – und das ist gut so. Allenfalls werden Vorwörter eingeplant, die einen direkten Bezug zur Thematik haben, sich aber eben nicht nur um den Verfasser und seine Befindlichkeiten drehen.
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1999 stand ich im Hugendubel am Stachus, zeigte auf ein Regal und meinte: Irgendwann füllen meine Bücher ein ganzes Regalbrett. War natürlich nur ein Witz. Aber mittlerweile klappt’s fast:

Wollen Sie auch endlich Ihr eigenes Buch im Laden stehen sehen?
Der nächste Online-Workshop Von der Idee zum Buchkonzept (für Ratgeber/Sachbuch, keine Belletristik!) startet am 30. Januar.
Zur Zeit ist ja der Buchkonzept-Workshop, wo elf fleißige künftige Autorinnen an ihren wunderbaren Buchideen feilen. Die wahre Kunst am Bücherschreiben liegt ganz am Anfang: wieder mal das Konzipieren. Eine Buchidee zu finden, ist relativ einfach. Aber dafür die Inhalte bestimmen und schlüssig in Form zu bringen, ist etwas ganz anderes.
Gerade vorhin ist mir so richtig bewusst geworden, dass etwas, das ich ganz oft mache, um den richtigen Dreh für den Aufbau zu finden, tatsächlich das Starren aufs Papier ist (manchmal auch auf den Bildschirm, aber weit häufiger drucke ich es aus oder notiere mir Ideen auf Papier).
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Endlich! Dieses Buch habe ich erwartet! Es geht um Gelenkmobilisation. Begeistert klappe ich das Buch auf. Einführung. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Okay.
Erstes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Zweites Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Drittes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Viertes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Fünftes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaargh!
Die Informationen der ersten 90 Seiten des Buches hätte man locker auf zwanzig Seiten zusammenstauchen können: dann wäre es dicht, spannend, straff zum Punkt gekommen. So hat es der Autor geschafft, dass ich ziemlich genervt und abgetörnt bin und mit jedem Kapitel heftiger mit den Augen rolle. Die ursprüngliche Begeisterung ist verdampft.
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Ein amüsantes Stilmittel, das immer gut ankommt, sind Typologien. Diese können ernst gemeint sein, rein der Unterhaltung dienen oder einen Schuss Augenzwinkern enthalten (haha: ein Schuss Augenzwinkern, ist ja mal ganz was Neues!).
Genau wie bei Selbst-Tests, die die meisten Leute gern machen, erfreuen sich Typologien großer Beliebtheit. Sie werden nicht nur gerne gelesen, sondern sind sehr beliebt im Internet – werden also oft weitergeschickt und verlinkt.
Und sie sind relativ leicht zu schreiben:
- Überlegen Sie sich einfach welche ausgeprägten Typen es gibt.
- Geben Sie diesen einen plakativen oder witzigen Namen.
- Schreiben Sie eine kleine Beschreibung, was den jeweiligen Typ auszeichnet.
Das muss gar nicht ausführlich sein! Zu Ihrer Inspiration hier einige Beispiele:
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Die gute Nachricht: Im Ratgeber-/Sachbuch-Bereich ist es relativ leicht, Verlage anzusprechen. Während in der Belletristik massenweise ganze Manuskripte eingehen, wird im Ratgeberbereich mit Konzepten, Fragebögen und allenfalls noch mit einem Probekapitel gearbeitet. Man kommt ohne großen Aufwand direkt zur passenden Ansprechperson.
Viele Erstautoren suchen irgendeinen Verlag und sind froh, überhaupt veröffentlicht zu werden. Aber das ist ein Fehler. Es ist sehr wichtig, sich gezielt auszusuchen, welchen Verlag man für seine Idee gewinnen will.
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Ich freue mich über drei neue wunderbare Feedbacks zum Buchkonzept-Kurs.
Wann immer Sie etwas konzipieren – Ihre Website, einen Flyer, einen Artikel, eine Seminarausschreibung, ein Buch, eine Checkliste, ein Projekt – verbieten Sie sich in der Konzeptionsphase das Formulieren! Schreiben Sie aussagekräftige Stichpunkte, halten Sie sich erstmal ganz an die Fakten.
Warum?
Weil das Formulieren Ihr Gehirn in eine Richtung schickt, die Sie momentan nicht brauchen. Fokussieren Sie erstmal auf Rahmen, Inhalt, Struktur und Ziele.
Weil das Formulieren auch Sie selbst sehr schnell darüber hinwegtäuschen kann, dass es kein „Fleisch an den Knochen gibt“ (siehe auch „Where’s the beef?“)
Und weil das Formulieren den einen sehr leicht und den anderen sehr schwer fällt: Wenn es Ihnen leicht fällt, haben Sie das Gefühl „fertig“ zu sein, obwohl Sie überhaupt nicht genug in die Tiefe gedacht haben. Und wenn es Ihnen schwer fällt, sind Sie doppelt gelackmeiert: Denn wer keine klaren Fakten hat, kann auch nicht gut formulieren: da fehlt der Stoff für Struktur und Inhalte. Unterm Strich brauchen Sie also noch länger und haben am Ende weder das eine, noch das andere richtig gemacht.
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Der nächste Termin für die Schreibwerkstatt “Von der Idee zum Buchkonzept” (für Ratgeber und Sachbuch, keine Belletristik!) ist der 12. – 23. September. Es handelt sich um einen Online-Workshop. Details und Anmeldung