Zur Zeit lese ich das sehr empfehlenswerte Buch „Writing Dialogue“ von Tom Chiarella. Unter anderem empfiehlt er, so zur Übung mal einen Tag lang aufzuschreiben, was man den ganzen Tag so sagt. Und zwar nur, was man selbst sagt – und genau so, wie man es sagt. Wir alle reden nämlich den lieben langen Tag oft ziemlichen Unsinn.
Gestern bin ich also beim Arzt, einer Gemeinschaftspraxis, bei der ich vor einigen Jahren schonmal war. Damals gab es ein Vater- und Sohn-Team gleichen Namens, heute steht nur noch ein Name davon auf dem Praxisschild … und ein völlig anderer. Da ich nicht weiß, wer der junge Arzt ist, der mich untersucht, frage ich also nach:
- „Sind Sie der Sohn von dem Vater oder sind Sie ein anderer?“
- „Ich bin ein anderer.“
Übrigens: Dialoge zu schreiben ist nicht nur interessant für Sie, wenn Sie Roman- oder Drehbuchambitionen haben. Auch im Businesskontext – also beim Schreiben von Tipps, Selbstlernkursen, Seminarunterlagen oder Büchern – ist es sehr wichtig, echtklingende und damit glaubwürdige Dialoge zu schreiben. Dialoge, die zwar sprachlich korrekt sind, aber nur zum Zweck eines ausgeklügelten Beispiels konstruiert werden, klingen nicht echt. Und alles, was nicht echt klingt, lässt den Leser stutzen oder schlimmstenfalls aussteigen.