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Konzept

Es ist einfach, ein Buch schreiben zu wollen.

Gestern habe ich den fleißigen Erstautoren im Buchkonzept-Workshop etwas gesagt, das auch für Sie wichtig ist, wenn Sie schon immer mal einen Ratgeber schreiben wollten:

Es ist sehr leicht, zu sagen „Ich will ein Buch schreiben.“

Es ist auch noch sehr leicht zu sagen: „Es soll ein Buch über … sein.“

oder

„Mein Buch soll den Menschen dabei helfen, … zu tun.“

Ein wenig schwieriger wird es dann schon, diese vage Idee in ein konkretes Buchthema zu packen, sich für eine klare Zielgruppe zu entscheiden und festzulegen, welchen Aufhänger man seinem Thema geben möchte.

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Die Kunst des Auswählens

Was man als Leser selten bewusst merkt, ist, dass die eigentliche Kunst beim Schreiben die Auswahl ist:

  • Sie als Autor entscheiden nicht nur, welches Thema Sie wählen, sondern auch, auf welche Weise Sie es angehen.
  • Sie entscheiden, wie der erste Satz aussieht und über den “Ton”.
  • Sie bestimmen, wie Sie den Text strukturieren, was rein darf (und was draußen bleibt).
  • Wenn Sie einen Tipptext schreiben, überlegen Sie sich, mit welchen Formulierungen und Inhalten sie Ihre Leser ins Tun bringen können.

Schreiben ist eine einzige große Auswahl vieler Details. Und die meisten dieser Entscheidungen sind am Ende gar nicht sichtbar.

Für Sie als AutorIn heißt das aber auch, dass Sie daraus lernen können:

Lesen Sie Artikel und Bücher doch einmal unter diesem Gesichtspunkt! Welche Entscheidungen hat der Autor hier getroffen? Spekulieren Sie, warum genau diese Überschrift. Werden Sie sich weiterer Alternativen bewusst. Nehmen Sie die Struktur und die verwendeten Stilmittel wahr.

Was funktioniert gut? Was hätten Sie anders gemacht? Womit hat Sie der Autor besonders gepackt? Und wo finden Sie etwas langatmig oder zu sperrig?

Jedem Text sein Skelett!

Meiner Erfahrung nach tut es jedem Text sehr gut, vor dem Schreiben erstmal eine Art Gerüst zu erstellen.

Bei Tipps beispielsweise schreibe ich mir immer die Zwischenüberschriften hin und fülle nachher gezielt auf. Je nachdem, welche Artikel-Form Sie wählen, gibt diese bereits eine gute Struktur vor. Populär sind beispielsweise „XX Tipps für …“-Artikel. Wenn Sie also planen, „7 Tipps für Ihre Urlaubsplanung, die Sie bisher immer vermisst haben“ zu geben, überlegen Sie vorher, was denn das nun für sieben Tipps sind. Dann merken Sie nämlich auch von vornherein, ob Ihre Idee so auch funktioniert.

Bei Büchern legen Sie das Inhaltsverzeichnis vorher fest (einzelne Veränderungen können Sie während des Schreibens ja jederzeit noch machen). Wenn ich mit einem Buch beginne, lege ich mir sogar die gesamte Struktur vorher im Computer an: jedes Kapitel bekommt einen eigenen Ordner, dann lege ich eine Datei an, die dann pro Kapitel alle Überschriften oder schon einzelne Elemente (wie Ideen für einen Selbst-Check, einen Seitenkasten o. Ä.) enthalten.

Wenn Sie auf diese Weise vorgehen,

  • merken Sie, ob Ihr Konzept noch ein strukturelles Problem hat,
  • ob das Thema in dieser Artikel- oder Buchform funktioniert,
  • ob Sie das Thema wirklich so brennend interessiert, dass Sie darüber schreiben möchten,
  • ob Sie das Thema zu groß gewählt haben oder
  • ob Sie genug darüber wissen oder das Thema nochmal ändern sollten.
  • Vor allen Dingen aber können Sie auch mittendrin loslegen. Das erhöht die Schreibgeschwindigkeit und den Schreibspaß enorm! Denn Sie können genau immer das schreiben, worauf Sie gerade Lust haben und wenn Sie wenig Zeit zum Schreiben haben, können Sie kleinere Häppchen wunderbar zwischendurch erledigen.

Immer drandenken: Der erste Entwurf ist nur ein erster Entwurf. Das Überarbeiten macht Ihren Text dann wirklich gut – und da lassen sich dann Fehlerchen, Doppelungen und natürlich der Feinschliff nachholen.

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